IT-News World - tägliche PC-, Internet- und IT-NewsIT-News World:   Home | Hier werben | Impressum |
 

 
 

Anzeige 
 
Startseite Aktuelles Berichte Tipps Spiele Surftipp Netzwelt News-Archiv
 
 
IT-News World » Berichte » Anonym durchs Netz: Software verwischt Spuren

Berichte

Anonym durchs Netz: Software verwischt Spuren

Bewertung:
Anonym durchs Netz: Software verwischt Spuren IT-News-World.de 0 5 2
Anonym durchs Netz
Wer surft denn da? Software soll dafür sorgen, dass Nutzer anonym im Netz unterwegs sind. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

am 27.01.2010 | Von Andreas Thieme, dpa

Regensburg (dpa/tmn) - Wie Spaziergänger im Schnee hinterlassen Netznutzer Spuren. Jede Site, die ein Anwender aufruft, protokolliert neben Datum und Uhrzeit des Besuchs auch Tätigkeiten wie Downloads.

Mindestens sechs Monate lang bleiben die Daten online gespeichert - für manchen ein beunruhigender Gedanke. Tarnung bietet spezielle Anonymisierungs-Software. Die Programme haben aber auch Nachteile.

«Entscheidend im Anonymisierungsprozess ist die Verschleierung der eigenen IP-Adresse», erläutert Hannes Federrath, Professor für Wirtschaftsinformatik an der Uni Regensburg. Die IP-Adresse ist eine Art Hausnummer, die der Provider während des Surfens dem Computer zuordnet, damit der Inhalt einer Webseite dargestellt werden kann. Zusätzlich werde die Kennung in einer Protokolldatei gespeichert.

Der Abgleich der IP-Adresse mit den Daten des Providers erzeugt die «Spuren», so Mathias Otten von der Zeitschrift «Computerbild». Dem Provider ermögliche das, Online-Aktivitäten der Kunden zu beobachten. «Dadurch sind Rückschlüsse auf private oder berufliche Geschehnisse möglich», erläutert Federrath.

Anonymisierungs-Programme verändern die Kommunikation des Rechners mit der Webseite. Laut Otten senden die meisten Seitenanfragen über eine verschlüsselte VPN-Verbindung zum Provider. Dieser sehe zwar den Datentransfer noch, könne den Inhalt aber nicht mehr lesen. In einem zweiten Schritt gehe die Anfrage vom Provider zum Anonymisierer, der sie entschlüsselt und über zwischengeschaltete Proxy-Server tarnt. «Der entschlüsselte Seitenabruf erhält nun die IP-Adresse dieses Dienstes, was die Identifizierung des Nutzers sehr schwierig macht.»

Einige Programme arbeiten mit «NAT-Routing». Dabei wird mehreren Nutzern eine identische IP zugewiesen. «Wer welche Internetseite besucht, lässt sich später kaum noch nachvollziehen», sagt Otten. Je mehr Nutzer zeitgleich einen Dienst nutzen, desto besser die Tarnung.

Die Tarnung hat aber auch Nachteile. Die Zwischenschritte in der Verbindung drosseln oft das Tempo, sagt Frank Ziemann, EDV-Berater aus Berlin. Trotz DSL könne das Surfen auf Modemqualität verlangsamt werden. Anwender sollten daher überlegen, ob wirklich jeder Download anonym laufen muss. Zu bedenken sei auch, dass die Software die Daten zwar schützt, sie aber auch registriert und so womöglich Einsicht in Vertrauliches erhält. «Eine komplette Anonymität ist kaum möglich.»

Gute Software ist meist nicht gratis, wie «Computerbild» jüngst im Test ermittelt hat. Testsieger wurde «Cyber Ghost VPN 6» von S.A.D., das die Webkommunikation des Rechners verschlüsselt und die Verbindung kaum verlangsamt. Wer den Dienst ein Jahr lang nutzen will, muss 70 Euro berappen. Eine viel billigere, aber dennoch zuverlässige Variante ist «JAP» von JonDo für 10 Euro.

Mathias Otten rät, Gratisversionen der Programme zu testen. Zwar unterstützten sie nicht alle Protokolle, und der Datentransfer sei teils auf ein Gigabyte pro Monat begrenzt. Für viele Normalanwender reiche das aber. Unangenehmer seien längere Warteschlangen für die Testnutzer oder Fehler beim Anonymisieren. Ein häufig verwendetes Gratis-Programm sei «TOR» (www.torproject.org/index.html.de). Es sei sicher, allerdings eher langsam.

Infos

Cookies löschen Beim Besuchen von Webseiten werden auf dem Rechner standardmäßig «Cookies» abgelegt. Anwender sollten sie löschen, rät EDV-Berater Frank Ziemann. Anderenfalls wird der entsprechende Cookie bei der Rückkehr auf eine bereits besuchte Seite zurückgesendet, und der Besucher wird erkannt. So könnten die Betreiber Nutzerstatistiken ermitteln und etwa «persönliche Favoriten» oder spezielle Werbung einblenden. Zum Entfernen der Cookies empfiehlt Ziemann das kostenlose Tool «CCleaner» (www.ccleaner.com). Es geht aber zum Beispiel im Firefox-Browser auch unter «Extras», «Einstellungen», «Datenschutz».

Links

IT-News als RSS-Feed lesen

« vorheriger Artikel
Flaute im Kühlschrank: Chefkoch.de bietet trotzdem Rezepte
nächster Artikel »
Neuer Tablet-PC von Apple mit Spannung erwartet

Weitere News aus Berichte

Online-Netzwerke: Im langen Schatten von Facebook

09.02.2012 | Von Christof Kerkmann, dpa | Berlin (dpa) - Alle reden über Facebook - aber was ist eigentlich mit StudiVZ oder Wer-kennt-wen? Die deutschen Online-Netzwerke suchen sich Nischen, um gegen den schier übermächtigen Konkurrenten zu bestehen. Ihre Zukunft ist allerdings ungewiss.  .  Weiter lesen ...

Duales System: Ein Smartphone beruflich und privat nutzen

09.02.2012 | Von Dirk Averesch, dpa | Berlin (dpa/tmn) - Eins für die Arbeit, eins privat: Viele schleppen sich mit zwei Handys herum und sind genervt. Dabei gibt es Lösungen, wie das Firmengerät sicher privat genutzt werden kann - und umgekehrt.  .  Weiter lesen ...

Duales System: Ein Smartphone beruflich und privat nutzen

09.02.2012 | Von Dirk Averesch, dpa | Berlin (dpa/tmn) - Eins für die Arbeit, eins privat: Viele schleppen sich mit zwei Handys herum und sind genervt. Dabei gibt es Lösungen, wie das Firmengerät sicher privat genutzt werden kann - und umgekehrt.  .  Weiter lesen ...

Von A bis Z: Diese Software-Basics gibt es gratis

08.02.2012 | Von Dirk Averesch, dpa | Berlin (dpa/tmn) - Fürs Ultrabook das letzte Ersparte zusammengekratzt? Einen Kleinkredit für den Gaming-PC aufgenommen? - Dann ist für Software kein Geld mehr übrig. Macht aber nichts. Denn gute Programme müssen nichts kosten. Hier sind sie im Überblick:  .  Weiter lesen ...

Gaming mit alten Rechnern: Hilfreiche Handgriffe

07.02.2012 | Von Tobias Hanraths, dpa | Berlin/Dresden (dpa/tmn) - Fantasieländer, Dschungel oder der Weltraum: Ein Gaming-PC mit Top-Ausstattung ist für seinen Besitzer das Ticket zu Reisen in aufregende Welten. Für Besitzer älterer Rechner sind solche Trips nicht ganz so leicht - aber auch nicht unmöglich.  .  Weiter lesen ...

Weitere News aus dem Bereich Berichte »

 

Mobiles Web / Surfen mit dem Handy - hier das iPhone - ist im Laufe des Jahres deutlich günstiger geworden. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)
 
     
 

Anzeige