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Im Chat immer ein wenig skeptisch sein

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«jugendschutz.net»
Viele sinnvolle Tipps zum Chat per SMS oder im Internet gibt es auf «jugendschutz.net». (Bild: «jugendschutz.net»)

am 17.09.2009

Mainz (dpa/tmn) - So verlockend die Möglichkeiten auch sind, per SMS- oder Online-Chat jemanden kennenzulernen - ohne Argwohn sollten Kinder und Jugendliche nicht an die Sache herangehen.

Man könne nie hundertprozentig sicher sein, dass sich hinter einem Chat-Partner tatsächlich die vorgegebene Person verbirgt. Bei dieser Art der Kommunikation müsse man immer misstrauisch sein, sagt Katja Knierim von «jugendschutz.net» in Mainz. So gebe es immer wieder Fälle von gefälschten Chat-Profilen - oft stecke ein wirtschaftliches, manchmal auch ein sexuelles Interesse dahinter.

«Es gibt Fälle, bei denen einige Tarn-Identitäten sehr lange aufrechterhalten wurden», erzählt die Referatsleiterin Chats, Messenger und Communities von «jugendschutz.net». In Kiel hatte am Donnerstag (17. September) vor dem Landgericht ein Prozess gegen die Betreiber von SMS-Chats begonnen. Ihnen wird vorgeworfen, rund 700 000 Handy-Nutzer um insgesamt rund 47 Millionen Euro geschädigt zu haben. Statt mit Traumpartnern chatteten diese ahnungslos mit professionellen Animateuren. Pro SMS kassierten die Chat-Betreiber 1,99 Euro.

Recherchen von «jugendschutz.net» hätten ergeben, dass solche Betrüger oft mit gefälschten Profilen auf Community-Plattformen nach Opfern suchen, sagt Katja Knierim. Mitglieder würden dort etwa als «Freund» angesprochen. Häufig erfolge die Kontaktaufnahme mit Lob über das eingestellte Profil oder mit der Bemerkung: «Hab' Dich in der S-Bahn gesehen, mich aber nicht getraut, Dich anzusprechen...». Für weiteren Kontakt gebe es oft nur eine Handy-Nummer - wird sie angewählt oder angesimst, schnappe die Abzock-Falle zu.

«Wenn man den nicht kennt, sollte man dem Kontakt lieber nicht nachgehen», rät Katja Knierim. Chat-Interessierte müssten sich klarmachen, dass in eine Community jeder hineinkommt und dass sie sich nicht nur unter Gleichaltrigen befinden. Der vermeintlich 12-jährige «Freund» könne im schlimmstenfalls auch ein 40-jähriger Pädophiler sein, der mit gefälschtem Profil neue Opfer sucht.

Sofort beenden sollten Chat-Teilnehmer daher den Kontakt, wenn sie sich bei der Kommunikation «seltsam» oder in der Intimsphäre verletzt fühlen, betont Knierim. So sollten sämtliche Alarmglocken schrillen, wenn Chatter gefragt werden, was sie anhaben, welche BH-Größe sie tragen, oder ob die Eltern eigentlich von der Unterhaltung wissen.

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