Neues Portal evangelisch.de geht an den Start
Neues Portal evangelisch.de geht an den Start
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am 23.09.2009 | Von Michael Evers, dpa
Frankfurt/Main (dpa) - Mit einem Bagger ist eine Abrissfirma in Hannover kürzlich der ausgedienten Messiaskirche zuleibe gerückt: Mangels Gottesdienstbesuchern werden von den beiden großen Kirchen stets mehr Kirchengebäude aufgegeben.
Findet sich kein neuer Nutzer, werden schweren Herzens auch Gotteshäuser eingerissen. Den schrumpfenden Gemeinden will die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) nun mit einer Offensive im Internet begegnen. An diesem Donnerstag (24. September) geht das neue Portal «evangelisch.de» an den Start, mit dem die Kirche ein soziales Netzwerk mit protestantischer Einfärbung schaffen will. Die Hoffnung ist, Menschen die im Netz mit dem Glauben in Berührung kommen, auch offline für Kirchliches zu gewinnen.
Ziel sei es, eine evangelische Sichtweise auf Deutschland und die Welt zu vermitteln, sagt Portalleiterin Melanie Huber. Gerade auch glaubensferne Menschen sollten über das Portal und seine Diskussionsgruppen angesprochen werden. «Wir erreichen die Menschen dort, wo sie sind, im Web.» Beabsichtigt sei, im Internet eine eigene Community, eine Gemeinde zu schaffen. Dabei ist «evangelisch.de» mehr als eine bloße Kirchen-Webseite mit Nachrichten aus Glauben und Gemeinde, die die Protestanten mit «ekd.de» bereits betreiben, und auch nicht schlicht ein Blog. Eine Multimedia-Redaktion gestaltet Hauptthemen täglich neu und regelmäßige Besucher des Portals können sich nach eigenen Auswahlkriterien ein Profil einrichten.
Mitglieder der protestantischen Community bei «evangelisch.de» können Kreise zu bestimmten Themen einrichten und selbst entscheiden, ob diese Diskussionsforen allgemein einsehbar sind oder ob Interessierte erst um Mitgliedschaft bitten müssen. Mit den sogenannten Lebensbüchern wurde von «evangelisch.de» etwas geschaffen, was es bisher noch nicht in einem sozialen Netzwerk gibt. Zu wichtigen Ereignissen im Leben eines Protestanten wie Taufe, Hochzeit oder Konfirmation können Lebensbücher angelegt und geführt und auch Gedenkbücher für Verstorbene eingerichtet werden. Mitglieder der Community, die vom Autor eine Berechtigung erhalten, können die virtuellen Bücher mit Filmen, Videos oder Beiträgen ergänzen.
Das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) betreibt «evangelisch.de» im Auftrag der EKD, die das Projekt mit zunächst einer Million Euro jährlich finanziert. Dabei sollen Werbeeinnahmen - nicht nur aus der kirchlichen Ecke sondern auch für Autos oder Handys, nicht aber für Alkohol - das Projekt in die schwarzen Zahlen führen. Die Frankfurter Redaktion ist mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) und der Redaktion des als Tageszeitungsbeilage verbreiteten Magazins «Chrismon» vernetzt. Die evangelischen Landeskirchen sollen «evangelisch.de» außerdem um eigene Inhalte ergänzen können, entsprechende Pläne gibt es bereits in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen.
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