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Psychologe: World Wide Web ist in der Pubertät

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WWW
«Mal wird das Netz in den Himmel gelobt, mal wird es in Grund und Boden kritisiert», sagt der Organisationspsychologe Peter Kruse. (Bild: dpa)

am 06.08.2009

Bremen (dpa) - Über das Alter des Internets - oder vielmehr seinen populärsten Teil, das World Wide Web (WWW) - gibt es unterschiedliche Angaben. Als einer der «Geburtstage» gilt der 6. August 1991.

Damals stellte der Erfinder Tim Berners-Lee das Projekt des europäischen Teilchenforschungszentrums CERN in der Newsgruppe alt.hypertext vor und machte es damit der Öffentlichkeit zugänglich. Das WWW wird also volljährig, wie man sagen könnte. Für den Bremer Organisationspsychologen Peter Kruse steckt das Netz trotzdem mitten in der «Pubertät».

«Das World Wide Web durchlebt, zugegeben leicht verspätet, die Höhen und Tiefen der pubertären Phase», meint der Professor. Sie zeichne sich dadurch aus, dass die Verhaltensmöglichkeiten bereits deutlich weiter entwickelt sind als die Fähigkeit zu deren sinnvollem Einsatz. «Zusätzlich ist die Pubertät eine Zeit besonders sensibler Selbstwahrnehmung.» Die aktuelles Situation des Internets sei durch Wechselbäder in der Befindlichkeit charakterisiert.

«Mal wird das Netz in den Himmel gelobt, mal wird es in Grund und Boden kritisiert. Die Spannbreite der Einschätzungen reicht vom globalen Bewusstsein, dessen kollektive Intelligenz hilft, die Probleme der Welt zu lösen, bis zu einem schrillen Rauschgenerator, der es mit zweifelhaften Informationen zusätzlich erschwert, das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen.» Das WWW oszilliere also zwischen Wunsch, Weisheit und Wahnsinn - so wie es sich für eine ordentliche Pubertät gehöre, sagte Kruse.

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