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Museen erinnern an deutschen Computer-Erfinder Zuse

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Konrad Zuse
Der Computer ist eine Erfindung aus Deutschland: Zum 100. Geburtstag des Ingenieurs Konrad Zuse (1910-1995) erinnern sechs Museen an den Computerpionier. (Bild: dpa)

am 19.04.2010 | Von Ulrike von Leszczynski, dpa

Berlin (dpa) - Der Computer ist eine Erfindung aus Deutschland: Mit diesem Merksatz startet das Berliner Technikmuseum in ein Erinnerungsjahr, das dem Berliner Computer-Pionier Konrad Zuse (1910-1995) gewidmet ist.

Zum 100-jährigen Geburtstag des Ingenieurs wollen bundesweit sechs Museen seine Leistungen ins Gedächtnis rufen. Denn Zuse ist ziemlich in Vergessenheit geraten. «Der Computer stammt nicht aus Amerika, und Bill Gates hat ihn auch nicht nicht erfunden», sagt Berlins Museumsdirektor Dirk Böndel all jenen, die seinen Merksatz erst einmal nicht glauben wollen. Ganz genau genommen sei der erste Computer der Welt ein Berliner.

Nach den Recherchen des Technikmuseums baute Konrad Zuse 1936 in seinem Berliner Wohnzimmer den ersten programmgesteuerten digitalen Computer. Die Maschine mit dem Namen «Z1», die heute als Nachbau im Museum steht, war so groß wie ein Doppelbett. Bauingenieur Zuse erdachte in den 40er Jahren auch die erste universelle, algorithmische Programmiersprache der Welt. Seine Erfindungen, die viele Mathematiker und Informatiker heute noch genial nennen, begründete Zuse stets humorvoll: Er sei zu faul zum Rechnen.

Zuse war seiner Zeit mit seinem Z1-Computer nach Einschätzung heutiger Informatiker um rund 10 Jahre voraus. Genutzt hat ihm das nicht viel. Zuses große Erfindungen fielen in die Zeit des Nazi- Regimes in Deutschland, dessen Nähe Zuse nach Angaben seines Sohnes Horst bewusst nicht suchte. Nach dem Zweiten Weltkrieg erkannte in Westdeutschland kaum jemand das Potenzial von Computern. Mit seiner eigenen Firma Zuse KG im hessischen Neukirchen (Kreis Hünfeld) konnte der Erfinder ab 1949 keine großen Erfolge verbuchen. Aufträge brachten nicht genug Geld herein, um die immensen Entwicklungskosten zu finanzieren. Subventionen gab es noch nicht.

In den USA war unterdessen IBM zur Konkurrenz geworden, in Deutschland starteten Siemens und Telefunken durch. 1967 musste Zuse seine verschuldete Firma notgedrungen an Siemens verkaufen. Reich geworden sei er dabei nicht, sagt sein Sohn. Die Grundgedanken der Zuse-Erfindung aber steckten bis heute in jedem Prozessor.

Ausstellungen gibt es in diesem Jahr neben Berlin in Dresden, Paderborn, Hünfeld (Hessen), Hoyerswerda und Kiel.

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