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Geloggt und getaggt: Geodaten für Digitalfotos

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Geodaten für Digitalfotos und mehr
Gedächtnisstützen für Weltenbummler: GPS-Logger wie der GT-100 von Hama verpassen Digitalbildern Ortsinformationen. (Bild: Hama/dpa/tmn)

am 10.09.2009 | Von Dirk Averesch, dpa

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Wo war das doch gleich? Beim Sortieren von Fotos stoßen selbst Gedächtniskünstler irgendwann an Grenzen und können nicht mehr alle Bilder den Aufnahmeorten zuordnen. Wen das ärgert, der sollte zu einem GPS-Logger greifen.

Diese Geräte zeichnen ständig die Position des Fotografen auf, sind ab 50 Euro zu haben und so klein wie eine Streichholzschachtel. Eine Software kopiert später am Rechner die Ortsinformationen in die Metadaten (EXIF) der Bilder.

Dieses «Geo-Tagging» bietet viele neue Möglichkeiten, Bilder zu archivieren und zu präsentieren. «Die Bandbreite ist gigantisch», sagt Constanze Clauß vom Photoindustrie Verband in Frankfurt. Anhand der Positionsdaten lassen sich die Bilder auf digitalen Karten wie Google Maps, Earth oder Panoramio verorten und anzeigen.

Fotografen können Bekannte mit den Koordinaten in die entlegensten Winkel lotsen. «Man kann die Koordinaten auch einfach bei Wikipedia nachschlagen», rät Clauß. So kehren die Namen längst vergessener Sehenswürdigkeiten oder Orte zurück - und mit ihnen Informationen für Bildbeschriftungen oder Beschreibungen im Online-Fotoalbum.

Kartenbasierte Online-Alben lassen sich auf Seiten wie de.locr.com oder Googles Picasa anlegen. Auch Flickr kann getaggte Bilder auf der Landkarte anzeigen. Wer auch die Routen seiner vom GPS-Logger mitgeschnittenen Wanderungen oder Radtouren - die «Tracks» - weitergeben will, ist auf Seiten wie GPSies.com, www.gps-tour.info, www.everytrail.com, www.hikr.org oder www.bikemap.net gut aufgehoben.

Mit per GPS-Logger erstellten Tracks können Engagierte auch an der digitalen Weltkarte OpenStreetMap (OSM) mitarbeiten. Alle Tracks lassen sich unter www.openstreetmap.de in eine Datenbank hochladen. «Diese Mitschnitte sind selbst dann nützlich, wenn du nicht vorhast, die Straßen selbst im OSM-System zu beschreiben oder Karten zu zeichnen», heißt es beim OSM-Projekt in Hamburg.

Software zum Abgleichen von Datum und Erstellungszeit eines Fotos mit Erstellungszeit und -datum der Wegpunkte im GPS-Track liegt den Loggern meist bei. Unter de.locr.com/downloads sind Gratis-Programme aufgelistet. Wichtig für das automatische Zuordnen der Ortsinformationen ist die richtig gehende Uhr der Digitalkamera.

Unterwegs lohnt ab und zu ein Blick auf die Status-LEDs des GPS-Loggers, um sicherzugehen, dass der Kontakt zum Satelliten nicht abgebrochen ist und der Akku noch genug Saft hat. «Man muss dem Gerät auch immer ein wenig Zeit geben, um sich mit dem Satelliten zu verbinden», rät Clauß. Ist der «Fix» zustandegekommen, sollte der Logger für genaue Aufzeichnungen nicht zu tief in der Tasche stecken.

Kameras mit GPS-Modul sind rar. Das liegt unter anderem an ihrem Energiehunger. «Ein Problem ist der Stromverbrauch eines GPS-Gerätes, (...) insbesondere in Anbetracht der Größe von Kameraakkus», heißt es auf dem Portal digitalkamera.de. Das größere Problem sei aber die Dauer des Satelliten-Fixes von 20 bis 60 Sekunden oder mehr.

GPS-Logger haben somit den Vorteil, dass sie sich nicht immer wieder neu mit dem Satelliten verbinden müssen. Die meisten kameraunabhängigen Logger von Herstellern wie Holux, Royaltek, Wintec, Navilock, Winner Fly oder Hama halten mit dem beiliegenden Standard-Akku acht bis zehn Stunden durch und werden per USB-Kabel oder Bluetooth-Funk mit dem Rechner gekoppelt. Logger mit kleinem Display liefern unterwegs nützliche Informationen wie Position, Geschwindigkeit, Datum, Uhrzeit und freier Speicherplatz.

Infos

Vorsicht mit den EXIF-Daten Einige Grafikprogramme haben die unangenehme Eigenschaft, dass sie die EXIF-Daten ändern oder gar löschen, wenn der Anwender ein Bild nach der Bearbeitung überspeichert. Dabei geht auch der wertvolle Geotag verloren. Deshalb empfiehlt es sich, mit einem unwichtigen Bild zu testen, ob es sich bei dem genutzten Programm um einen «EXIF-Killer» handelt. Falls dem so ist, sollten dringend die Voreinstellungen zum Speichern von Bildern geändert werden.

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