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BerichteGamescom-Start mit Spielelust und Wartefrust
![]() Auf der Gamescom können Messebucher Neuheiten aus der Computerspiele-Branche ausprobieren. (Bild: dpa) am 20.08.2009 | Von Christof Kerkmann und Petra Albers, dpa Köln (dpa) - Von wegen in der Schule schwitzen: «Wir hatten hitzefrei», freuen sich Fouad und Batikan. Die 13-Jährigen durften am Donnerstag (20. August) nach der vierten Stunde gehen und sind zusammen mit fünf Klassenkameraden sofort zur Spielemesse Gamescom gefahren. «Jetzt lohnt sich das wenigstens», meinen die Jungs, während sie den Bildschirm vor ihnen nicht aus den Augen lassen. Bei Temperaturen von 33 Grad in Köln lässt es sich in den klimatisierten Messehallen besser aushalten als draußen. Das haben sich wohl viele gedacht: Der Andrang ist groß am ersten Publikumstag der Computerspielemesse (19. bis 23. August). Sollte man den typischen Gamescom-Besucher beschreiben, Nils Hagenström würde gut passen: Er ist jung, männlich und steht auf Action. «Die Messe darf man sich nicht entgehen lassen», sagt der 18-Jährige, der sich gerade ein T-Shirt mit seinem Gamer-Namen «Daemon» bedrucken lassen hat. Er hat die Reise von Belgien aus angetreten, um Neuigkeiten für seine Xbox 360 zu testen. Sein diesjähriger Favorit: «Diablo III». Beim Ausprobieren ist allerdings Geduld gefragt: Trotz der 10 000 Spielstationen kommt es teils zu langen Schlangen. Mehr als 60 Meter stehen die Fans - hauptsächlich junge Männer -, um einen Blick auf den neuen Teil «Modern Warfare 2» der Shooter-Reihe «Call of Duty» werfen zu können. Mittendrin bricht ein weibliches Wesen das Genre-Klischee: «Ich fühl mich zwischen den ganzen Jungs ganz wohl», sagt Tatjana (18) aus Köln. Sie selbst ist ein Fan und spielt CoD, wie das Spiel auch genannt wird, schon länger. Generell sind die viel beschworenen neuen Zielgruppen - Ältere und Frauen - aber deutlich in der Minderheit. Viele Händler machen ihre Bestellungen fürs Weihnachtsgeschäft davon abhängig, wie die Spiele beim Messepublikum ankommen. Und so liefern sich die 450 Aussteller eine Materialschlacht um die Gunst der Besucher: Der US-Hersteller Bethesda präsentiert das Kriegsspiel «Brink» in einer Art Bunker, den uniformierte Söldner bewachen. Und das Rollenspiel «Age of Conan» testen Fans in einem Urwald mit Plastikbäumen. Die Wartezeit vertreiben Trailer der neuen Spiele, die in Kinoqualität über riesige Flachbildschirme flimmern. Der Branchenverband BIU hat den Umzug seiner Leitmesse von Leipzig nach Köln selbst veranlasst, doch mancher Aussteller weint dem alten Standort nach. «Hier fehlt die Leidenschaft», sagt Klaas Kersting, Chef des deutschen Herstellers Gameforge. «In Leipzig hat die ganze Stadt mitgefiebert - hier fragt mich ein Taxifahrer, welche Messe überhaupt ist.» Trotzdem beführwortet der Unternehmer aus Karlsruhe den neuen Standort, nicht zuletzt wegen des großen Andrangs: «Hier ist Platz für die Zukunft.» Neben der Computerspiele-Branche wollen auch andere die vorwiegend jungen Messebesucher erreichen. Die Bundeswehr hat einen Spähpanzer «Fennek» aufgefahren. «Wir wollen den jungen Besuchern zeigen, was für Technik es bei der Bundeswehr gibt», sagt Hauptfeldwebel Thorsten Kramer. Und wer will, kann sich gleich über Jobs bei der Truppe informieren. Auch die Junge Union sucht den Dialog mit den Gamern - die Sessel auf dem Stand der CDU-Jugendorganisation bleiben aber meist leer. Gefragter sind die T-Shirts der «Horst-Schlämmer-Partei» gleich um die Ecke. Ernsthafter geht es auf einer Konferenz über die gesellschaftliche Bedeutung von Computerspielen zu. Wissenschaftler, Politiker und Branchenvertreter diskutieren dort über Themen wie Jugendschutz. Oft werde die Diskussion über Computerspiele in der Gesellschaft zu aufgeregt und ohne das nötige Hintergrundwissen geführt, meinen Experten und sehen einen Generationskonflikt. Mit solch schwierigen Debatten möchten sich die meisten Gamescom-Besucher aber nicht beschäftigen. Sie wollen einfach spielen - und zwischendurch relaxen. Alle Strandsessel im Außenbereich sind besetzt, und trotz der Hitze ist auch beim Beachvolleyball und an der Torwand einiges los. Auch für Abkühlung ist gesorgt: In einem Planschbecken lassen es sich ein paar Jugendliche mit Getränken in der Hand gutgehen. Links
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