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Shoppen im Web: Nicht nur auf Bezahlsysteme achten

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Bezahlsysteme
Online-Käufer können sich häufig zwischen etlichen Bezahlsystemen entscheiden - noch wichtiger ist aber die Entscheidung für einen vertrauenswürdigen Händler. (Bild: dpa/tmn)

am 07.04.2010 | Von Sebastian Knoppik, dpa

Hamburg/Düsseldorf (dpa/tmn) - Drei, zwei, eins - noch nicht ganz meins: Bevor der Briefträger die Ware bringt, steht das Bezahlen an. Dabei haben Käufer oft die Qual der Wahl: per Kreditkarte, mit Systemen wie Paypal und Click & Buy oder per Bankeinzug oder Überweisung.

Doch die optimale Variante gibt es nicht. Käufer überzeugen sich deswegen besser vor allem von der Seriosität des Händlers. Wer nach dem perfekten Weg sucht, den kann Frank Rieger vom Chaos Computer Club (CCC) in Hamburg nur enttäuschen: «Es gibt kein System, das alle Anforderungen erfüllt.» Die technische Sicherheit sei bei allen Systemen etwa gleich hoch. Der Nutzer müsse aber eben Daten online versenden. «Und dabei besteht die Gefahr, dass der Server des Händlers geknackt wird und meine Kontodaten abgerufen werden.»

Rieger rät deshalb, beim Bezahlen den maximal abrufbaren Betrag festzulegen, falls die Daten abgefangen werden. «Das ist etwa durch eine Prepaid-Kreditkarte möglich, die inzwischen auch in Deutschland bei vielen Banken erhältlich ist.» Oder man verwendet statt des Gehalts- ein Zweitkonto, auf dem nur ein überschaubarer Betrag liegt.

Auf jeden Fall sollten Online-Käufer darauf achten, dass die Daten verschlüsselt über eine sichere SSL-Verbindung übertragen werden. Bei vielen Browsern ist das an einem kleinen Schlüssel zu sehen. Außerdem sollte der Computer Sicherheitsstandards erfüllen, betont Rieger: «Man sollte nicht mit einem alten Windows 95 surfen und ein regelmäßiges Sicherheits-Update des Betriebssystems machen.»

Daten direkt im Shop oder Auktionshaus einzugeben, ist laut Markus Feck immer ein potenzielles Risiko: «Die Preisgabe von Daten bedeutet Missbrauchsgefahr», sagt der Jurist von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Nutzer von Paypal oder Click & Buy umgehen das. «Dabei zahle ich das Geld nicht direkt an den Händler, sondern quasi auf ein Treuhandkonto.»

Unterm Strich unterscheiden sich die gängigen Verfahren in puncto Sicherheit auch nach Auffassung von Isabel Münch vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) kaum: «Viel wichtiger ist daher, dass es sich um einen seriösen Händler handelt.» Das gilt umso mehr, wenn dieser die Ware erst versendet, wenn die Rechnung per Überweisung beglichen ist. «Bei Vorkasse laufe ich Gefahr, dass ich die Ware nicht erhalte», warnt Markus Feck.

Relativ sicher sind nach Meinung der Experten Bank-Lastschriften und Kreditkartenbuchungen. «Erteilt man eine Einzugsermächtigung, hat man ein Rücktrittsrecht», erklärt Feck. Der Kunde müsse den Widerruf allerdings bis maximal acht Wochen nach der Belastungsbuchung geltend machen. Ebenfalls sei es möglich, unberechtigte Kreditkartenbuchungen bei der Kartengesellschaft zurückzuweisen.

Ob einem Web-Laden zu trauen ist, lässt sich laut Münch etwa an Gütesiegeln erkennen. Inzwischen gibt es aber jede Menge davon. «Gütesiegel werden von der Initiative D21 bewertet. Einen Überblick gibt es auf der Webseite 'internet-guetesiegel.de'.» Rieger sieht dies dagegen kritisch: «Diese Zertifikate sind wirklich Unsinn. Die werden von Firmen vergeben, die dafür Geld nehmen.» Er empfiehlt eher, einen unbekannten Shop bei Google zusammen mit dem Wort «Probleme» einzugeben und nach negativen Beiträgen zu dem Händler zu suchen.

Infos

Kein Daten-Striptease Beim Online-Shopping sind Verbraucher besser nicht nur beim Nennen von Kontodaten vorsichtig. Auch andere personenbezogene Informationen sollten sie nur angeben, wenn es für die Bestellung sein muss: «Man sollte die Daten, die man hinterlässt, unbedingt minimieren», empfiehlt Frank Rieger vom Chaos Computer Club. Den Händler gingen die persönliche Daten nichts an: «Es gibt beispielsweise keinen Grund, in einem Onlineshop sein Geburtsdatum anzugeben.»

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