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Der unsichtbare Helfer: Fernzugriff auf den PC

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Fernzugriff auf den PC
Bei Problemfällen mit dem Rechner können Experten aus der Familie oder dem Freundeskreis mit Fernwartungs-Software helfen. (Bild: Netviewer/dpa/tmn)

am 25.05.2010 | Von Philipp Laage, dpa

Hamburg/München (dpa/tmn) - Wenn der Rechner zickt, ist meistens kein Techniker parat - aber womöglich ein versierter Bekannter. Falls der Problemlöser nicht um die Ecke wohnt, ermöglichen einige Programme den Fernzugriff.

Mit Remote-Programmen kann der Helfer dem Nutzer bequem per Mausführung und Tastatureingabe zur Seite stehen - ohne deshalb vor dem entsprechenden Rechner sitzen zu müssen. «So kann beispielsweise der Enkel aus seiner Wohnung den PC seines Großvaters steuern und dann Programme für ihn installieren oder einfache Probleme beheben», erklärt Mark Perseke vom Online-Magazin «Netzwelt».

Thorsten Eggeling von der Zeitschrift «PC-Welt» kann privaten Anwendern derzeit drei teils kostenlose Programme für die Fernwartung empfehlen: «TeamViewer», «Netviewer Support» und «Ultra VNC». Alle drei funktionierten ähnlich - die Wahl eines Programms sei am Ende Geschmackssache.

«Der Vorteil der Software gegenüber Onboard-Lösungen liegt im geringeren Konfigurationsaufwand», erklärt Eggeling. In der Regel installiert nur der Helfende das Programm und ruft dann den anderen Nutzer an. Der geht auf die Webseite des Anbieters und erhält dort eine ID und ein Kennwort, das er per Telefon wieder an den Hilfeleistenden weitergibt. Danach kann die Sitzung starten. «Der Zugriff ist damit einfach, allerdings sollte sich der Hilfeleistende mit der Software auskennen.»

Ein Pluspunkt von «Ultra VNC» sei, dass das Protokoll für alle Betriebssysteme zur Verfügung steht, so Eggeling. Von «Team Viewer» gibt es auch eine Linux-Version sowie eine App für das iPhone. Damit lässt sich der Rechner auch von unterwegs aus steuern. Eine Einschränkung ergibt sich aber durch die Bandbreite. Hat ein Nutzer kein DSL, dauert vor allem der Upload lange.

Wie sehr der Helfer auf den Rechner zugreifen können soll, lässt sich Perseke zufolge ganz am Anfang einstellen. In der Regel erscheint auf dem Bildschirm des einen Rechners ein zweiter Mauszeiger, während der Zugreifende den Desktop des anderen sieht. Die Möglichkeiten reichten dann vom Datentausch über die gemeinsame Bearbeitung von Dokumenten bis hin zur kompletten Übernahme der Bedienung.

Grundsätzlich verfügten aber auch alle Windows-Versionen über eine Remote-Unterstützung. Damit kann der Nutzer Leute einladen, wenn er Hilfe benötigt. Er sendet an den Helfer eine E-Mail mit einer Konfigurationsdatei. Der Helfende startet diese Datei und kann dann auf den Rechner des anderen zugreifen. «Oft ergibt sich bei verschiedenen Windows-Versionen aber das Problem, dass der andere Nutzer Updates für die Remote-Unterstützung benötigt», sagt Eggeling.   

Ähnlich angelegt ist die Remote-Desktop-Funktion, die allerdings nur in den Professional-Versionen von Windows verfügbar ist. Die Remote-Desktop-Funktion sei im Detail komplizierter, sagt Eggeling. «Weniger erfahrene Nutzer werden schnell Probleme haben.»

Linux und Mac OS X verfügen ebenfalls über entsprechende Remote-Funktionen. Eine betriebssystemunabhängige Lösung ist die Einrichtung eines VNC-Servers, erklärt Gerhard Schneider, Direktor des Rechenzentrums der Universität Freiburg. VNC steht für Virtual Network Computing und erlaubt den Zugriff mit Hilfe eines Client-Programms. Beim Remote-Desktop-Protokoll bestehe die Möglichkeit, die Daten zu verschlüsseln. Bei VNC könne der Helfende einen sicheren VPN-Client für den Zugriff benutzen.

Damit sei aber nicht ausgeschlossen, dass der Zugreifende nicht doch unwissentlich Sicherheitslücken offenlegt oder vielleicht sogar selbst auf dem PC des anderen Schaden anrichtet, warnt Schneider. «Im übertragenden Sinne stellt sich hier die Frage, ob derjenige, der den Haustürschlüssel einmal bekommen hat, auch wirklich sicher abschließt.»

Bei den bekannten Freeware-Programmen handele es sich um bewährte Software mit einer hohen Sicherheit, sagt Eggeling. Es stünde aber bei allen Varianten des Fernzugriffs die Vertrauensfrage im Raum, so Schneider. «Denn prinzipiell besteht auch bei einem Bekannten immer die Möglichkeit, dass das Passwort für den Fernzugriff in fremde Hände gelangt.»

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