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Geld für Schnappschüsse: Fotos übers Web vermarkten

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Agenturen
Für den Verkauf eines einzelnen Bildes über Microstock-Agenturen bekommen Fotografen in der Regel nicht viel Geld - sie müssen auf die Masse hoffen. (Bild: dpa/tmn)

am 07.10.2009 | Von Vivien Leue, dpa

Berlin/Essen (dpa/tmn) - Der Urlaub ist vorbei, die Fotos bleiben. Jede Menge Bilder von sonnigen Stränden oder spielenden Kindern liegen auf den Rechnern von Hobbyknipsern.

Mit Hilfe des Internets könnten sie aber auch Werbeflyer schmücken oder Artikel bebildern - und ihren Schöpfern den einen oder anderen Groschen einbringen. Möglich machen das Online-Agenturen wie Fotolia («fotolia.de), Istockphoto («istockphoto.de) und Polylooks («polylooks.de). Panthermedia («panthermedia.net), Dreamstime («dreamstime.com) und Shutterstock («shutterstock.com) sind weitere Anbieter.

«Ganz nebenbei lassen sich so ein paar Euro verdienen - über Nacht und ohne groß etwas dafür zu tun», sagt Norbert Weber von der Deutschen Telekom, die Polylooks betreibt. Die Voraussetzungen sind relativ gering. «Jeder kann bei uns Bilder einstellen», sagt Murat Erimel von Fotolia.

Fotos, die mindestens vier Megapixel groß sind, keine Fehler wie Bildrauschen haben und keine Rechte verletzen, sind zugelassen. «Wenn Sie Fotos einreichen, auf denen Menschen oder Markenlogos abgebildet sind, brauchen sie die Einverständniserklärung der Personen oder Eigentümer», so Erimel. Auch manches markante Gebäude ist geschützt.

Ungeprüft kommt aber bei kaum einer Agentur etwas in den Verkauf. Istockphoto zum Beispiel hat rund 100 Qualitätsprüfer. «Von den Bildern, die täglich hochgeladen werden, werden nur etwa 50 Prozent angenommen», sagt Sven Ole Schubert von der Agentur.

Sind die Fotos freigegeben, wird es spannend: Werden sie gekauft - und wenn ja: wie oft und in welcher Größe? Danach bemisst sich der Verdienst. Ein Foto kostet einen bis mehrere Hundert Euro. Je nach Agentur bekommen die Anbieter 20 bis 60 Prozent des Verkaufspreises.

Wer seine Fotos exklusiv bei nur einer Agentur anbietet, erhält meist die höchste Beteiligung. «Schon ein paar Verkäufe im Jahr können ein gutes Taschengeld nebenbei bringen», sagt Norbert Weber von Polylooks. Bei der Telekom-Agentur könnten 20 Urlaubsbilder, die je dreimal verkauft werden, bis zu 500 Euro bringen, rechnet er vor.

Nach Worten des Fotografenmeisters Detlef Bartsch aus Essen sind die Microstock-Agenturen ein guter Einstieg: «Fotografenlehrlinge können so ihre ersten eigenen Schritte gehen.» Auch für gute Hobbyfotografen seien die Agenturen interessant. Dennoch fürchtet Detlef Bartsch die wachsende Zahl an Freizeitknipsern nicht. «Ein Profi bringt auch unter Zeitdruck Höchstleistungen.»

Zudem greifen Markenfirmen für Werbe-Shootings weiter auf Profis zurück, sagt Schubert von Istockphoto. Zeitlose Symbolbilder wie das glückliche Pärchen auf der Parkbank, ausgelassene Kinder beim Toben oder der Geschäftsmann mit Aktenkoffer und Handy am Ohr bieten Microstock-Agenturen dagegen zu erheblich niedrigeren Tarifen an.

Fotolia zählt in Deutschland etwa 100 000 Fotografen, Istockphoto spricht von 70 000 weltweit. Da ist es nicht leicht, herauszustechen. «Das besondere Motiv hat die größten Chancen», sagt die Fotografin Diana Drubig aus Leipzig. Sie hat über Fotolia schon mehr als 10 000 Bilder verkauft. «Ungewöhnliche Objekte, Menschen in Aktion oder mit starken Gefühlen, Berufsbilder oder Bilder mit Symbolkraft sind bei Käufern besonders beliebt und erfolgversprechend.»

Infos

Tipps für Hobbyknipser mit Verkaufsambitionen Profikameras liefern meist bessere Fotos, günstige Modelle dagegen oft nicht die nötige Qualität. Bei Landschaftsaufnahmen oder Sonnenuntergängen ist auf einen geraden Horizont zu achten. Ein Radfahrer, Blumen oder andere Objekte im Vordergrund beleben bei Gebäuden das Bild. Ungewöhnliche Perspektiven bringen oft die interessantesten Bilder. Der Fokus muss nicht in der Mitte der Aufnahme liegen. Bei schlechtem Licht helfen ein Stativ oder ein fester Untergrund. Eingebaute Blitze reichen nur etwa drei Meter weit - externe Blitze sind oft besser. Weniger Nachbearbeitung ist mehr.

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