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HD und optischer Zoom: Tipps für den Camcorder-Kauf

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Camcorder
Handlich und hochauflösend: Wer einen Camcorder kaufen will, sollte sich auf jeden Fall für ein HD-Gerät entscheiden. (Bild: Kumm/dpa/tmn)

am 20.05.2010 | Von Philipp Laage, dpa

Hamburg/Poing (dpa/tmn) - Camcorder werden immer kompakter und immer günstiger. Darüber hinaus steht der Verbraucher beim Kauf inzwischen vor einer unübersichtlichen Modellauswahl.

«Die fantastischen Begriffe, mit denen Hersteller ihre Produkte vermarkten, sind jedoch mit Vorsicht zu genießen», sagt Rainer Claaßen von der Zeitschrift «Audio Video Foto Bild». Am wichtigsten sind die klassischen Ausstattungsmerkmale.     

Wer sich einen Camcorder zulegen möchte, sollte zunächst darauf achten, dass das Gerät in High-Definition aufnimmt. «In den Wohnzimmern stehen immer mehr HDTV-Fernseher, und in absehbarer Zeit wird es gar keine anderen Geräte mehr geben», erklärt Claaßen. HD-Camcorder gibt es ab rund 300 Euro, wobei es sich um Auslaufmodelle handelt. Das Gerät sollte das Videoformat AVCHD beherrschen. «Nur Spontanfilmer, die mal zwischendurch einen Schnipsel aufzeichnen möchten, sind mit einem digitalen Fotoapparat mit Videofunktion besser bedient.»

Ein wichtiges Ausstattungsmerkmal bei HD-Camcordern ist der Zoombereich: Der optische Zoom sei ausschlaggebend, da der Digitalzoom lediglich für eine Pixelvergrößerung sorgt, erklärt Andreas Greil von der Fachzeitschrift «Video Homevision». «Den kann man also für die Beurteilung der Bildqualität vergessen.» Beim Zoomen stellt der Weitwinkelbereich das größte Problem dar, sagt Claaßen. «Wer beispielsweise ein größeres Gebäude filmen möchte, hat eventuell Schwierigkeiten, das Motiv ganz auf das Bild zu bekommen.» Zum Teil starteten die Kameras erst bei einem Bereich von 30 bis 40 Millimetern. Dies hänge aber nicht unbedingt vom Preis ab.

Im Tele-Bereich hätten die meisten Camcorder keine Probleme, sagt Claaßen. Hier übertrieben es die Hersteller bei manchen Modellen sogar etwas - schließlich machen Aufnahmen ab einem bestimmten Zoombereich ohne ein zusätzliches Stativ keinen Sinn. Das Bild wackelt dann zu stark. Deshalb sei für Teleaufnahmen ein guter Bildstabilisator unabdingbar. «Sonst entstehen schnell unruhige und wackelige Aufnahmen.» Die Systeme seien teilweise sehr unterschiedlich - mal besser, mal schlechter. Am besten nehme ein Kunde den Camcorder im Laden selbst in die Hand, rät Claaßen. Schließt er das Gerät an einen Bildschirm an, lässt sich durch die Testaufnahmen schnell beurteilen, wie gut der Stabilisator arbeitet.

Die Wahl des Speichermediums hingegen ist in den vergangenen Jahren eher nachrangig geworden. Camcorder, die auf Band aufzeichnen, gibt es fast nicht mehr. Beliebt sind Modelle mit SD-Speicherkarte. HD-Modelle starten hier bei etwa 600 Euro. Geräte mit integrierter Festplatte verfügen über bis zu 250 Gigabyte Speicher und liegen preislich bei 800 Euro und mehr. «Nachteil der Festplatte ist, dass es sich um ein rotierendes Teil handelt, das sehr empfindlich reagiert, wenn der Camcorder mal aus der Hand fällt», sagt Greil. Die Geräte seien außerdem etwas größer.

SD-Karten hingegen zeichneten sich gerade durch ihre kompakte Größe aus, sagt Stephan Madl vom Anbieter Sanyo. Deshalb sei dieses Speichermedium oft in Geräten mit sehr handlichen Abmessungen zu finden. Die Karten seien unempfindlicher gegen Erschütterungen, was vor allem bei Aufnahmen im Outdoor-Bereich ein wichtiger Aspekt ist. «Außerdem entstehen bei der Speicherung auf SD-Karte keine störenden Laufwerkgeräusche, da sie nicht wie beispielsweise DVDs mechanisch betrieben werden.» Die neueste SD-Karten-Spezifikation SDXC bietet Anwendern zukünftig eine sehr hohe Speicherkapazität - bis zu zwei Terabyte. Momentan sind Karten mit 64 Gigabyte erhältlich.      

Wer sich für einen Camcorder interessiert, sollte ebenfalls vorher unter verschiedenen Lichtbedingungen filmen und vor allem schauen, wie das Bild von dunkleren Motiven aussieht, rät Claaßen. «Außenaufnahmen bei Sonnenlicht sind für die meisten Camcorder kein Problem, aber bei Kerzenlicht trennt sich die Spreu vom Weizen.» Hier störten bei vielen Geräten Bildrauschen und eckige Konturen. Fast alle Camcorder verfügten über einen Low-Light-Modus, so Greil. Wie gut der ist, sollte direkt im Laden ausprobiert werden.

Filmer, die gerne etwas mehr aus ihrem Camcorder herausholen möchten, sollten dann noch auf die Vielfalt der manuellen Einstellungsmöglichkeiten achten, empfiehlt Greil. In manchen Situationen sei es zum Beispiel sinnvoller, die Blende oder den Weißabgleich individuell zu bestimmen. Wichtig sei am Ende auch, wie der Camcorder in der Hand liegt. Und wenn die Knöpfe nur sehr umständlich erreicht werden können, mache das Filmen ebenfalls keine Freude.

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