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Profil 2.0: Blu-ray-Player mit Internet-Funktion

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Video-on-Demand
Filme leihen vom Sofa aus: Blu-ray-Spieler, die den Dienst BD-Live unterstützen, sollen künftig Video-on-Demand ermöglichen. (Bild: Imagion AG/dpa/tmn)

am 15.10.2009 | Von Dirk Averesch, dpa

Düsseldorf/Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Blu-ray-Player sollen nicht einfach nur Filme abspielen. Die Standards für Player und Filme sehen die Möglichkeit vor, Abspielgeräte mit Speicher sowie einem Netzwerkanschluss oder WLAN zu versehen.

Die technische Spezifikation dafür lautet Profil 2.0. Weil das zu sperrig klingt, werden die interaktiven Fähigkeiten der aufgebohrten Blu-ray-Player unter der Bezeichnung BD Live vermarktet.

Diese reichen von Bild-in-Bild-Funktionen über den Abruf von aktuellem Bonusmaterial oder Nachrichten über den Community-Chat beim Filmschauen bis hin zum Video-on-Demand. Was geht und was nicht geht, bestimmen die Filmstudios und Produktionsfirmen beim sogenannten Authoring, dem Zusammenstellen der Blu-ray-Disc. Neben dem eigentlichen Film und Tonspuren finden auch beliebige BD-Live-Applikationen Platz auf der Scheibe. Die kleinen Programme machen neue Funktionen möglich und rufen - falls vorhanden - Informationen aus dem Internet ab. Diese können im Gegensatz zu den Disc-Inhalten aktualisiert werden.

«Für die Filmstudios bedeutet es zusätzlichen Aufwand und Kosten, Inhalte zu erstellen», erklärt Marlies Peine, Sprecherin der Blu-ray Disc Association in Düsseldorf. Deshalb seien bisher auch erst 100 deutschsprachige BD-Live-fähige Filme mit zusätzlichen Inhalten verfügbar. «International kann man von 300 Discs sprechen.»

Oft beschränkt sich der BD-Live-Inhalt noch auf den Trailer. Doch es geht auch anders: Sony hat zum Beispiel eine Datenbank namens Movie IQ entwickelt, die mit Hintergrundinformationen zu Filmen, Schauspielern oder Drehorten gefüttert und aktuell gehalten wird. «Illuminati» ist der erste Sony-Film, bei dem Cineasten diese Datenquelle anzapfen können. Falls gewünscht, erscheint an bestimmten Stellen im Film ein Symbol. Wer dann neugierig ist, ruft die signalisierten Internet-Informationen per Fernbedienung ab.

Für verschiedene Staffeln der Krimi-Serie CSI hat beispielsweise das Authoring-Studio Imagion Informationen zu Schauspielern, Interviews und ein Ermittler-Lexikon mit Fachbegriffen zusammengestellt. Zudem können sich Krimifreunde vom Ohrensessel aus über den Blu-ray-Player mit Gleichgesinnten in einer eigenen CSI-Community austauschen. Filmtitel mit Anbindungen an Facebook oder Twitter sind bisher erst für die US-Versionen einiger Filme erschienen. «Killerapplikationen» sind das vielleicht noch nicht, aber von zum Film passenden Spielen und Online-Shops über Musik-Streams bis hin zur Landkarte, die anzeigt, wo auf der Welt der gleiche Film gerade noch geschaut wird, gibt es viele Ideen.

Darüber, ob es sich angesichts des noch dünnen Angebots an Filmen mit BD-Live-Mehrwert lohnt, einen Player mit dem BD-Profil 2.0 anzuschaffen, muss sich der Käufer nicht mehr den Kopf zerbrechen. 2.0-Abspielgeräte sind bereits für unter 200 Euro zu haben - und die Preise sinken weiter. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Profil 2.0 auch bei den absoluten Einstiegsmodellen Standard sein wird.

Auch abseits von BD Live zeichnet sich die Entwicklung der Blu-ray-Player hin zu kleinen Multimediazentralen fürs Wohnzimmer ab. Immer mehr Hersteller spendieren ihren Geräten Extras wie eine YouTube-Schnittstelle, eine Streamingfunktion für Audio- und Videoinhalte aus dem Netzwerk oder einen USB-Anschluss für externe Festplatten.

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