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Outdoor-Urlaub: Solarstrom bringt Handys auf Touren

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Ladegerät
Unabhängig von der Steckdose: Solar-Ladegeräte versorgen kleine elektronische Geräte wie ein Handy unterwegs mit Strom. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

am 13.05.2010 | Von Sven Appel, dpa

Stuttgart (dpa/tmn) - Manchmal soll es einfach einsam sein: Fernab der Zivilisation ein Zelt aufzuschlagen und die Natur zu genießen, ist für viele Luxus pur. Doch selbst der größte Outdoor-Freak hat in der Tundra oder im Himalaya Elektronik im Gepäck.

Und ob es eine Digitalkamera, ein MP3-Spieler oder ein GPS-Gerät ist: Strom brauchen sie alle. Batterien sind aber selbst bei sparsamstem Gebrauch irgendwann leer. Fehlt dann eine Steckdose, stellt sich die Frage nach der Energiegewinnung.

Eine Möglichkeit, leere Akkus unterwegs unabhängig vom Stromnetz aufzuladen, sind Solar-Ladegeräte. Die gibt es von verschiedenen Herstellern in verschiedenen Ausführungen. Von Varta zum Beispiel stammt der Solar Charger. Das Gerät ist ein bisschen größer als eine Zigarettenschachtel und bietet Platz für zwei AA-Akkus. Sie lassen sich aufladen, indem der Charger via USB-Kabel zum Beispiel an einen PC angeschlossen wird - oder indem das Solarpanel ausgeklappt und zur Sonne hin ausgerichtet wird.

Der Solar Charger kann neben den eingelegten AA-Akkus auch diverse Handymodelle und ihre eingebauten Akkus mit Strom versorgen. Zu den kompatiblen Handys gehören - abhängig vom mitgelieferten Adapter - Modelle von Sony Ericsson, LG, Samsung, Motorola, Blackberry und Nokia, erläutert Martin Schräer von Varta. Außerdem zum Lieferumfang gehört ein Mini-USB-Adapter, mit dem sich weitere Mobiltelefone anschließen lassen.

Der Outdoor-Spezialist Vaude hat ebenfalls Solar-Ladegeräte im Programm. Da ist laut Produktmanager Matthias Kimmerle zum Beispiel das Modell VD-1500: «ein ganz leichtes Gerät für die Stadtmenschen, die im Café ihr Handy aufladen wollen.» Leicht oder schwer - das ist relativ: Nicht ganz 200 Gramm wiegt das VD-1500, fast doppelt so viel wie ein aktuelles Handy. Allerdings hat sich Vaude dafür entschieden, Solarpanel und Ladeelektronik beim VD-1500 und beim größeren VD-2250 zu trennen. Das Panel lässt sich an den Rucksack oder die Tasche heften und profitiert so laufend vom Sonnenschein.

Vom Hersteller Bresser gibt es gar einen Rucksack mit eingebautem Solarpanel und einer Leistungsaufnahme von 1,5 Watt - der Preis: rund 100 Euro. Wer unterwegs nicht auf sein iPhone verzichten will, dem bietet der gleiche Hersteller ein dafür konzipiertes Solar-Ladegerät an, das direkt an das Apple-Handy gestöpselt wird. Allerdings lässt sich das iPhone auch mit jedem anderen Ladegerät versorgen, das einen USB-Anschluss hat.

Bei Markus Eckstein von der Zeitschrift «Connect» hält sich die Begeisterung über Solar-Ladegeräte allerdings in Grenzen: «Mir ist der Verwendungszweck nicht ganz klar.» Zumal in unseren Breitengraden eine Steckdose eher zur Verfügung steht als die Sonne. «Hinzu kommen die langen Ladezeiten.»

Sieben bis acht Stunden dauere es, bis das Solar-Ladegerät fürs iPhone aufgeladen ist, sagt Dietmar Kock vom Hersteller Bresser. Und dazu kommen noch mal rund zwei Stunden, bis das iPhone selbst geladen ist. Und um mit Vartas Solar Charger Akkus für eine Kompaktkamera zu speisen, braucht es nach Angaben des Herstellers rund 18 Stunden. Die Dauer hängt dabei auch von der Intensität der Sonneneinstrahlung ab.

Wer unterwegs eine zweite Ladung Strom schnell zur Verfügung haben will, dem empfiehlt Markus Eckstein den Einsatz von Powerpacks. Technisch gesehen sind das - vereinfacht gesagt - Akkus, die Strom an andere Akkus abgeben. Solche Geräte gibt es etwa von Energizer und von Varta. V-Man Power Pack heißt das Produkt von letzterer Firma. Es besteht aus dem Powerpack, das etwa die Größe eines Handys hat, und einem Ladegerät.

Während die genannten Ladegeräte und Powerpacks genug Saft haben, um Kameras und Mobiltelefonen die zweite Luft zu verleihen, müssen sie bei mobilen Rechnern passen. Energizer verspricht aber Nutzern seines Powerpacks XP8000 bis zu drei Stunden Strom fürs Netbook. Und das XP18000 soll Notebooks bis zu sechs Stunden Energie liefern.

Letztlich müssen Käufer abwägen, in welchem Umfang sie eine Stromreserve benötigen. Geht es nur darum, ein paar zusätzliche Fotos während der Trekkingtour schießen zu können, tun es wahrscheinlich auch Ersatzakkus. Wird für kurze Zeit zusätzlich Strom unabhängig von Sonne und Steckdose fürs Handy oder GPS benötigt, sind Powerpacks eine gute Wahl. Und wer länger in der Wildnis unterwegs ist, greift zur Solar-Lösung.

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