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Breitband-Republik: Internet über Glasfaserkabel

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Arbeiten am Glasfaserkabel
Strippenziehen für ein schnelleres Internet: Glasfaser bietet ein vielfach höheres Tempo als DSL. (Bild: Deutsche Telekom/dpa/tmn)

am 10.12.2009 | Von Philipp Laage, dpa

Berlin/München (dpa/tmn) - In den Genuss eines Breitbandzugangs über Glasfaserkabel kommen derzeit fast nur Haushalte in wenigen größeren Städten. Vor allem auf kommunaler Ebene schreiten die Tiefbauarbeiten und die Verlegung des Glasfasernetzes aber stetig voran.

In ausgewählten Gebieten sind so schon bis zu 100 Megabyte pro Sekunde im Download möglich. «Die Telekom ist bereits seit einigen Jahren dabei, in vielen Städten VDSL-Netze aufzubauen», sagt Manfred Breul, Bereichsleiter Telekommunikation beim Branchenverband BITKOM in Berlin. VDSL als Übertragungsverfahren für High-Tech-Internet-Verbindungen setzt auf die Glasfaserverbindungen. Aber auch die Konkurrenz investiert in eigene Glasfaser-Leitungen - etwa in Köln, München und Hamburg.

Wie schnell der Glasfaser-Kunde tatsächlich surfen kann, hängt auch davon ab, bis wohin die Glasfaserverkabelung reicht. Bei der FTTC-Methode (Fibre to the Curb) werde das Glasfaserkabel bis zum Kabelverzweiger gelegt, erklärt Breul. Nur die letzten wenigen hundert Meter bis in die Häuser würden noch über die normale Telefonleitung versorgt. «Damit ist es vergleichsweise schnell und kosteneffizient möglich, Bandbreiten bis zu 50 Megabyte pro Sekunde zu erreichen.» Bei FTTB (Fibre to the Building) werden vor allem große Mehrfamilienhäuser direkt per Glasfaser angeschlossen. Innerhalb der Gebäude würden vorhandene Leitungsnetze weiter genutzt.

Die dritte Variante ist FTTH (Fibre to the House). Dabei verlaufe die Glasfaser direkt bis in die Wohnung oder ins Einfamilienhaus, so Breul. «Damit lassen sich grundsätzlich die höchsten Übertragungsraten realisieren, aber die Kosten sind ebenfalls am höchsten.» Theoretisch seien so Kapazitäten von bis einem Gigabyte pro Sekunde zu den Haushalten möglich, sagt Jürgen Hill von der Zeitschrift «Computerwoche».

Private Anbieter greifen meistens auf FTTB, also die Verlegung bis ins Gebäude zurück - zum Beispiel in Köln. «Wir haben derzeit etwa 14 000 Gebäude am Netz», sagt Eva Krüger vom Kölner Anbieter NetCologne. Die Glasfaserverkabelung des Anbieters HanseNet in Hamburg versorgt dort nach Angaben des Unternehmens etwa 2000 Haushalte mit einer schnellen Glasfaserverbindung über FTTB.

M-net in München will bis 2013 mehr als 30 000 Gebäude anschließen, sagt Unternehmenssprecher Wolfgang Wölfe. «Mehr als 50 Prozent der Haushalte in München werden dann über einen Glasfaser-Anschluss verfügen können.» Vorrangig Neubauten sollen sogar mit der FTTH-Technologie, also mit Glasfaser bis in die Wohnungen selbst, erschlossen werden.

Alte Leitungen im Haus stellen laut Hill das größte Hindernis für das High-Speed-Internet dar. Diese Verkabelung stamme oft aus den 70er Jahren, als man vom Hochgeschwindigkeitsinternet noch nicht mal geträumt habe. Wer heute baut, sollte neben Ethernet und Audio- und Video-Kabel gleich Glasfaser mitverlegen lassen, da die Wände ohnehin einmal offen sind, rät Hill. Oder aber es sollten genügend Leerrohre installiert werden, um günstig nachrüsten zu können.

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