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Mehr als Schafe züchten: Zusatz-Apps bei Facebook & Co.

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Zusatzprogramme
Kleine Extras: Vor allem bei Facebook, aber auch bei anderen Netzwerken gehören Apps inzwischen zum festen Programm. (Bild: Remmers/dpa/tmn)

am 09.06.2010 | Von Thomas Schörner, dpa

München/Berlin (dpa/tmn) - Bei «Farmville» Gemüse anbauen oder bei «Brain Buddies» graue Zellen trainieren: Solche Spielchen in sozialen Netzwerken sehen viele Nutzer als Salz in der Suppe.

Doch das Angebot an Zusatzprogrammen ist nicht auf Spiele-Fastfood begrenzt: Es gibt auch nützliche Applikationen - man muss nur etwas nach ihnen suchen. Bei Facebook gibt es quasi unzählige Apps. Auch Studi-, Mein- und SchülerVZ sowie lokalisten.de oder wer-kennt-wen haben Applikationen im Angebot. Das Problem für Leute, die nicht nur spielen wollen, ist aber: «Es gibt noch nicht viele nützliche Applikationen für soziale Netzwerke», sagt Dominik Hoferer von der Zeitschrift «Chip». «Standard sind bisher nur Umfragen oder Kalenderfunktionen.»

Vor allem bei Facebook müssen Anspruchsvolle daher suchen, bis sie Sinnvolles finden. Dazu zählen etwa Apps, die ihnen das Installieren weiterer Programme ersparen. So ist Bildbearbeitung mit «Picnik» online möglich: Einfache Farbkorrekturen, Zuschneiden oder das Entfernen roter Augen kann das Tool bereits.

«Mit der Applikation 'Fileshare' können Nutzer Dateien tauschen», so Dominik Hoferer. Mit «Files» lässt sich eine virtuelle Festplatte mit bis zu einem Gigabyte Kapazität einrichten. «Roomster» hilft Wohnungssuchenden und Anbietern, sich vor einem Treffen ein Bild des Gegenüber zu machen - leider gibt es das Angebot bisher nur in den USA, Kanada und Großbritannien. Bei «Zimride» bietet Facebook eine Mitfahrzentrale, bei der man sich vor der Fahrt beschnuppern kann.

Die Netzwerke setzen auf Open Source: Theoretisch kann jeder Apps dafür erstellen. Auch Firmen sehen das Potenzial. «Der Erfolg einer App ist dabei weniger vom Budget als von einer guten Idee abhängig», betont Jens Doka von lokalisten.de. Ein aktuelles Beispiel ist «Langenscheidt Audio-Sprachkurs Englisch»: Die Facebook-App liefert alle zwei Tage einen Audiokurs inklusive Vokabeln und Grammatik.

Setzt eine App aber die Angabe persönlicher Daten voraus, sollten Nutzer aufpassen. Denn bei einer Untersuchung sozialer Netzwerke in Sachen Sicherheit kam Stiftung Warentest jüngst zu einem klaren Urteil: «Alle sozialen Netzwerke haben Mängel beim Datenschutz sowie bei der Datensicherheit», so die Zeitschrift «test».

Zwar versucht etwa die VZ-Familie ihren Nutzern mehr Einfluss auf ihre persönlichen Daten zu geben, sagt Sprecher Dirk Hensen: «Sie können für jede App eine gesonderte Visitenkarte anlegen und darin individuell festlegen, welche Informationen zur Verfügung gestellt werden sollen.» Doch erfolgreiche Angriffe auf VZ-Portale zeigen: Nutzerdaten sind auch hier nicht rundum sicher.

Besonders bei Apps von Dritten, also bei solchen, hinter denen nicht die Netzwerk-Betreiber selbst stehen, ist Vorsicht geboten, warnt Susanne Dehmel vom IT-Verband Bitkom in Berlin. «Wenn ich eine Anwendung hinzufüge, ist das wie das Hinzufügen eines Freundes: Die App kann meine Daten einsehen», erklärt Hoferer.

Für die Zukunft ist zu erwarten, dass die Zahl nützlicher Apps zunimmt. Das wäre besonders bei kollaborativen Werkzeugen, die etwa das gemeinsame Bearbeiten von Dokumenten ermöglichen, zu begrüßen, so Hoferer. StudiVZ stößt als eines der ersten Netzwerke in diese Richtung vor: Mit dem «Netviewer Konferenzkasten» bietet das Portal seit April die Möglichkeit, Konferenzen mit bis zu 10 Teilnehmern gleichzeitig abzuhalten.

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