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Kicken digital: Anpfiff für die neuen Fußballspiele

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Digitaler Fußball
Klose heißt Klose: Für «Pro Evolution Soccer 2010» darf Konami die Originalnamen der Kicker nutzen. (Bild: Konami/dpa/tmn)

am 14.10.2009 | Von Florian Oertel, dpa

Köln (dpa/tmn) - Deutschland gegen Frankreich, noch steht es 0:0. Ein Pass von Klose auf Podolski, ein ansatzloser Schuss, schon führt die deutsche Elf. Poldi spurtet zum Fanblock, reckt die rechte Faust in die Höhe und klopft mit der linken aufs DFB-Wappen seines Trikots.

Ein schöner Traum von der WM in Südafrika? Nein, es ist eine Szene aus «Pro Evolution Soccer», demnächst zu haben in der Auflage «2010». Wie beim ebenfalls anstehenden ewigen Konkurrenten «Fifa 10» haben die Entwickler einiges einfallen lassen.

Weniger mit Einfallsreichtum als mit Verhandlungsgeschick hat die Neuigkeit zu tun, die «Pro Evolution Soccer»-Anbieter Konami jüngst auf der Messe Gamescom verbreitet hat: Podolski und Klose dürfen in der am 22. Oktober für die großen Konsolen und den PC sowie am 5. November für Playstation 2, die kleinen Konsolen und Handys erscheinenden Version endlich Podolski und Klose heißen.

Das heißt: Der Anbieter hat die Lizenz für den Kader der deutschen Nationalelf erworben, und die Kicker müssen keine Fantasienamen mehr tragen. EA Sports hat diese Lizenz für «Fifa» schon lange - und kommt Konami in Sachen Veröffentlichung dieses Mal um einige Wochen zuvor: «Fifa 10», entwickelt im Studio EA Canada, erscheint für sämtliche aktuellen Konsolen und PC bereits am 1. Oktober.

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Klose heißt Klose: Für «Pro Evolution Soccer 2010» darf Konami die Originalnamen der Kicker nutzen. (Bild: Konami/dpa/tmn)

Die Nationalkicker-Namen sind freilich nicht die einzige Neuerung bei «Pro Evolution Soccer 2010». Der Titel bringt zum Beispiel auch den mitspielenden Torwart. Neu ist auch die «360-Grad-Kontrolle»: Der Spieler hat nicht mehr wie bisher im Prinzip acht Richtungen, in die er seine Kicker steuern kann - das soll jetzt sozusagen stufenlos möglich sein.

Bei «Fifa 10» muss sich Spieler bei Standardsituationen nicht mehr übermäßig herumplagen: Er programmiert vorab einfach ein paar taktische Varianten ein und aktiviert sie bei Bedarf per Knopfdruck. Beide Titel haben jede Menge solcher Kniffe zu bieten - das ist sicher einer der Gründe dafür, dass Heiko Gogolin von der Zeitschrift «GEE» ebenso wie andere Experten festhält: «Für viele Fans sind diese Spiele ein absolutes Großereignis.» Es gebe sogar Leute, die sich allein für «Pro Evo» oder für «Fifa» eine Konsole gekauft haben.

Seit beide Spiele auch für Nintendos Wii erscheinen, seien zunehmend Gelegenheitsspieler mit von der Partie, sagt Olaf Wolters vom Branchenverband BIU in Berlin: «Die Wii gilt im Vergleich eher als Casual-Konsole, deshalb werden die Spiele dafür 'casual-gamiger' gestaltet.» Das bedeutet: Es sind weniger Knöpfe zu drücken, was dem schnellen Spielspaß zugutekommen soll.

Das etwas andere Fußballspiel stammt von Ubisoft: In «Academy of Champions» steuert der Spieler nicht «Prinz Poldi», sondern etwa den Prince of Persia - im Team mit anderen Helden des Sortiments von Ubisoft wie Altaïr aus «Assassin's Creed». Weder Altaïr noch der Prince of Persia werden in künftigen Auflagen von «Pro Evolution Soccer» und «Fifa» eine Rolle spielen. Bereits in Arbeit ist dagegen ein Modus, bei dem über das Internet 22 Leute mitspielen dürfen, wie Heiko Gogolin weiß. «Das ist technisch kein Problem - die Frage ist nur: Wie kriegt man das hin, dass es für alle 22 spannend ist?»

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