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Privatsphäre wahren: Netzwerk-Profil nach Bedarf sichern

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Einstellungen
Das geht euch gar nichts an! Netzwerk-Nutzer sollten sich mit den Privatsphäre-Einstellungen beschäftigen. (Bild: Remmers/dpa/tmn)

am 13.04.2010 | Von Florian Oertel, dpa

Hamburg (dpa/tmn) - Netzwerk-Usern wird permanent eines geraten: es mit ihren Profilen zu halten wie der Metzger, der das «Wir müssen leider draußenbleiben»-Schild an die Tür hängt.

Nur dass sie keine Hunde aussperren sollen, sondern Surfer - am besten alle, die keine Freunde oder auch Verwandte sind. Doch welche Möglichkeiten haben Nutzer bei den verschiedenen Netzwerken, die Privatsphäre-Parameter an die persönlichen Bedürfnisse anzupassen. Wichtiger Punkt bei der Überprüfung (Stand: 1. April 2010): Wie privat sind Profile von neuen Nutzern oder von solchen, die sich darum noch nie gekümmert haben?

Facebook: Hier sind die «Privatsphäre-Einstellungen» oben rechts auf der Seite unter «Konto» zu finden. Wer sich als Neumitglied dann zu den «Profilinformationen» klickt, wird feststellen: Eine ganze Reihe von Infos wie Interessen, der Beziehungsstatus («single» oder auch «in einer Beziehung») sowie Statusmeldungen sind für alle zu sehen. Fotos oder Videos im eigenen Profil können dagegen nur Freunde und deren Freunde angucken. Wem das nicht recht ist, der sollte hier in etlichen Punkten Einschränkungen vornehmen.

Das gilt etwa auch unter «Anwendungen und Webseiten» und dort beim Punkt «Was deine Freunde über dich mit anderen teilen können». Hier geht es um die Frage, auf welche für «Alle» sichtbaren Informationen im Profil Anwendungen - etwa Anbieter von Grußkarten - Zugriff haben, die Freunde nutzen. Und standardmäßig ist das Zugriffsrecht ziemlich umfangreich. Eine zentrale Rolle spielt der Punkt «Suche»: Wer hier hinter «Öffentliche Suchergebnisse» nicht das Häkchen entfernt, ist mit ebenjenen und mit sämtlichen für «Alle» freigegebenen Daten über Suchmaschinen auffindbar.

MeinVZ/StudiVZ: Wer sich hier erstmals einloggt, bekommt sofort den Hinweis, er sei «unsichtbar». Was das bedeutet, wird nach einem Klick auf «Meine Privatsphäre» - unter dem Profilfoto - deutlich: Der Nutzer erscheint nicht in der profileigenen Suche. Wer ihn trotzdem aufspürt, kann auf seiner Seite nichts sehen. Aus Datenschutz-Sicht ist das vorbildlich - was jüngst etwa die Stiftung Warentest nach einer Untersuchung sozialer Netzwerke betont hat.

Auf der anderen Seite halten die Betreiber richtigerweise fest: «Mehr Spaß macht es, wenn Du zumindest einen Teil Deiner Infos für andere freigibst.» Wechselt man mit dem Häkchen von «Nichts» zu «Bruchstücke», kann jeder Nutzer das Profil über die Suchfunktion ausfindig machen. Aber nur Freunde und deren Freunde bekommen alle Informationen darin zu Gesicht. Und was der Rest sehen darf und was nicht, lässt sich im einzelnen festlegen.

Wer-kennt-wen: Bei diesem Netzwerk, hinter dem RTL steht, liegt die «Privatsphäre» hinter dem Punkt «Einstellungen», ganz rechts in der hellblauen Menüleiste. Ähnlich wie bei Facebook ist es hier Standard, dass viele Informationen für alle Nutzer sichtbar sind. Etwas eigenartig: Neulinge sehen in ihrem Profil den Namen eines Nutzers, der sie angeblich eingeladen hat.

Ebenso standardmäßig bekommt der Nutzer zu ihm passende Werbung und regionale Reklame, er kann aber jeweils zu «Allgemeine Werbung» wechseln. «Computer Bild» hob die Wechselmöglichkeit kürzlich positiv hervor, gab jedoch für den Umstand, dass überhaupt Nutzerdaten für «zielgruppenspezifische Werbung» verwendet werden, eine leichte Abwertung.

Bei Facebook zum Beispiel lässt sich die Werbung mit persönlichem Zuschnitt überhaupt nicht abstellen. Grundsätzlich sollten Nutzer sozialer Netzwerke allerdings im Hinterkopf haben: Diese finanzieren sich vor allem über Werbung. Da wäre der Wunsch unrealistisch, von allgemeiner und persönlicher Reklame komplett verschont zu bleiben.

Xing: Passgenaue Werbung bekommen Nutzer des Business-Netzwerks nicht. Das dürfte vor allem daran liegen, dass hier zwar das normale Anmelden wie bei den anderen Netzwerken gratis ist, eine komfortable Premium-Mitgliedschaft aber mindestens knapp 5 Euro pro Monat kostet.

Zu «Meine Privatsphäre» geht es hier über «Start» ganz links in der grünen Menüleiste und dann über «Einstellungen». Profile von Frischlingen stehen erstmal sperrangelweit offen. So sind sie über Suchmaschinen auffindbar, auch Nicht-Mitglieder können sie ansehen.

Andererseits: Xing ist zum Knüpfen beruflicher Kontakte da, gerade mit Menschen, die man bis dato nicht kannte. Wer den insbesondere auf einer solchen Plattform dringenden Ratschlag beherzigt, sich als seriöser Zeitgenosse zu präsentieren, sollte also mit der Transparenz kein Problem haben. Und ist das doch der Fall, dann schränkt er die Zugriffsrechte eben ein.

Lokalisten: Zwar ist es auch anderswo möglich, sich nicht unter eigenem Namen zu bewegen. Aber Neu-Lokalisten werden sofort darauf hingewiesen, dass sie einen Spitznamen verwenden können. Mindestens fragwürdig ist dagegen: Beim Anmelden fragt das Programm nicht nach dem Familienstand - und nach dem ersten Einloggen ist man trotzdem, für alle Nutzer sichtbar, «Single». Garantiert nicht zufällig direkt daneben eingeblendet ist das Logo eines Flirt-Portals.

Darüber hinaus ist für Freunde zunächst einmal so ziemlich alles zu sehen, was das Neumitglied an Infos eingetippt hat. Und «Alle» können immerhin etwa in Profilbildern und Fotoalben stöbern sowie sich vom Nutzer hochgeladene Videos ansehen. Hier empfiehlt es sich, unter «Privatsphäre einstellen» nachzujustieren. Die Klickfläche dafür liegt direkt unterhalb des Profilfotos.

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