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Neue Smartphones: Palm will es noch einmal wissen

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Palm Pre Plus
Besser ausgestattet als der Vorgänger: Der Palm Pre Plus hat 16 statt 8 Gigabyte Speicher. (Bild: Palm/dpa/tmn)

am 29.04.2010 | Von Christoph Dernbach, dpa

Hamburg (dpa/tmn) - Der Taschencomputer-Pionier Palm unternimmt Ende April einen neuen Versuch, dem iPhone und anderen Smartphones Konkurrenz zu machen. Bislang hat das kalifornische Unternehmen den Palm Pre in Deutschland nur über O2 vertrieben.

Künftig werden die neuen Internet-Handys des Unternehmens - Pre Plus und der kleinere Pixi Plus - auch in den Shops von Vodafone zu haben sein. «Wir sind stolz, dass wir nun zwei leistungsfähige Partner in Deutschland haben», sagte Palm-Chef Jon Rubinstein.

Die erste Generation des Palm Pre erhielt zum Marktstart im Sommer 2009 in Testberichten durchweg Bestnoten. Besonders das moderne Betriebssystem WebOS überzeugte die Tester. Doch im Wettbewerb mit dem Apples iPhone und den Handys mit dem Android-Betriebssystem von Google konnte der Pre bislang nicht mithalten - zumindest was die Absatzzahlen betrifft.

Den Pre Plus hat Palm besser ausgestattet: Mussten sich Nutzer beim Vorgänger noch mit acht Gigabyte Hauptspeicher begnügen, hat das neue Smartphone die doppelte Speichermenge an Bord. Damit kann das Betriebssystem auch eine Stärke besser ausspielen als bisher: WebOS ermöglicht im Gegensatz zu iPhone OS oder dem meisten anderen Smartphone-Systemen echtes Multitasking. Die Anwender können mehrere Programme gleichzeitig geöffnet halten und zwischen verschiedenen Apps genannten Anwendungen hin und her springen. Bei den meisten anderen Smartphones werden sie dagegen gezwungen, erst die laufende App zu schließen, um eine andere öffnen zu können.

Laut dem Technik-Blog Gizmodo ist von der gegenüber dem Vorgänger schnelleren Hardware des Pre Plus bei Routinearbeiten wie Surfen und E-Mail nicht viel zu merken. Der größere Arbeitsspeicher zahle sich erst aus, wenn eine größere Zahl von Apps gleichzeitig geöffnet wird: zehn oder mehr.

Palm Pixi Plus
Besser ausgestattet als der Vorgänger: Der Palm Pre Plus hat 16 statt 8 Gigabyte Speicher. (Bild: Palm/dpa/tmn)

Im Vergleich zum iPhone überzeugen die Palm-Smartphones mit den größeren Freiheiten, die dem Anwender eingeräumt werden. Das beginnt schon bei der Inbetriebnahme: Während das iPhone eine einmalige Aktivierung über einen angeschlossenen PC oder Mac voraussetzt, kann man die Palm-Geräte ohne jede Verbindung zu einem Computer starten. Auch das Aktualisieren des Betriebssystems findet bei Pre Plus und Pixi Plus «Over the air», also über das Mobilfunknetz, statt.

Flexibler als das iPhone ist der Palm Pre Plus auch bei der Frage, wie man einen PC, eine mobile Spielekonsole oder einen Tablet-Computer wie das iPad unterwegs mit dem Internet verbinden kann. Mit der Anwendung «Mobile Hotspot» kann man das Palm-Gerät in einen mobilen WLAN-Router verwandeln und so einen kabellosen und mobilen Internetzugang ermöglichen. Das ist praktisch - allerdings beansprucht der Hotspot-Betrieb den Akku des Palm Pre erheblich, so dass man bei längerer Nutzung besser das Netzteil einstöpselt oder das Gerät auf die futuristische drahtlose Ladestation Touchstone legt. Außerdem wird der Pre Plus bei längerem Betrieb recht warm.

Defizite im Vergleich zum iPhone und auch zu Android-Handys haben die beiden Palm-Smartphones noch beim Software-Angebot. Während der iTunes App Store aus allen Nähten platzt und der Android Marketplace inzwischen auch üppig bestückt ist, gibt es für WebOS noch nicht so viele Apps. Doch Palm hat in den vergangenen Monaten nachgebessert. So bietet der eigene App Catalog inzwischen 3D-Spiele wie «Need for Speed Undercover», «Real Football 2010», «Die Sims 3» oder «Let's Golf». Stark sind auch die Anwendungen, die die Palm-Handys mit sozialen Netzwerken wie Facebook oder LinkedIn verbinden.

Der 139 Gramm schwere Pre Plus hat eine Schiebetastatur und einen im Vergleich zum Pixi Plus etwas größeren Bildschirm. Letzterer wiegt nur 94 Gramm, ist dünner und hat eine QWERTZ-Tastatur direkt unter dem Display. Palm hat Pixi Plus mit acht Gigabyte Hauptspeicher ausgestattet.

In einem Zweijahresvertrag von Vodafone wie dem SuperFlat Internet kostet der Pre Plus 150 Euro, der Pixi Plus 50 Euro. Bei O2 erhält man den Pre Plus für eine Anzahlung von 29 Euro und 24 Monatsraten zu je 20 Euro ohne Vertragsbindung. Beim Pixi Plus werden eine Anzahlung von 29 Euro und 24 Monatsraten von 15 Euro fällig.

Joshua Topolsky, Chefredakteur des Technik-Blogs Engadget, spekuliert darauf, dass neue Anwendungen für WebOS den Pre Plus im Vergleich zu den Wettbewerbern nach vorne bringen. «Palm hat nicht das schnellste Smartphone, nicht die höchste Bildschirmauflösung und sicherlich nicht die größte Auswahl an Programmen.» Es habe aber eine brillante Plattform mit großem Potenzial, die die Art und Weise verändern könnte, wie Nutzer mit dem Handy leben und arbeiten.

Der Technikdienst golem.de lobt die Qualität des neuen Smartphones, kritisiert aber den Preis: «Pre Plus ist eindeutig das bessere Pre-Modell, ist aber zum Marktstart im Vergleich zum Pre mit einem Preis von 510 Euro überteuert.»

Bildergalerie
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