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Mehr als ein Browser: Opera punktet mit vielen Extras

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Opera
Im Sauseschritt durchs Web: Opera bietet eine Turbo-Funktion. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

am 15.12.2009 | Von Florian Oertel, dpa

Oslo/Karlsruhe (dpa/tmn) - Ein Browser ist ein Browser ist ein Browser? Im Fall von Opera gilt das ganz und gar nicht. Schließlich taugt die Software schon länger nicht mehr allein zum Betrachten von Webseiten: Neben einem E-Mail-Programm enthält sie etwa einen Newsreader.

Die neue Funktion Unite macht Opera sogar zum Server. Zum Massen-Browser wird er nach Einschätzung von Experten zwar trotzdem nicht - aber Ausprobieren lohnt sich auf jeden Fall.

Unite, dessen fertige Version Ende November online gehen sollte, ermöglicht Opera-Nutzern etwa, Freunde oder Kollegen im Browser Fotos oder Texte anschauen zu lassen, die auf ihrem Rechner gespeichert sind. «Die Dateien müssen dafür nicht auf einen Server hochgeladen werden», sagt Rolf Assev, Opera-Strategiechef in Norwegens Hauptstadt Oslo. Der Nutzer muss den Empfängern lediglich einen Link schicken.

Der Start einer so ungewöhnlichen Funktion wie Unite ist in der Geschichte von Opera, die Mitte der 90er losging, kein Einzelfall: «Die Entwickler haben schon viele Konzepte gebracht, die andere dann kopiert haben», sagt Herbert Braun. Als Beispiel nennt der Redakteur der Zeitschrift «c't» die Schnellwahl: die Möglichkeit, auf eine persönlichen Startseite im Browser wichtige Links mitsamt Voransicht-Bildern zu setzen, so dass sie mit einem Klick aufzurufen sind. Das gibt es jetzt bei Chrome oder Safari auch.

Opera
Im Sauseschritt durchs Web: Opera bietet eine Turbo-Funktion. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

«Was mich zu Opera gebracht hat, ist die Integration: dass man eben nicht nur einen Browser hat, sondern auch einen Mail-Client und einen Feedreader - und Mausgesten als feste Funktion», sagt Lars Kleinschmidt aus Karlsruhe, Betreiber von opera-fansite.de. Wer zum Beispiel bei gedrückter rechter Taste die Maus nach unten zieht, öffnet einen neuen Tab. «Damit spart man einiges an Zeit.»

Dass Opera trotz der Vielfalt an Funktionen und der Tatsache, dass nur selten Sicherheitslücken bekanntwerden, noch immer ein Nischenthema ist, könnte seine Ursache darin haben, dass die kostenlose Version früher mit Werbung versehen war. Für eine werbefreie Variante musste die Nutzer bezahlen: «Wir haben einmalig 39 US-Dollar verlangt», sagt Rolf Assev. «Das war für viele schon ein Grund, den Browser nicht zu benutzen», sagt Lars Kleinschmidt. Und wer sich erstmal an einen anderen gewöhnt hat, der steigt nicht nur deswegen um, weil eine Alternative plötzlich nichts mehr kostet - dafür muss es schon sehr gute Gründe geben.

Die gibt es im Fall von Opera zwar, aber die Entwickler drängen sich sozusagen nicht auf: Wer den Browser öffnet, hat eine denkbar schlanke Oberfläche auf dem Monitor. «Viele Leute entdecken viele Funktionen deshalb nicht gleich», sagt Kleinschmidt. Und selbst nach kurzem Antesten nutzen sie dann doch weiterhin den Firefox oder den Internet Explorer. Bei Opera sei alles leicht zugänglich. «Aber wenn mir keiner sagt, dass es da ist, stolpere ich halt entweder zufällig drüber - oder gar nicht.»

Das Bedienkonzept sei etwas gewöhnungsbedürftig, sagt auch Braun. «Und es gibt leider immer mal wieder Webseiten, die Opera nicht unterstützen.» Die große Chance für die Entwickler liege darin, dass Opera auf dem Mobilmarkt sehr stark ist», sagt Herbert Braun. Nicht zuletzt deshalb müssen Anhänger seiner Überzeugung nach vor einem keine Angst haben: dass ihr Lieblingsbrowser irgendwann zwischen den weitaus erfolgreicheren Konkurrenten zerrieben wird.

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