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SD und CompactFlash: Datenträger in Fingernagel-Größe

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SD-Speicherkarten
Da passt was drauf: Diese kleine Speicherkarte fasst vier Gigabyte Daten. (Bild: Remmers/dpa/tmn)

am 10.06.2010 | Von Philipp Laage, dpa

München (dpa/tmn) - Sie sind flach, kompakt und nur wenige Zentimeter groß. Speicherkarten finden sich in vielen elektronischen Geräten wie Fotokameras, Handys oder Notebooks. Auch immer mehr Fernseher oder Blu-ray-Player besitzen einen Schlitz für Speicherkarten.

Entscheidende Merkmale der Karten sind vor allem ihre Geschwindigkeit und ihre Kapazität. Ob es hier gleich das neueste Modell sein muss, hängt vom Einsatzzweck ab.

Am weitesten verbreitetet ist das SD-Format, das vor allem bei Amateur- und Mittelklasse-Kameras Einzug gehalten hat, sagt Benno Hessler von der Zeitschrift «Chip Foto-Video digital». Aber auch viele Fernseher und die meisten Notebooks und PCs unterstützten SD-Karten. Darüber hinaus sei CompactFlash bei gehobenen Mittelklasse- und Profikameras verbreitet. Der Memory Stick und die XD-Card hätten sich dagegen nie flächendeckend durchgesetzt.

Die SD-Karte ist normalerweise kompatibel mit den meisten Produkten der Unterhaltungselektronik, ergänzt Gerry Edwards, Produktmanager beim Hersteller SanDisk im kalifornischen Milpitas. «Bei manchen Geräten ist es der Defacto-Standard.» SD-Speicherkarten gibt es in zwei verschiedenen Formaten: SD und MicroSD. Die kleinere Variante findet sich in sehr kompakten Geräten wie Handys. Das Angebot an SD-Karten fächert sich dann in unterschiedliche Größen und Geschwindigkeiten auf.

Die Geschwindigkeit von SD-Karten werde häufig in Klassen angegeben - also etwa Klasse 2, 4 oder 6, erklärt Hessler. Je größer die Klasse ist, umso schneller läuft die Karte. CompactFlash gibt die Geschwindigkeiten hingegen beispielsweise mit 60x oder 120x an. Die Einteilung in Klassen orientiert sich an den Megabyte pro Sekunde, während das «x» sich an die Lesegeschwindigkeiten der ersten CD-Laufwerke anlehnt. «Generell ist es so, dass der Anwender nicht die schnellste Karte braucht, weil die meisten Geräte eine solche Geschwindigkeit sowieso verhindern.» Eine Ausnahme seien Kameras mit HD-Video.

Beim Thema Geschwindigkeit empfehle es sich, auf das Preis-Leistungs-Verhältnis zu achten, rät Andreas Jordan von der Zeitschrift «Fotomagazin». «Für Amateure lohnt es sich meist nicht, für eine Karte mit zehn Prozent mehr Geschwindigkeit den doppelten Preis zu zahlen.» In der Regel reichten Kartenvarianten, die ein bis zwei Generationen zurückliegen. Die Geschwindigkeit der Karte sei aber vor allem aus fotografischer Sicht interessant. Damit entscheide sich unter anderem, wie viele Bilder die Kamera im Serienbild-Modus in Folge schießen kann.

Der Preis einer Speicherkarte hängt neben der Geschwindigkeit vor allem von ihrer Größe ab. Die schnellste CompactFlash-Karte von SanDisk, die Extreme Pro mit 16 Gigabyte und einer Geschwindigkeit von bis zu 90 Megabyte pro Sekunde, liegt etwa bei 190 Euro. Die vorletzte Generation, die Extreme III mit 16 Gigabyte, kostet rund 77 Euro. Im Format CompactFlash seien derzeit bis zu 64 Gigabyte möglich. «Bei besonders großen Speicherkarten besteht aber immer die Gefahr, dass mit einem Mal alle Aufnahmen verloren gehen, wenn die Karte einen Schreib- oder Lesefehler hat.» Das Risiko könne ein Fotograf reduzieren, wenn er mehrere kleinere Speicherkarten benutzt.

SD-Speicherkarten mit zwei Gigabyte gebe es schon für fünf Euro, ergänzt Hessler. «Solange es sich dabei um eine Markenkarte handelt, kann der Käufer bedenkenlos zugreifen.» Die Preisspanne nach oben sei relativ groß. Profi-Karten kosteten gut und gerne 200 Euro und mehr. «Allerdings steht der Preisaufschlag bei besonders großen Karten oft in einem schlechten Verhältnis zur Kapazitätssteigerung.» Generell sollten Käufer Wert auf eine Markenkarte legen und keine No-Name-Speicherkarte wählen, nur um 2 Euro zu sparen.

Profi-Karten zeichneten sich manchmal zusätzlich durch eine verstärkte Bauart aus, sagt Hessler. Sie seien beispielsweise aus Metall, wasserdicht und besonders gegen Staub und Sonnenlicht geschützt. Ein weiteres Kriterium für die Qualität von Speicherkarten sei ihre Verlässlichkeit, ergänzt Jordan. «Die ist aber schwer zu verifizieren - es gibt hier keine Spezifikationen oder Standards.» Das neue Format SDHX soll mehr Datensicherheit liefern.

Infos

Mehr Datenkapazität durch SDXC Die nächste Generation an SD-Karten ist SDXC und soll in Zukunft Kapazitäten von bis zu zwei Terabyte liefern. SDXC beherrschen allerdings noch wenige Geräte. Aber gerade weil Video-Aufzeichnung in HD-Qualität immer mehr Einzug hält und sogar viele Spiegelreflexkameras mittlerweile über eine hochwertige Videofunktion verfügen, wird eine große Datenkapazität zunehmend wichtiger.
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