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Media-Server-Software für Multimedia im Wohnzimmer

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Media-Server-Software
Seltsamer Name, aber praktisch: «Twonky Media Server» bietet als Software auf einem NAS-Speicher viele Streaming- und Multimedia-Funktionen. (Bild: TwonkyMedia/dpa/tmn)

am 01.06.2010 | Von Philipp Laage, dpa

München (dpa/tmn) - Musik, Videos, Internet-Radio: Wer in seinem Haushalt Medien über das Netzwerk verteilen und auf verschiedenen Geräten abspielen will, braucht einen Media-Server mit der richtigen Software.

Er sorgt dafür, dass die Musik genau da spielt, wo es der Nutzer wünscht. Eine grundsätzliche Frage lautet: Soll der Rechner als Server dienen - oder ein netzwerkfähiges Speichermedium, ein NAS-Speicher? Bei vielen für den Heimeinsatz gedachten NAS-Geräten seien bereits Media-Server vorinstalliert, die sich über den Webbrowser auf dem Rechner konfigurieren lassen, erklärt Volker Zota von der Zeitschrift «c't». Dort kann der Nutzer Verzeichnisse freigeben - und es kann losgehen mit dem Streamen der Daten.

Die Software «Twonky Media Server» zum Beispiel biete für NAS umfangreiche Streaming- und Multimedia-Funktionen für viele Endgeräte, sagt Andreas Arndt vom Hersteller Buffalo Technology aus München, der unter anderem NAS-Speicher anbietet. Die Lösung komme bei diesen Geräten am häufigsten zum Einsatz, ergänzt Zota. Werden Daten via NAS gestreamt, sei es wichtig, dass sich die eingesetzte Software nachrüsten lässt: «So besteht berechtigter Grund zur Hoffnung, dass neu aufkommende Dateiformate nachgerüstet werden können.»

Wer seinen PC zum Server machen will und Windows 7 oder Vista als Betriebssystem nutzt, kann Dateien über das Programm «Media Connect» im Windows Media Player streamen, erklärt Christoph Elzer von der Zeitschrift «Chip» in München. «Das ist für Einsteiger einfach einzurichten, und außerdem werden so gut wie alle Client-Geräte erkannt.» Für Windows XP gibt es «Media Connect» zum kostenlosen Herunterladen.

Wirklich entscheidend werde die Frage nach der Software dann, wenn der Nutzer weder ein NAS-Gerät noch den Windows Media Player auf dem PC als Server nutzt, erläutert Zota. «'Twonky' liegt hier vorne, weil es die meisten Streaming-Clients unterstützt.» Es ist allerdings nur in einer kostenpflichtigen Version erhältlich, dafür aber auch zum Nachinstallieren für bestimmte NAS-Geräte.

Für Windows-Rechner sei «TVersity» eine Alternative, erläutert der «c't»-Redakteur. Dieses Server-Programm lasse sich intuitiv nutzen und sei auch als abspeckte Freeware-Version verfügbar. In der Premium-Variante ließen sich beispielsweise auch Youtube-Videos und andere Inhalte aus dem Netz auf den Fernseher im Wohnzimmer streamen. Der Vorteil von «TVersity» gegenüber «Twonky» liege darin, dass die Dateiformate «transcodiert» werden können, was die Darstellung vereinfacht. Dafür sei allerdings ein stärkerer Server-PC nötig.

Eine weitere Software sei «MediaTomb» für Linux, erläutert Zota. Transcodieren könne auch «Wild Media Server», das «TVersity» ähnele, aber kostenpflichtig ist. Für Mac-Besitzer biete sich «Elgato» an. Daneben komme noch «XBMC Media Center» infrage, das aus dem «Xbox Media Center» hervorgegangen ist. Auch «Nero Media Home» ist nach Worten des Experten inzwischen als eigenständige Software erhältlich. Diese und «Wild Media Server» könnten auch Live-TV ins Nachbarzimmer streamen.

Über die Microsoft-Lösung «Windows Home Server» wiederum lassen sich zum Beispiel auch Dateien vom heimischen Server über das Internet im Browser abspielen und so überall auf der Welt ansehen oder anhören, ergänzt Elzer. Hier sei allerdings bei hochauflösenden Videos das Upload-Tempo zu beachten. Wichtig sei grundsätzlich immer, dass die Bandbreite des Netzwerks ausreicht, ergänzt Zota: «Vor allem beim Streamen von HD-Videos kommt es bei WLAN oft zu Problemen.»

Wer seine externe Festplatte als Netzwerklaufwerk benutzen möchte, kann sich dafür die Gratis-Software «FreeNAS» herunterladen, erklärt Elzer. Damit wird die Platte zum Medienverteiler - aber nur, wenn der PC, an dem sie steckt, eingeschaltet ist. Wer einen Router mit einem zusätzlichen USB-Anschluss hat, könne die Festplatte auch darüber laufen lassen.

Generell sei es nicht zwingend nötig, sich für ein Kauf-Programm zu entscheiden, sagt Volker Zota. Aufpassen sollten Nutzer aber bei den unterstützten Formaten. Manche Freeware aus dem Netz streame nur Audio-Dateien. «Das ist nur etwas für Leute, die ihre Musiksammlung zu Hause überall abspielen wollen.» Interessant sei aber doch gerade, auch Filme verfügbar zu machen.

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