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Die WM ganz groß im Bild - Beamer zum Fußball gucken

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Fußball gucken
Großes Bild, aber kein Gedränge wie beim Public Viewing: Mancher Fußballfreund schafft sich für die WM einen Beamer an. (Bild: Tittel/dpa/tmn)

am 22.04.2010 | Von Sven Appel, dpa

Stuttgart (dpa/tmn) - Beim Fußball gucken muss man sich entscheiden: Public Viewing ist nichts für Zeitgenossen, die große Menschenansammlungen generell meiden. Und die WM daheim am Fernseher zu verfolgen, ist bisweilen trostlos.

Richtig Spaß macht die Sache am ehesten in einem größeren, ausgewählten Freundeskreis, mit schnellem Zugriff auf ein gekühltes Bier. Eine Art Semi-Public-Viewing also - für das ein Beamer die technische Grundlage schafft.

Doch Vorsicht: Wer seinen tollen Projektor im Garten oder auf der Terrasse zum Einsatz bringen will, wird womöglich enttäuscht sein. Denn typische Heimkinobeamer sind gut fürs abgedunkelte Wohnzimmer, erklärt Roland Seibt von der Zeitschrift «Video/HomeVision». Kommt dagegen Tageslicht ins Spiel, ist oft ein blasses Bild das Ergebnis, Spieler und Ball sind kaum noch zu erkennen.

«Deshalb muss ein WM-Beamer, wenn man ihn denn so nennen will, besonders leuchtstark sein», rät der Experte. Gemessen wird die Leuchtkraft bei Beamern in ANSI-Lumen. «Man sollte auf eine hohe Lichtleistung von mindestens 2000 ANSI-Lumen achten, die eine Verdunkelung des Wohnzimmers überflüssig macht», sagt Günter Grefen, bei Casio Europe für Beamer zuständig.

Wie viel Leuchtkraft nötig ist, hängt auch von der gewünschten Größe des projizierten Bildes ab: Je größer, desto heller muss der Beamer strahlen, erläutert Torsten Springer vom Hersteller Benq. Aus welchem Abstand der Beamer welche Bilddiagonale hinbekommt, geht aus der sogenannten Projektionsratio hervor. «Die finden sie in der Regel in der Artikelbeschreibung.»

Geeignet sind Roland Seibt zufolge vor allem Modelle, die mit der DLP-Technologie arbeiten. Sie seien generell etwas leuchtstärker. Die genannten Eigenschaften treffen oft auf sogenannte Cross-Over-Modelle zu. Sie lassen sich einerseits gut im Beruf für Präsentationen nutzen, andererseits sind sie für Videospiele und gelegentliches Filme gucken geeignet. Richtige Heimkinofans werden damit aber kaum ihren Spaß haben. Sie brauchen Beamer, die auch bei dunklen Bildern noch deutliche Unterschiede darstellen.

Die Auflösung spielt beim Fußball zwar keine so große Rolle. Ein «HD ready»-Modell mit 720p-Zeilendarstellung sollte es aber sein. Full HD braucht es nicht unbedingt. Denn selbst die HD-Programme von ARD und ZDF - die beiden Sender, die die WM ausstrahlen - werden nur in 720p übertragen. Geeignete Geräte gibt es zu Preisen ab rund 500 Euro. Ein grandioses Bild darf der Käufer dafür nicht erwarten: «Das Gras hat da nicht seine natürliche Farbe, auch die Spielergesichter sehen etwas merkwürdig aus», sagt Roland Seibt.

Vor dem Kauf eines WM-Beamers sollte auch überlegt werden, wo das Gerät stehen wird. Ein hoher Zoom-Faktor sorge dafür, dass man den Aufstellungsort recht flexibel wählen kann, sagt Günter Grefen von Casio. Wer weiß, dass der Beamer sehr nah an der Projektionsfläche stehen wird, kann auch ein Kurzdistanz-Modell wählen. Diese Geräte werfen schon aus einer Entfernung von einem bis eineinhalb Metern ein Bild mit 60-Zoll-Diagonale an die Wand.

Als großer Vorteil erweist sich im Hinblick auf die Bildqualität eine spezielle Leinwand, die die Leuchtkraft des Beamers besser ausnutzt als ein weißes Bettlaken oder eine weiße Wand. Allerdings kostet so eine Leinwand gut und gerne 300 Euro. Das steht kaum in einem vernünftigen Verhältnis zum Kaufpreis eines günstigen Beamers. Aber ob Leinwand oder Laken: Wichtig ist, beim Aufstellen darauf zu achten, dass direkte Sonneneinstrahlung auf die Projektionsfläche vermieden wird.

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