Mehr Verstöße gegen Jugendschutz im Netz
Mehr Verstöße gegen Jugendschutz im Netz
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am 24.08.2009
Mainz (dpa) - Jugendgefährdende Inhalte im Internet nehmen zu: 2008 registrierte die Initiative Jugendschutz.net erstmals mehr als 3000 neue Verstöße gegen den Jugendschutz.
Dies waren sechs Prozent mehr als im Jahr 2007, heißt es in dem vorgelegten Jahresbericht der in Mainz ansässigen Zentralstelle der Länder für den Jugendschutz im Internet. Dabei handelte es sich nach Angaben der Initiative vor allem um pornografische Seiten (58 Prozent), rechtsextreme Propaganda (15 Prozent) und Angebote, die Essstörungen verherrlichen (6 Prozent).
Rund 1300 der beanstandeten Fälle und damit elf Prozent mehr als im Vorjahr stammten aus Deutschland. Besonders im Web 2.0 registrierte Jugendschutz.net deutlich mehr Verstöße: Auf Videoplattformen beanstandete die Initiative 1460 Gewalt- und Neonazi-Filme (Vorjahr: 660), in sozialen Netzwerken waren es vor allem pornografische Beiträge, rechtsextreme Hasspropaganda und sexuelle Belästigungen.
In drei Viertel der deutschen Fälle konnte Jugendschutz.net nach eigenen Angaben bei den Anbietern erreichen, dass unzulässige Inhalte geändert oder gelöscht wurden, ohne dass Aufsichtsbehörden eingreifen mussten. Die Initiative setzt bei ihrer Arbeit auf Hinweise aus der Bevölkerung und eigene Recherchen. Insgesamt wurden 2008 rund 10 800 Beschwerden und Anfragen bearbeitet (plus 17 Prozent). Jugendschutz.net kontrollierte rund 6300 Webseiten, beobachtete regelmäßig die wichtigsten Chats und Communities und wertete mehr als 12 800 Fundstellen in Suchmaschinen und auf Videoplattformen aus.
Das rheinland-pfälzische Jugendministerium forderte am Montag in Mainz mehr Rücksicht auf die Schutzbedürfnisse von Jugendlichen in den neuen Internetdiensten. «Es reicht nicht, dass Web 2.0-Betreiber nur gegen gemeldete Verstöße vorgehen. Sie müssen ihre Vorsorge verbessern», sagte Staatssekretärin Vera Reiß.
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