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Hilfe für Haiti mit dem Handy und im Web 2.0

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Verletzte Opfer
Eine Mutter und ihre zwei Kinder ruhen sich nach ärztlicher Versorgung aus. Im Web finden Spendenwillige viele Möglichkeiten, den Opfern in Haiti zu helfen. (Bild: dpa)

am 15.01.2010 | Von Jay Dougherty und Christoph Dernbach, dpa

Hamburg/Washington (dpa) ­ Das Erdbeben in Haiti hat in den Sozialen Netzwerken des Internets weltweit eine große Welle der Hilfsbereitschaft für die Opfer der Katastrophe ausgelöst.

Seriöse Hilfsorganisationen wie «Aktion Deutschland Hilft», die Welthungerhilfe oder Unicef rufen über Dienste wie Twitter und Facebook nicht nur zu Spenden auf, sondern berichten quasi in Echtzeit über ihre Hilfseinsätze. Gleichzeitig versuchen aber auch Kriminelle, die verzweifelte Lage der Menschen in dem Katastrophengebiet für dreiste Online-Abzocken zu missbrauchen.

Überlebende des Erdbebens und Angehörige von Menschen in Haiti nutzen derzeit verstärkt die «social networks», auch weil herkömmliche Kommunikationskanäle wie das Telefon häufig nicht mehr funktionieren. Bei Facebook laufen derzeit rund 1 500 Statusmeldungen pro Minute zum Thema Haiti ein. Darin berichten Betroffene vom Ausmaß der Zerstörung und ihr persönliches Schicksal. Andere bekunden in ihren Texten ihr Mitgefühl oder fragen nach, wie sie helfen können.

Auf einer Webseite des Internationalen Roten Kreuzes können sich Menschen registrieren, die Verwandte oder Freunde in Haiti vermissen («icrc.org/familylinks»). Die unzähligen Einträge auf der Seite lassen das Ausmaß der Katastrophe in Haiti erahnen. Wenn man den Opfern in Haiti schnell helfen möchte, kann man dies online mit wenigen Mausklicks oder direkt auf dem Handy tun. So bietet das Bündnis «Aktion Deutschland Hilft» (ADH) die Möglichkeit, mit einer fünf Euro teuren SMS Geld für die Notleidenden in Haiti zu spenden.

Dazu muss die Kurznachricht an die Nummer 81190 mit dem Text «Haiti» gesendet werden. In dem Aktionsbündnis haben sich zehn renommierte deutsche Hilfsorganisationen im Jahr 2001 zusammengeschlossen, um im Falle großer Katastrophen schnelle und effektive Hilfe zu leisten.

Von den fünf Euro landen nach Abzug der Kommunikationskosten 4,83 Euro bei der Aktion. Die Twitter-Nachricht von ADH mit dem SMS-Spendenaufruf wurde inzwischen Hunderte Male von anderen Anwendern des Kurznachrichtendienstes zitiert («retweeted») und so im Schneeballsystem weit gestreut. Alternativ zur SMS kann man dem Bündnis auch im Web («dpaq.de/adh») Geld für Rettungsarbeiten in Haiti zukommen lassen. Das Deutsche Roten Kreuz (DRK) sammelt ebenfalls im Web die Spenden ein («dpaq.de/drk-haiti»). Zu den seriösen Hilfsorganisationen, die Online-Spenden ermöglichen, gehört auch die Organisation Ärzte ohne Grenzen, die 1999 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde («dpaq.de/msf-haiti»).

Anlaufstellen für Hilfswillige im Web sind auch neue Community-Webseiten wie Betterplace («de.betterplace.org») oder Spendino («spendino.de»). Die Betterplace gemeinnützige Stiftungs-GmbH betreibt die Internetplattform betterplace.org, auf der Spendenwillige ein Hilfsprojekt auszuwählen können. Spendino betreibt den SMS-Spendenservice, den das Bündnis ADH derzeit für die Haiti-Aktion verwendet.

Skeptisch sollten Spendenwillige sein, wenn ein Hilfsaufruf per E-Mail auf dem Computer landet. «Leider schrecken Cyber-Kriminelle auch vor solchen schrecklichen Ereignissen wie in Haiti nicht zurück», sagte Paul Wood, vom Softwarehersteller Symantec. Nach Beobachtung von Symantec kursieren bereits erste betrügerische Spam-E-Mails, in denen zu Spenden für die Erdbebenopfer in Haiti aufgerufen wird. «Dies ist ein trauriges Beispiel dafür, dass es für diese Betrüger keine Grenzen gibt. Sie haben keinerlei Skrupel und schlagen auch aus derartigen Katastrophen Profit.»

Computer-Anwender sollten daher nicht auf E-Mails eingehen, auch wenn sie vermeintlich von seriösen Hilfsorganisationen stammen. Betrüger sind nämlich nicht nur in der Lage, Absender von E-Mails

Spendenhilfe für ADH per SMS (5 Euro): 81190

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