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Würfelchen statt Striche: 2D-Codes in der Praxis

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2D-Codes
Quadratisch praktisch: In QR-Codes lassen sich deutlich mehr Daten speichern als in einem Barcode. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

am 31.12.2009 | Von Dirk Averesch, dpa

New York/Weimar (dpa/tmn) - Barcodes - eine Abfolge dicker und dünner Balken zum Beispiel auf Verpackungen - sind ein Relikt aus den 70er Jahren. Inzwischen tauchen auch immer mehr quadratische Codes mit einer Matrix aus Würfelchen im Alltag auf.

Waren, Ersatzteile, Briefe, Plakate, Zeitschriften oder die Bahnfahrkarte - nichts scheint mehr vor den sogenannten 2D-Codes sicher zu sein. Denn in solchen Rastern lassen sich im Gegensatz zu Strichcodes umfangreiche Informationen wie Text oder Internetadressen speichern. Ein Kamerahandy genügt, um 2D-Codes auszulesen.

Auf mehrere tausend Zeichen Speicherkapazität bringt es ein waagerecht und senkrecht codiertes 2D-Muster. Eindimensionale Strichcodes schaffen in der Regel nur eine Produktnummer. Der Fantasie für 2D-Code-Anwendungen sind dabei keine Grenzen gesetzt. Neben Links auf Internetseiten, Downloads, Geoinformationen oder Social-Network-Profilen ist es zum Beispiel auch interessant, einen Code mit den eigenen Kontaktdaten auf seine Visitenkarte zu drucken. Das spart unterwegs Tipparbeit auf der Handytastatur. Berufene mit ein wenig Spieltrieb können auch eigene Texte in 2D-Codes bannen und diese dann digital auf Internetseiten oder physisch als Flugblatt oder Aufkleber verteilen.

Auch zur Sicherheit im Internet können 2D-Codes beitragen: An der Universität Tübingen haben Informatiker ein Abfrageverfahren für PINs und TANs entwickelt, das es Trojanern unmöglich machen soll, die geheimen Codes abzufangen.

Der dienstälteste 2D-Code heißt DataMatrix. Seit 1989 setzen ihn Industrie und Handel in der Teile- und Produkt-Logistik ein. Die Post nutzt das Format bei ihrer Online-Frankierung zum Selbstdrucken. Ebenso frei verfügbar ist der Aztec-Code, den zum Beispiel die Bahnen in Deutschland, der Schweiz und Österreich nutzen, damit Schaffner ausgedruckte Online-Tickets verifizieren können.

Die japanische Industrie hat 1994 einen eigenen 2D-Code entwickelt, der auch die in der japanischen Sprache verwendeten Kanji- und Kana-Zeichen unterstützt. In Nippon hat sich der lizenzfreie QR-Code längst auf breiter Front durchgesetzt. Zum Beispiel senden Marketing-Strategen die Codes auf Werbe-Großleinwände, um Konsumenten Werbebotschaften aufs Handy zu senden. Auch hierzulande finden sich 2D-Codes, die in Zeitungen auf weiterführende Internetangebot verweisen oder in Zeitschriften und auf Plakaten interaktive Werbung ermöglichen.

Wer selbst QR- oder DataMatrix-Codes erstellen will, kann dies zum Beispiel kostenlos unter «invx.com» tun. Einen QR-Code der aktuell aufgerufenen Internetseite fertigt das Firefox-Add-on Mobile Barcoder an. Um 2D-Codes unterwegs mit dem Kamerahandy erfassen zu können, gibt es viele kostenlose kleine Applikationen.

Die Entwicklung der Codes ist noch längst nicht abgeschlossen. An der Bauhaus-Universität Weimar beschäftigen sich Wissenschaftler mit einer Erweiterung der schwarz-weißen Codes um die Dimensionen Farbe und Zeit. So entstehen 4D-Codes, deren Speicherkapazität noch einmal enorm zunimmt.

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