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Nicht jeder Politiker im Internet ist echt

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Profile
Immer mehr Politiker sind im Netz vertreten - doch nicht jedes Profil ist echt. Ein Beispiel ist das gefälschte Twitter-Profil des SPD-Politikers Thorsten Schäfer-Gümbel. (Bild: dpa)

am 20.07.2009

Berlin (dpa) - Nicht alle Politiker, die sich im Internet bei Facebook, Twitter & Co. tummeln, sind auch tatsächlich echt. Einige Tipps für den Umgang mit den sogenannten «Fake»-Profilen:

Wie erkenne ich, ob ein Politiker-Profil echt ist?

Die sicherste Methode ist, sich zunächst die offizielle Homepage eines Politikers oder einer Partei anzusehen, die in jedem Fall ein vollständiges Impressum haben sollte. Wenn dort ein Link etwa auf ein studiVZ- oder Twitter-Profil angegeben ist, dann steht dahinter auch tatsächlich der echte Politiker. Fehlt dort aber zum Beispiel der Link zu Twitter und trotzdem gibt es jemanden, der im Namen des Politikers twittert, ist davon auszugehen, dass man es mit einer Fälschung zu tun hat.

Warum gibt es diese Fakes (Fälschungen)?

Überwiegend stecken mit Sicherheit Spaßvögel dahinter, die entweder einen Politiker mit sportlichem Eifer «nachahmen» oder ihn aufs Korn nehmen wollen. In Einzelfällen kann aber auch die politische Konkurrenz am Werk sein. Das ist nichts Ungewöhnliches bei neuen Medien, mit denen Bürger noch nicht so vertraut sind. Vor einer Wahl in dem westafrikanischen Land Ghana zum Beispiel versandten Politiker beziehungsweise deren Helfer per Handy SMS im Namen ihrer Gegner und teilten darin mit, dass sie sich «zu schwach» für eine Kandidatur fühlten.

Kann man gegen die Fälschungen etwas unternehmen?

Das hängt davon ab, was die Internet-Plattformen in ihren Geschäftsbedingungen zu der Thematik festgelegt haben. Meist können Nutzer angeblich gefälschte Profile melden, und der Betreiber sperrt oder löscht sie dann nach einer Überprüfung. Das größte deutsche Online-Netzwerk studiVZ zeigt auf seiner Sonderseite «Wahlzentrale» sogar ausschließlich vorab geprüfte Politiker-Profile an. Schwieriger wird es, wenn echte Profile «gehackt» werden - also zum Beispiel ein Fälscher das Passwort rät und dann in Namen der Politikerin oder des Politikers unsinnige oder böswillige Mitteilungen verfasst.

Haben es Fake-Profile zu Berühmtheit im Internet gebracht?

Als besonders trickreich erwies sich die Fälschung des Satiremagazins «Titanic», die im Namen des hessischen SPD-Spitzenkandidaten bei der Landtagswahl, Thorsten Schäfer-Gümbel, twitterte. Als dieser den Fake entdeckte, versah er sein eigenes Profil mit dem Zusatz «Das Original» - woraufhin die Fälscher ihres «Der Echte!» nannten. Bei Twitter war auch zeitweise der Dalai Lama mit buddhistischen Kurz-Weisheiten vertreten - ebenfalls eine Fälschung. Und rund 3500 Anhänger zählt dort der SPD-Parlamentarier Jakob Mierscheid. Er ist sozusagen eine doppelte Fälschung, denn einen echten Mierschied gibt es im Bundestag gar nicht. Zumindest hat ihn noch keiner gesehen.

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