Je älter, desto offline
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am 06.08.2004 | von ak
Langsam, aber sicher setzt sich das Internet auch in Deutschland durch. 52 % der deutschen Bevölkerung ab 10 Jahren waren im ersten Quartal des vergangenen Jahres online. Ein Jahr zuvor waren es noch 46 Prozent gewesen. So lautet das Ergebnis einer Untersuchung über die Internutzung in Deutschland, die das Statistische Bundesamt kürzlich veröffentlicht hat. Im europäischen Vergleich belegt Deutschland damit einen Mittelplatz. Per schneller Breitbandverbindung surfen allerdings erst gut 17 Prozent der Internetnutzer durchs Netz.
Die Deutschen sind Internetmuffel
…allerdings nur im Vergleich zu denjenigen europäischen Ländern, wo es wie in Dänemark oder Schweden jeweils über 70 Prozent der über 16-Jährigen für selbstverständlich halten, tagtäglich durchs Netz der Netze zu surfen. In Deutschland sind es derzeit erst gut 52 Prozent der Bevölkerung – jedoch mit wachsender Tendenz. Auch zur geschlechtsspezifischen sowie zur altersmäßigen Verteilung der Internetnutzung hat das Statistische Bundesamt Zahlen vorgelegt und noch immer einen leichten Vorsprung der Männer festgestellt. Dieser werde jedoch zusehends geringer. Im ersten Quartal 2003 waren 56 Prozent der Männer und nur 47 Prozent der Frauen online. Dieses Ungleichgewicht kommt im Wesentlichen dadurch zu Stande, dass sich die älteren Frauen beim Internet stärker als die gleichaltrigen Männer zurückhalten. Bei den jüngeren Altersgruppen surfen sogar mehr Frauen als Männer.
Das Internet ist eine Technologie für junge Erwachsene, meint das Statistische Bundesamt. Von den 15- bis 24-Jährigen nutzen gut 84 Prozent das Internet, von den über 65-Jährigen nur noch ganze elf Prozent. Es gilt die simple Gleichung: Je älter diejenigen waren, die das Statistische Bundesamt befragt hat, desto geringer war die Internutzung.
Was machen die Deutschen im Web?
Darauf wissen die Statistiker vom Bundesamt gleich mehrere prompte Antworten: Jüngere Leute chatten gern oder laden sich Musik und Spiele aus dem Netz. Ältere verhalten sich als Surfer eher „zweckorientiert“: Sie suchen nach Informationen oder kaufen in Online-Shops ein. Insgesamt wird Online-Shopping in Deutschland immer beliebter. 38 Prozent haben im Untersuchungszeitraum mindestens einmal ihren Einkaufsbummel erfolgreich ins World Wide Web verlegt. Im Vergleichszeitraum 2002 waren es noch zehn Prozent weniger.
Email nutzen alle Altersgruppen gleichermaßen gern. Interessant ist, dass sich auch das eGovernment immer mehr durchzusetzen scheint. Knapp die Hälfte aller Internetnutzer hat im ersten Quartal des vergangenen Jahres die Seite einer Behörde aufgerufen, um dort nach Informationen zu suchen.
Schuld ist das liebe Geld!
Meistens liegt’s am lieben Geld, wenn jemand auf die Segnungen des Web verzichtet. 33 Prozent der Befragten nennen zu hohe Anschaffungskosten für einen internetfähigen PC als Grund für ihre Online-Abstinenz. Weitere 29 Prozent beklagen sich über die zu hohen Zugangskosten, die an die Internetprovider fällig werden. 31 Prozent der Befragten outen sich als Computermuffel, denen die nötigen Kenntnisse fehlen, um im Netz zu surfen. Welchen Wissensstand im Hinblick auf Internet & Co. die bundesdeutschen Surfer überhaupt haben, wurde von den emsigen Datensammlern des Statistischen Bundesamtes leider nicht getestet. Es steht allerdings zu vermuten, dass dieser Kenntnisstand nicht sonderlich groß sein dürfte. Wie sonst ist zu erklären, dass vielen Usern noch immer jede Kenntnis fehlt, wie sie beispielsweise mit Viren, Würmern und Trojanern, die sie per Mail erhalten, umzugehen haben. Ist es denn so schwierig zu verstehen, dass man niemals Programme aktivieren sollte, die man per Mail erhält?
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