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Amazon wertet Lesegerät «Kindle» auf

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Amazon wertet Lesegerät «Kindle» auf IT-News-World.de 0 5 1
«Kindle»-Lesegerät
Amazon will sein Lesegerät attraktiver machen: Künftig sollen Software-Entwickler kleine Zusatzprogramme (sogenannte Apps) für das E-Book entwickeln. (Bild: dpa)

am 21.01.2010

Seattle (dpa) - Der weltgrößte Online-Einzelhändler Amazon bringt sich gegen den Elektronikkonzern Apple in Stellung. Eine Woche vor der erwarteten Vorstellung eines Tablet-PC von Apple am 27. Januar macht Amazon sein konkurrierendes Lesegerät «Kindle» attraktiver.

Künftig sollen Software-Entwickler kleine Zusatzprogramme - sogenannte Apps - für den «Kindle» entwickeln. Die Apps will Amazon über seinen eigenen Online-Shop vertreiben. Im Februar startet dazu eine Testphase mit Programmierern. Der Computerspielekonzern Electronik Arts ist bereits an Bord.

Außerdem lockt Amazon unabhängige Autoren mit einem höheren Anteil am Verkaufserlös ihrer elektronischen Bücher. Sie sollen künftig 70 Prozent erhalten, etwa das doppelte des bisherigen Erlöses. Dazu müssen sie sich aber verpflichten, den Preis der elektronischen Bücher niedrig zu halten. Ein Exemplar darf nur zwischen 2,99 und 9,99 Dollar kosten und muss mindestens 20 Prozent billiger als die Papierausgabe sein.

Amazon hatte es als erstes Unternehmen geschafft, ein Lesegerät für elektronische Bücher, Zeitschriften und Zeitungen erfolgreich auf den Markt zu bringen. Gleich mehrere Elektronikkonzerne kündigten Konkurrenzprodukte an. Der aussichtsreichste Angreifer heißt Apple. Offiziell hat der Konzern Spekulationen über einen sogenannten Tablet-PC zwar nicht bestätigt, aber für Ende Januar zu einer Produktvorstellung eingeladen.

Beobachter trauen Apple zu, den Markt aufzumischen - wie zuvor mit dem Musikspieler «iPod» und dem multifunktionalen Handy «iPhone». In Internetforen kursieren mittlerweile Gerüchte, Amazon wolle seinen «Kindle» damit bewerben, dass jeder unzufriedene Käufer sein Geld zurückbekommt - und das Gerät trotzdem behalten darf.

Amazon bietet zwei Versionen seines «Kindle» an: eine größere namens «DX» mit einem Bildschirm von 9,7 Zoll (24,6 Zentimeter), die 489 Dollar kostet. Und eine kleinere mit 6-Zoll-Bildschirm für 259 Dollar. 320 000 Bücher sind verfügbar, allerdings fast nur in englischer Sprache. Seit wenigen Tagen können Autoren auch deutsche und französische Werke anbieten.

Der «Kindle» verbindet sich drahtlos mit dem Internet und lädt die elektronischen Bücher aus dem Amazon-Online-Shop herunter. Das Gerät ist das meistverkaufte Produkt von Amazon.

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