IT-News World - tägliche PC-, Internet- und IT-NewsIT-News World:   Home | Hier werben | Impressum |
 

 
 

Anzeige 
 
Startseite Aktuelles Berichte Tipps Spiele Surftipp Netzwelt News-Archiv
 
 
IT-News World » Berichte » Ohne Netz keine Action: Onlinezwang bei Computerspielen

Berichte

Ohne Netz keine Action: Onlinezwang bei Computerspielen

Bewertung:
Ohne Netz keine Action: Onlinezwang bei Computerspielen IT-News-World.de 0 5 1
Onlinezwang
Ohne Netz keine Action: Etliche aktuelle PC-Titel wie «Assassin's Creed 2» erfordern eine Internetverbindung. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

am 19.05.2010 | Von Sascha Rettig, dpa

Berlin/Karlsruhe (dpa/tmn) - Das Raubkopieren macht der Videospiele-Industrie nach wie vor stark zu schaffen - und deswegen macht es auch erfinderisch. Das zeigt sich derzeit bei einem neuen Kopierschutz, dem sogenannten DRM-Kopierschutz.

Der kommt unter anderem bei aktuellen Spielen von Ubisoft wie «Assassin's Creed 2» oder «Siedler 7» zum Einsatz. Allerdings bringt er einige Nachteile mit sich, die viele Spieler verärgern. Ursache für die Aufregung: Wer Titel mit dem Kopierschutz spielen will, muss permanent online sein.

«Dadurch soll sichergestellt werden, dass pro gekaufter Lizenz auch wirklich nur ein Spieler spielt», erklärt Olaf Wolters vom Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) in Berlin. Um das feststellen zu können, muss sich jeder Spieler auf dem Server registrieren und einen Online-Nutzerkonto erstellen, über den er sich vorm Spielen einloggt. «Durch eine ständige Verbindung wird gewährleistet, dass pro Key nur ein Nutzer angemeldet ist.»

Zwar hat auch das bei Electronic Arts erschienene «Command & Conquer 4» diesen Kopierschutz. Hauptsächlich wird er bislang allerdings vom Publisher Ubisoft eingesetzt. Betroffen sind dabei ausschließlich Spiele für den PC. «Das ist eine sehr strenge Variante des Kopierschutzes, die nur dann funktionieren kann, wenn es auch von der Seite des Anbieters keine Probleme gibt», sagt Wolters.

Doch schon da fingen die Schwierigkeiten an. «An zwei Wochenenden, nachdem 'Assassins's Creed 2' veröffentlicht wurde, gab es Störungen und Probleme mit dem Server», sagt Patrik Schönfeldt vom Verband für Deutschlands Video- und Computerspieler (VDVC) in Karlsruhe. Auch bei «Siedler 7» hat es bisweilen massive Probleme gegeben, so dass Nutzer nicht auf den Server zugreifen konnten oder aus einem laufenden Spiel geschmissen wurden.

Außerdem braucht der Spieler natürlich eine dauerhaft stabile Internetleitung. «Kommt es zu einer Unterbrechung der Verbindung, pausiert das Spiel», erklärt Christian Schmidt von der Zeitschrift «Gamestar». Manchmal ist die schnelle Internetverbindung, die der Kopierschutz voraussetzt, selbst bei festinstallierten PCs nicht vorhanden. «Im Hotel, am Strand oder im Zug kann man diese Games nicht mehr spielen.»

Für die Spieler bedeutet solch ein Onlinezwang, dass sie nicht mehr die volle Kontrolle über das erstandene Produkt haben. Das betrifft auch den Gebrauchtspielemarkt. «Ein Weiterverkauf des Spiels ist schließlich nicht mehr möglich», sagt Schönfeldt. «Zwar könnte man die Nutzerdaten mit verkaufen, allerdings ist die Weitergabe des Kontos nach den Lizenzvereinbarungen nicht erlaubt.»

Für den Publisher jedoch kann die Verbindung zum Nutzer informativ sein: «Es können auch Daten über das Nutzungsverhalten gesammelt werden», sagt Schmidt. «Also: Wie viele Spieler gibt es, wie oft und wie weit spielen sie das Game?»

Dauerhaft sicher ist solch ein DRM-Kopierschutz trotzdem nicht. Offenbar ist er aber für Hacker nicht ganz so leicht zu knacken. Bei «Assassin's Creed 2» ist das rund sechs Wochen nach Veröffentlichung geschehen. «Dass er geknackt wurde, ist allerdings nicht das Entscheidende, sondern die Periode, in der er nicht geknackt wurde», erläutert Schmidt. Bis dahin war das Spiel nur legal zu bekommen.

Olaf Wolters kann den Ärger der Spieler durchaus nachvollziehen: «Ich habe Verständnis für alle, die sich aufregen», so der BIU-Geschäftsführer. «Allerdings sollten die Raubkopierer, die diese Suppe eingebrockt haben und als Minderheit eine Mehrheit vor sich hertreiben, mit der Kritik belastet werden.» Vielleicht regelt auch der Markt das Problem mit dem Kopierschutz: In den Foren und Message Boards im Internet war von vielen Spielern zu lesen, dass sie solche Games in Zukunft gar nicht erst kaufen und boykottieren wollen.

Die Vorteile, die der Kopierschutz für die Gamer beispielsweise bei Titeln mit dem neuen DRM bringt, ist verglichen mit den Nachteilen überschaubar: «Man braucht keine CD oder DVD mehr einzulegen, weil das Spiel komplett auf der Festplatte installiert wird», erklärt Patrik Schönfeldt vom VDVC. «Außerdem lässt es sich auf mehreren PCs installieren, und die Spielstände sind online verfügbar.» An jedem dieser PCs lässt sich also weiterspielen, wo man aufgehört hat.

Eine Umfrage vom VDVC auf der Messe CeBIT unter mehr als 250 Spielern hat ergeben, dass vier von zehn Spielern schon vor der Panne einen Kauf von Einzelspieler-Games, die einen ständigen Online-Zugang erfordern, grundsätzlich ausschlossen. Nur etwa ein Drittel der Befragten sagten, bei solch einem Spiel bedenkenlos zuzugreifen. Damit standen viele Spieler Ubisofts neuem Kopierschutz schon kritisch gegenüber, als es noch gar keine Probleme damit gab.

IT-News als RSS-Feed lesen

« vorheriger Artikel
Ego-Shooter aus Fernost: «Lost Planet 2»
nächster Artikel »
Regisseur am Heim-PC: Software für die Videobearbeitung

Weitere News aus Berichte

Das neue Radio - Was es bei DAB+ zu beachten gibt

24.05.2012 | Von Samuel Acker, dpa | Berlin/München (dpa/tmn) - DAB+ trägt es schon im Namen: Das neue digitale Radio soll ein Plus zum bisherigen Hörfunk bieten - in Form von Bildern, Nachrichten und Infos zu Musiktiteln oder Sendungen. Doch nicht jedes DAB-Radiogerät ist dafür gerüstet.  .  Weiter lesen ...

Kryptische Kürzel - Gerätebezeichnungen sorgen für Verwirrung

23.05.2012 | Von Tobias Hanraths, dpa | Starnberg/Berlin (dpa/tmn) - Wer ein technisches Gerät anschaffen möchte, verliert oft zuerst die Übersicht - und dann die Nerven. Denn viele Hersteller geben ihren Produkten ellenlange und unverständliche Bezeichnungen. So lassen sich die kryptischen Kürzel entziffern:  .  Weiter lesen ...

Apps und Tools für USB-Sticks: Der Mini-PC in der Hosentasche

22.05.2012 | Von Thomas Joos, dpa | Korschenbroich (dpa/tmn) - USB-Sticks sind Alltag. Doch die kleinen Wegbegleiter können nicht nur Fotos, Dokumente und Videos speichern. Wer transportable Programme, sogenannte Portable Apps auf ihnen ablegt, hat seinen Mini-PC immer dabei.  .  Weiter lesen ...

Befehle vom Telefon: Fernsteuerungs-Apps für TV & Co.

18.05.2012 | Von Tobias Hanraths, dpa | Stuttgart (dpa/tmn) - Unterwegs den Router anschalten, aus der Ferne auf die Musiksammlung zugreifen und den Fernseher vom Nebenraum aus steuern: Remote-Apps machen es möglich. Allerdings kochen viele Hersteller ihr eigenes Süppchen, Universallösungen gibt es kaum.  .  Weiter lesen ...

Sprachen pauken für den Urlaub - Neue Apps und Lernprogramme

16.05.2012 | Von Cordula Dernbach, dpa | Berlin (dpa/tmn) - «Hallo», «Tschüss», «Bitte» und «Danke»: Wer im Urlaub mehr als nur diese Sprachfetzen beherrschen will, kann fremde Begriffe und Vokabeln mit elektronischen Helfern lernen. Unter den neuen Programmen gibt es auch Angebote für Kinder.  .  Weiter lesen ...

Weitere News aus dem Bereich Berichte »

 

Seniorin surft im Netz / ARD/ZDF-Offlinestudie 2009: Vor allem ältere Frauen ab 60 Jahren nutzen kein Internet - sie bevorzugen klassische Medien wie Presse, Fernsehen und Radio. (Bild: dpa)
 
     
 

Anzeige