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«Snow Leopard»: Apple setzt auf schnell und schlank

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«Snow Leopard»
Schlank und schnell: Mit dem neuen Betriebssystem Mac OS X «Snow Leopard» will Apple gegen Microsoft antreten. (Bild: Apple)

am 27.08.2009 | Von Christoph Dernbach, dpa

Hamburg/Cupertino (dpa) ­ Zwei Monate vor dem Start von Windows 7 heizt Apple von Freitag (27. August) an mit seinem neuen Betriebssystem Mac OS X «Snow Leopard» den Wettbewerb mit Microsoft an.

Im Gegensatz zu den Systemaktualisierungen zuvor setzt Apple dabei nicht auf eine Vielzahl von neuen Funktionen, sondern verspricht seinen Kunden ein schlankes und schnelles System, mit dem ein Macintosh-Rechner künftig noch zuverlässiger und einfacher zu bedienen sei. Von den Verbesserungen können allerdings nur die Besitzer eines modernen Macs mit einem Intel-Chip profitieren, da Snow Leopard auf älteren Maschinen mit einem PowerPC-Prozessor nicht mehr läuft.

Viele der Änderungen sind für die Anwender gar nicht oder zumindest nicht auf den ersten Blick sichtbar, da sie die Architektur «unter der Haube» betreffen. Die Apple-Software unterstützt künftig neben 32-Bit auch 64 Bit-Systeme, womit mehr Hauptspeicher genutzt und Programme schneller laufen können. Außerdem führt Apple mit «Grand Central Dispatch» und «OpenCL» neue Technologien ein, um die Mehrkern-Architektur moderner Computerchips sowie die ständig wachsende Power der Grafikkarten besser nutzen zu können.

Microsoft verfolgt mit dem im Vergleich zu Snow Leopard deutlich teueren Windows 7 einen anderen Ansatz. Mit dem Vorgängersystem Windows Vista hatte der Softwareriese bereits vor zwei Jahren gravierende Änderungen in der Systemarchitektur vorgenommen, die aber damals aber viele Partner und Kunden überforderten. So liefen dann etliche Programme oder externe Geräte wie Drucker zunächst nicht mit dem neuen System. Diese Schwierigkeiten sollen mit Windows 7, das am 22. Oktober auf den Markt kommen wird, überwunden werden. Außerdem nutzt Microsoft nun die Gelegenheit, die in der Kritik stehende Benutzeroberfläche von Vista zu überarbeiten, so dass die Anwender beispielsweise künftig seltener von dem System mit Sicherheitsnachfragen genervt werden.

Apple führe mit Snow Leopard «ein radikales Konzept eines Software-Updates ein, das schlanker, schneller und besser anstatt größer, langsamer und aufgeblähter» sei, urteilt David Pogue von der «New York Times». Nach der Installation kann man unmittelbar sehen, was Apple unter «schlank» versteht. Bis zu sieben Gigabyte Speicherplatz gibt Snow Leopard auf der Festplatte frei. Das ist eine echte Premiere, denn bislang verschlangen neue Systeme immer mehr Platz. Die Geschwindigkeitsverbesserungen betreffen vor allem die Benutzeroberfläche «Finder», den Internetbrowser «Safari» und das Programm für die elektronische Post «Mail».

Kurios ist die Tatsache, dass das neue Apple-Betriebssystem nun die Exchange-Systeme von Microsoft besser unterstützt als ein Windows 7 (ohne zusätzlich zu kaufende Software). Exchange bildet in vielen Unternehmen und Organisationen das digitale Rückgrat der geschäftlichen Kommunikation. Das mit der Microsoft-Infrastruktur nun kompatible «Mail» wird ohne Zusatzkosten mit Snow Leopard ausgeliefert werden und kann direkt an Exchange angekoppelt werden ­ auch wenn die Konfiguration in vielen Fällen komplexer sein wird, als Apple es verspricht. Windows 7 dagegen benötigt für die Kommunikation mit Exchange eine Software wie «Outlook», die nicht zum Betriebssystem gehört.

Unterschiedliche Ansätze verfolgen Apple und Microsoft bei der Positionierung ihrer Systeme auf dem Markt. Apple bietet letztlich nur eine Version von Snow Leopard für alle an. Nur bei der Preisgestaltung unterscheidet der kalifornische Computerbauer zwischen einer Aktualisierung vom Vorgängersystem «Leopard» (29 Euro) und dem «Mac Box Set» für ältere Systeme für 169 Euro. Findige Tester haben aber schon herausgefunden, dass die 29-Euro-DVD sich auch auf den älteren Systemen installieren lässt. Allerdings verstößt dieses Billig-Upgrade für Altsysteme gegen die Lizenzbedingungen.

Marktführer Microsoft hingegen offeriert Windows 7 hierzulande in fünf verschiedenen Versionen (Starter, Home Basis, Home Premium, Professional, Enterprise und Ultimate). In den USA sollen die Upgrade-Lizenzen zwischen 120 Dollar (Home Premium) und 200 Dollar (Ultimate) kosten, die Preise für Europa sind noch nicht bekannt. Kompliziert wird es insbesondere für die Kunden, die bislang ein System mit dem älteren System Windows XP einsetzen. Sie können nicht in einem Rutsch alle Einstellungen, installierten Programme und gespeicherten Daten übernehmen, sondern müssen die Festplatte ihres Rechners formatieren und das Windows-7-System komplett neu aufsetzen.

Kritisch bei Apple muss betrachtet werden, welche Software-Hersteller künftig das neue System unterstützen werden. So kündigte Adobe an, künftig nur noch sein neustes Grafikpaket CS4 für Snow Leopard zu optimieren ­ nicht jedoch die weit verbreitete Vorgängerversion CS3. Laut verschiedenen Testberichten läuft aber auch das ältere Programmpaket auf dem neuen Apple-System.

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