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Neues Debatten-Portal «The European» am Start

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Neues Debatten-Portal «The European» am Start IT-News-World.de 5 5
The European
Selbstbewusste Ansage: Die Macher bezeichnen «The European» als neues Format für anspruchsvollen Journalismus. (Bild: «theeuropean.de»)

am 03.11.2009 | Von Gregor Tholl, dpa

Berlin (dpa) - News, News, News? Mancher Nutzer fühlt sich vom schnellen Journalismus im Internet überfordert. Jetzt gibt es ein neues Portal, das Balsam für geschundene Online-Seelen sein will.

Die deutschsprachige, in Berlin produzierte Meinungsseite «theeuropean.de» ist seit ein paar Wochen online. Sie orientiert sich nach Angaben ihrer Macher an US-Websites wie «thedailybeast.com» der Star-Journalistin Tina Brown («Vanity Fair», «The New Yorker») oder aber «slate.com».

Sie seien das erste Medium im Netz, das unter dem Dach einer neuen Marke auf anspruchsvollen Journalismus setzt, verkündet die Redaktion von «The European» ganz unbescheiden. «Wir sind ein neues Format, das die klassischen Ressorts der Printmedien auflöst, um die Möglichkeiten des Internets voll auszuschöpfen und das verloren gegangene Leseerlebnis der großen alten Medien wieder neu zu erwecken.»

Während die meisten Nachrichten-Webportale «online gegangene Printprodukte» sind, versucht es der Journalist Alexander Görlach (32) mit einem kleinen Team freier Autoren jenseits großer Medienhäuser. Sein Mitgründer ist Lukasz Gadowski, der mit der Online-T-Shirt-Firma «Spreadshirt» bekannt wurde.

Der Doppeldoktor Görlach - Theologie und Germanistik - war mal Chef von «Cicero Online» sowie stellvertretender Pressesprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Außerdem arbeitete er schon frei für das ZDF sowie für «Frankfurter Allgemeine», «Welt» oder «Süddeutsche Zeitung».

Nein, mit dem englischsprachigen Zeitungsprojekt «The European» aus den 90er Jahren, an das sich mancher vielleicht noch erinnert, habe man nichts zu tun, sagt der Chefredakteur. «Wir heißen so, weil es unsere Haltung ist, europäisch zu sein. Wir sind streitbar, analytisch, diskursiv und reflexiv. Alles Zuschreibungen der abendländischen Kultur- und Geistesgeschichte.» Die Haltung sei weder links noch rechts, sondern «optimistisch und leger».

«Wir setzen auf das, was die Nachrichten bedeuten, nicht auf Nachrichten. Die Frage unserer Leser ist nicht: Was gibt es Neues?, sondern: Was macht 'The European' heute?»

Und wie kam das Team zustande? «Leute, die ich kannte. Zusätzlich wurden Personen angesprochen, die die Leute in meinem Kern-Team kannten.» Und so kommt es, dass zum Beispiel die ehemalige «Bunte»-Chefredakteurin Beate Wedekind eine Kolumne hat, in der sie beispielsweise über den neuen Außenminister Guido Westerwelle philosophiert: «Bürgerlich, homosexuell, auf der Zielgeraden».

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