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Google und Facebook: Offensive beim Datenschutz

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Google legt in Zukunft mehr Wert auf Transparenz und geht dafür mit der neuen Anwendung Dashboard in die Offensive. (Bild: dpa)

am 05.11.2009

Berlin (dpa) - Google geht beim Datenschutz in die Offensive und bemüht sich mit einer neuen Anwendung um mehr Transparenz. Der Internet-Dienstleister hat seit Donnerstag ein «Google Dashboard» freigeschaltet.

Auf dem Dashboard können die Nutzer eine Übersicht ihrer bei den verschiedenen Google-Diensten hinterlegten Daten erhalten. Die Anwendung sei eine «echte Innovation», sagte der Datenschutzbeauftragte von Google Deutschland, Per Meyerdierks, in Berlin. Auch das Online-Netzwerk Facebook will für mehr Offenheit sorgen. Die Datenschutz-Bestimmungen sollen deshalb verständlicher formuliert werden.

Das Dashboard - englisch für Armaturenbrett - zeigt an, bei welchen Google-Diensten man angemeldet ist. Mit Verlinkungen haben registrierte User dort auch die Option, ihre Daten zu ändern. Zu den aufgelisteten Konten gehören je nach Nutzung etwa der E-Mail-Dienst Google Mail, die Bilderverwaltung Picasa oder das Videoportal YouTube. Nutzer, die kein eigenes Google-Konto besitzen, haben allerdings nichts von dem Dashboard. Sie finden dort keine Angaben, wie Suchanfragen von Google gespeichert werden. Der Suchmaschinen-Gigant steht wegen des Umgangs mit Nutzerdaten immer wieder in der Kritik.

Als weltweit tätiges Unternehmen könne Google den unterschiedlichen Erwartungen an Datenschutz nur gerecht werden, wenn man den Nutzern Wahlmöglichkeiten lasse, sagte Meyerdierks. Mit Hilfe der neuen Anwendung könnten User ihre Angaben nun leichter verwalten und auf Wunsch für mehr Privatsphäre sorgen.

Entwickelt wurde das Dashboard von Google-Spezialisten in München und Zürich. Es ist seit Donnerstagmittag in 17 verschiedenen Sprachen verfügbar. Inwieweit sich Google etwa die Speicherung sogenannter IP- Adressen zunutze macht, geht aus der neuen Anwendung nicht hervor. «Das sind sicherlich Themen, über die wir aktiv nachdenken», sagte der Leiter des Google-Entwicklungszentrums München, Wieland Holfelder. Mit den Internet-Protokoll-Adressen kann jeder Rechner im Internet eindeutig identifiziert werden.

Facebook kündigte am Donnerstag an, die Datenschutz-Bestimmungen des sozialen Netzwerks verbraucherfreundlicher formulieren zu wollen. Erstmals soll ausdrücklich erwähnt werden, dass Facebook Standortdaten nutzen will. Damit könnte das Netzwerk zum Beispiel Werbung passend zum Wohnort der Nutzer platzieren.

Zuletzt hatten mehrere Fälle von Datenklau im Internet für Aufregung gesorgt. So hatte ein Hacker Daten von Nutzern des Online-Netzwerks SchülerVZ illegal kopiert und weitergegeben. Der mutmaßliche Täter, ein 20-Jähriger, nahm sich später in der Untersuchungshaft das Leben. Beim Online-Buchhändler «libri.de» waren zeitweise mehr als 500 000 Kundenrechnungen wegen eines Datenlecks einsehbar.

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