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«Ihr kommt hier nicht rein!»: Spam-Mail-Flut eindämmen

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Spam-Mails
Nervig: Wer seine E-Mail-Adresse bei Online-Gewinnspielen angibt, muss sich nicht über erhöhtes Spam-Aufkommen im Postfach wundern. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

am 27.10.2009 | Von Florian Oertel, dpa

Berlin (dpa/tmn) - Edle Uhren zu unschlagbaren Preisen, eindeutige Angebote junger Damen oder chinesische Schriftzeichen, die man lieber gar nicht erst übersetzt haben will: Spam-E-Mails sind eine Pest.

Wer nach längerem Urlaub sein Postfach öffnet und zu 90 Prozent solchen Werbemüll vorfindet, dem fallen vielleicht noch wüstere Begriffe dafür ein. Doch fluchen hilft nicht - den einen oder anderen Vorsorge-Tipp zu beherzigen, empfiehlt sich dagegen durchaus.

«Mehr als 95 Prozent des täglichen globalen Mail-Verkehrs sind Spam», sagt Sven Karge. Der Experte vom Verband der deutschen Internetwirtschaft ECO in Berlin hat jüngst das siebte «German Anti Spam Summit» organisiert. Zwar schaffe es lediglich ein Bruchteil des abgeschickten Werbemülls an den Spamfiltern vorbei in privat oder dienstlich genutzte Postfächer. «Aber der ist in vielen Fällen immer noch groß genug, um zu nerven.»

Der IT-Branchenverband BITKOM in Berlin hat jüngst vom Institut Forsa erheben lassen, dass mehr als zwei Drittel (67 Prozent) der E-Mail-Nutzer in Deutschland pro Tag mindestens eine Spam bekommen. Bei knapp einem Viertel (24 Prozent) sind es täglich mehr als fünf. Das Problem dabei ist neben dem mitunter beträchtlichen Löschaufwand die Tatsache, dass sich Nutzer durch versehentlich geöffnete Spams ruckzuck Schadprogramme auf den Rechner holen können.

Was tun gegen eine der fiesesten Plagen des digitalen Zeitalters? «Der im Grunde wichtigste Tipp ist, die eigene E-Mail-Adresse nicht mehr als nötig im Web zu verbreiten», sagt Jo Bager von der Computerzeitschrift «c't». Längst noch nicht alle Nutzer wissen, dass ihre E-Mail-Adresse unter Umständen erstmal für die komplette Internet-Welt sichtbar ist, wenn sie sich bei einem Netzwerk angemeldet haben. «Viele Communitys bieten individuelle Datenschutz-Einstellungen an», erläutert der BITKOM. Nutzer können bestimmen, dass nur Freunde die Adresse sehen dürfen.

Sonst hat ein Robot oder Crawler - ein spezielles Programm - die E-Mail-Adresse womöglich schnell abgegriffen und auf den Verteiler eines Spammers gesetzt. Wer seine Adresse veröffentlichen muss, etwa im Impressum der eigenen Webseite, tut das in Form einer Bilddatei. «Das hat den Vorteil, dass Menschen sie lesen können, Robots aber nicht», sagt Jo Bager.

Bei manchen Web-Angeboten kommen Nutzer nicht umhin, die Adresse anzugeben. Für solche Fälle empfiehlt es sich, einen zusätzlichen, kostenlosen Account anzulegen, rät das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn. Füllt er sich nach und nach mit Werbemüll, ist das nicht weiter tragisch. Wer nur für kurze Zeit eine Adresse braucht, um sich etwa irgendwo testweise anzumelden, nutzt Wegwerf-Mail-Dienste wie Spamgourmet («spamgourmet.com»), Mailexpire («mailexpire.com») oder Trash-mail («trash-mail.com»).

Das einzig Richtige bei Spams im Postfach ist, sie zu löschen. Wer doch einmal eine der Mails anklickt, darf sie nicht beantworten, wozu vermeintliche Abmelde-Buttons ja verleiten könnten. Doch eine Antwort würde dem Absender laut BSI signalisieren, dass er seinen Kram an ein aktiv genutztes Postfach geschickt hat und auch weitere Spams dort gut aufgehoben sind. Unter «internet-beschwerdestelle.de» können zumindest Spammer aus Deutschland gemeldet werden.

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