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Fallstricke auf dem Weg zum kabellosen Surfen

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Kabelloser Internetzugang
Bevor das drahtlose Surfen zu Hause einwandfrei klappt, ist mitunter etwas Konfigurationsarbeit erforderlich. (Bild: Marks/dpa/tmn)

am 22.09.2009 | Von Jan Kluczniok, dpa

Hannover (dpa/tmn) - Der drahtlose Internetzugang liegt im Trend. Rund 40 Prozent aller deutschen Haushalte mit Internetanschluss nutzten laut Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) 2008 ein sogenanntes Wireless LAN (WLAN).

Dies ermöglicht kabelloses Surfen in der ganzen Wohnung, im Garten oder auf dem Balkon. Nicht immer läuft der Betrieb aber reibungsfrei. «Neben Fehlern beim Verbindungsaufbau stört oft die geringe Geschwindigkeit», sagt Johannes Endres von der in Hannover erscheinenden Computerzeitschrift «c't».

Funktioniert WLAN gar nicht, kann das einfache Ursachen haben: Zunächst sollte geprüft werden, ob die WLAN-Funktion des Computers eingeschaltet ist. «Oder man hat sich ganz einfach beim Passwort vertippt», sagt Endres. In diesem Fall sollte die Passworteingabe sowohl im Betriebssystem als auch im Router selbst überprüft und gegebenenfalls zurückgesetzt werden. Abhilfe können hier moderne Router schaffen. Statt lange Schlüssel von Hand einzugeben, können neue Geräte per Knopfdruck ins WLAN eingebunden werden. Der Fachbegriff hierfür lautet Wi-Fi Protected Setup (WPS).

Ist alles korrekt eingestellt und funktioniert das WLAN trotzdem nicht, kann dies an der Funksituation vor Ort liegen. «Funken das heimische WLAN und WLANs aus der Nachbarschaft auf dem gleichen oder benachbarten Kanälen, stören sie sich gegenseitig», erläutert Manfred Breul vom BITKOM. Je nachdem wie stark das Signal des Nachbarn ist, kann dies dazu führen, dass das WLAN gar nicht mehr funktioniert. Breul rät daher, einen möglichst freien Kanal zu wählen. «Halten Sie auch am besten mindestens fünf Kanäle Abstand zum Kanal ihres Nachbarn. Funkt dieser auf Kanal 1, wählen Sie Kanal 6 oder besser 7.»

Einen Überblick über die Auslastung der Kanäle kann man sich mit kostenlosen Programmen wie WLAN-Info verschaffen. Für den in Deutschland nutzbaren Frequenzbereich sollten ohnehin nur die Kanäle 1, 7 oder 13 eingestellt werden. Belegt man Kanäle dazwischen, schränkt man die Nutzbarkeit des Frequenzbereichs für andere ein.

Eine weitere mögliche Fehlerquelle ist Breul zufolge das benutzte Frequenzband. «Der Großteil des WLAN-Equipments nutzt 2,4 GHz. Es gibt aber auch Geräte, die das 5-GHz-Frequenzband nutzen. In diesem Fall muss ich sicherstellen, dass alle Geräte das gleiche Band nutzen.» Auch lohne es sich zu prüfen, ob der Rechner eine korrekte IP-Adresse zugewiesen bekommen hat. Breul empfiehlt, die IP-Adressen im WLAN automatisch zuweisen zu lassen.

Probleme beim Netzzugang können aber auch Funktionen machen, die eigentlich der Sicherheit dienen sollen. «Bei manchen WLANs besteht die Möglichkeit, den Zugriff nur für bestimmte Rechner zu erlauben», sagt Johannes Endres. Die Identifikation erfolgt hier anhand der sogenannten MAC-Adresse. Jede Netzwerkkarte und jede Drahtlos-Komponente hat eine solche einmalige Kennzeichnung. «Für echte Hacker stellt dies jedoch keine Hürde da», sagt Breul. Dafür bestehe die Gefahr, durch Tippfehler Rechner aus dem Netz auszusperren oder erst umständlich die Konfiguration anpassen zu müssen, wenn ein neuer Rechner ins Netzwerk integriert werden soll.

Ebenfalls der Sicherheit soll es dienen, die Bekanntgabe der SSID zu deaktivieren. Die SSID ist eine vom Nutzer frei wählbare Bezeichnung für das eigene Funknetzwerk. Ist die SSID deaktiviert, wird das WLAN bei Windows nicht in der Liste der verfügbaren drahtlosen Netzwerke angezeigt. «Wenn man bereits einmal mit dem WLAN verbunden war, dann ist dies kein Problem», erklärt Endres. Zugangsschwierigkeiten hätten aber neue Geräte, ergänzt Breul. Er empfiehlt daher, bei den Sicherheitsfunktionen nur auf die sichere Verschlüsselung mit WPA oder WPA2 zu setzen.

Funktioniert das WLAN zwar, aber nur mit geringer Geschwindigkeit, können Wände oder Gegenstände wie schnurlose Telefone oder Mikrowellen dem Hersteller Netgear in München zufolge das Funksignal stören und die Reichweite des Wireless LAN einschränken. «Erstmal muss man sich klarmachen, dass die versprochenen Geschwindigkeiten wie 54 Mbit oder 300 Mbit pro Sekunde theoretische Werte sind. In der Praxis kann jedoch lediglich die Hälfte davon erreicht werden», erklärt Endres. Liegt die Geschwindigkeit deutlich darunter, sollten Anwender die Ausrichtung der Rechner zur WLAN-Station überprüfen. «Bewegen Sie ihren Rechner einmal ein paar Zentimeter und prüfen Sie, ob die Verbindung besser wird.»

Hilfreich hierfür ist laut Endres das kostenlose Programm «Wirelessnetview». Dies zeigt alle verfügbaren Funknetzwerke und ihre Erreichbarkeit an. Nach einer erneuten Ausrichtung lässt sich hiermit schnell der Erfolg ablesen. Bringt die Feinjustierung keine Verbesserung, lasse sich das Signal mit externen Antennen verstärken.

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