![]() | IT-News World: Home | Hier werben | Impressum | |
|
|
|
|
|
|
|
BerichteAbsturz mit Folgen: Wie das Internet zur Welt kam
![]() Professor Leonard Kleinrock steht in Los Angeles neben dem Interface Message Processor (IMP), mit dem 1969 die erste Internet-Verbindung zustande kam. (Bild: dpa) am 28.10.2009 | Von Christof Kerkmann, dpa Los Angeles/Hamburg (dpa) - Die vielleicht wichtigste Erfindung seit dem Buchdruck begann mit einem Computerabsturz. Ein Großrechner in Los Angeles sollte mit einer Maschine im 500 Kilometer entfernten Stanford verbunden werden. Es war am 29. Oktober 1969, als der Informatik-Professor Leonard Kleinrock und einer seiner Studenten sich daran versuchten - ein Novum in der noch jungen Computerwissenschaft. «Wir tippten das 'L' ein und fragten am Telefon: Seht ihr das 'L'?», erinnert sich Kleinrock. Es klappte. Er tippte das «O», das «G» - und dann: stürzte der Rechner ab. Auch wenn die Einwahl mit dem Wort «Login» im zweiten Versuch klappte: Kleinrock und Kollegen kam die Verbindung zwischen den zwei kühlschrankgroßen Rechnern keinesfalls revolutionär vor. Keine Kamera, kein Mikrofon hielt den historischen Moment fest, nur ein dürrer Protokolleintrag. Dennoch legten sie mit ihrer Forschung den Grundstein für die Vernetzung von Computern - und damit für das Internet, das die Welt seitdem in 40 Jahren grundlegend veränderte. Kleinrocks Forschung war ein Resultat des Kalten Krieges. Im Oktober 1957 schoss die Sowjetunion als erstes Land der Welt einen Satelliten ins All. Das weltweit empfangbare Piepsen des «Sputnik» schockierte die USA zutiefst: Der Klassenfeind hatte bei der Weltraumforschung einen symbolträchtigen Sieg errungen. Das sollte nicht noch einmal passieren: US-Präsident Dwight D. Eisenhower gründete ein Jahr später die Forschungseinrichtung ARPA (Advanced Research Projects Agency). Die dem Pentagon unterstellte Agentur förderte die Grundlagenforschung an den amerikanischen Universitäten - in der Hoffnung, dass auch das Militär davon profitiert. Die Informatik nahm Fahrt auf. Die damalige Hardware setzte den Forschern allerdings noch enge Grenzen. «Die Rechner waren bis Ende der 60er Jahre im Prinzip Datenfabriken», sagt der Technik-Historiker David Gugerli: Daten rein, mit einer Formel bearbeiten, Ergebnis raus. Verwaltungen nutzten die Geräte für Volkszählungen, Fluggesellschaften für ihre Reservierungssysteme, Banken für Buchungen, Unis für aufwendige Berechnungen. «An E-Mail hat aber keiner gedacht», sagt der Professor von der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich. Dass die Vordenker der ARPA ihre Großrechner vernetzen wollten, hatte einen anderen Grund. Die Maschinen waren auf wenige Aufgaben spezialisiert - und so teuer, dass nicht jede Hochschule sich mehrere davon leisten konnte. Wer Grafiken berechnen wollte, musste daher nach Utah fahren, für Simulationen war Los Angeles zuständig, für Datenbanken Stanford. Per Verbindung sollten die Wissenschaftler Rechenkapazitäten anderer Universitäten nutzen können, ohne den Fuß aus dem Labor setzen zu müssen. Mythos ist dagegen, dass die Forscher ein dezentrales und damit kaum zerstörbares Netz bauen wollten, damit das US-Militär im Fall eines Atomkrieges sicher kommunizieren konnte - wenngleich dieses Argument gut taugte, um mehr Geld für die Forschung locker zu machen. Wie Kleinrock und seine Vordenker die Pläne umsetzten, war revolutionär. Anders als beim Telefonieren sollte es keine zentrale Leitstelle, sondern ein Netz mit vielen verteilten Knoten geben. Und um die knappe Bandbreite der Leitungen ideal zu nutzen, wollten die Forscher die Nachrichten zerlegen. «Man schneidet sie in Blöcke einer vorgegebenen Größe und sendet sie über das Netzwerk», beschreibt Kleinrock das Prinzip. Der Computer, der empfängt, überprüft, ob alles da ist, und setzt die Stücke wieder zusammen. Nach dem ersten Fehlschlag hatten die ARPA-Forscher Erfolg. Innerhalb weniger Monate schlossen sich auch die Universitäten in Santa Barbara und Utah an. Das war die Keimzelle des Internets - und von allem, was noch kommen sollte: Grafisch gestaltete Webseiten, E- Mails oder Internet-Telefonie zum Beispiel. Die heutige «Architektur» des Internets schufen tausende Ingenieure erst in den 70er und 80er Jahren, doch Kleinrock und Kollegen legten ein Fundament, das immer noch Bestand hat. So verzichteten sie auf eine zentrale Steuerung und setzten auf offene technische Standards, die jeder nutzen und weiterentwickeln durfte. «Deswegen kann niemand das Internet abschalten und - vielleicht noch wichtiger - die Entwicklung neuer Anwendungen unterbinden», erklärt die Expertin Jeanette Hofmann. Das trage maßgeblich zur Innovationsdynamik bei, sagt die Politologin vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Aus den frühen Tagen ist allerdings ein Konstruktionsfehler geblieben: «Wir haben damals keine Sicherheitsmaßnahmen eingebaut», sagt Leonard Kleinrock. Das Netz war und ist offen und anonym - jeder kann sich anmelden, ohne sich zu identifizieren. Als sich noch alle Nutzer persönlich kannten, war das kein Problem. «Heute ist das perfekt für die dunkle Seite», weiß Kleinrock. Im Oktober 1969 hatte man noch mit anderen Problemen zu kämpfen. InfosInternet und World Wide Web - der Unterschied Die Begriffe Internet und World Wide Web werden im Sprachgebrauch häufig gleichgesetzt. Technisch besteht allerdings ein erheblicher Unterschied. Das Internet ist ein weltumspannendes Netz von vielen einzelnen Computer-Netzwerken. Zahlreiche Dienste erwecken diese Infrastruktur erst zum Leben - zum Beispiel E-Mail, Chat, Dateiübertragung oder auch Internet-Telefonie. Einer der bekanntesten Dienste ist das World Wide Web (WWW), das die Übertragung von Webseiten ermöglicht. Zur Anzeige brauchen Nutzer einen Browser wie den Internet Explorer, Mozilla Firefox, Safari oder Opera. Für alle Dienste sind straffe Standards notwendig, da die im Internet verbundenen Rechner und die eingesetzte Software höchst unterschiedlich sind. Das WWW bedient sich bei der Übertragung von Seiten des HTTP-Protokolls (Hypertext Transfer Protocol). Für die Programmierung der Webseiten wird die Hypertext Markup Language (HTML) eingesetzt. Im Adressfeld des Browsers steht der Uniform Resource Locator (URL), mit dem Inhalte im Web gefunden werden. Die vielen Geburtstage des Internets Das Internet in seiner heutigen Form hat sich über mehrere Jahrzehnte entwickelt. Daher gibt es zahlreiche Meilensteine, die als «Geburtstag» ausgerufen werden können. Ein Überblick: 1969: Computerpioniere rund um Leonard Kleinrock verbinden erstmals mehrere Rechner über eine Distanz von Hunderten von Kilometern. 1977: Zusammenschaltung mehrerer unterschiedlicher Netze unter der Führung von Vint Cerf. 1989: Tim Berners-Lee entwickelt am CERN in Genf die technischen Standards des Hypertext-Systems World Wide Web, das das Internet-Surfen in seiner heutigen Form ermöglicht. 1990: Abschaltung des ARPANET, die kommerzielle Nutzung des Internets beginnt. 1993: Der erste grafikfähige Browser namens Mosaic öffnet das Internet auch für Laien; die Forschungseinrichtung CERN gibt die Nutzung des World Wide Web für die Öffentlichkeit frei. 2005: Tim O'Reilly prägt den Begriff Web 2.0, der für das Mitmach-Internet steht.
Weitere News aus BerichteKryptische Kürzel - Gerätebezeichnungen sorgen für Verwirrung
Apps und Tools für USB-Sticks: Der Mini-PC in der Hosentasche
Befehle vom Telefon: Fernsteuerungs-Apps für TV & Co.
Sprachen pauken für den Urlaub - Neue Apps und Lernprogramme
Sprachen pauken für den Urlaub - Neue Apps und Lernprogramme
| Letzte NewsNeue Forenbeiträge |
|
|
|
|
Startseite | Kontakt | Über uns | Impressum | Datenschutz | Was sind das für grüne Links? Unsere Angebote: HTML World | Downloads World | IT-News World | HSDPA World | Traveling World | Weather World | HSDPA | Internet Stick |