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Mobiles Surfen im Ausland kann sehr teuer werden

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Mobiles Surfen
Per E-Mail Bilder aus dem Urlaub nach Hause zu schicken, kann schnell das Reisebudget sprengen: Preise von 20 Euro pro Megabyte sind möglich. (Bild: Diagentur/dpa/tmn)

am 16.07.2009 | Von Sven Appel, dpa

Bonn/Berlin (dpa/tmn) - Im Ausland mit dem Handy oder Notebook online zu gehen, kann sehr teuer werden. Zwar gelten in den EU-Staaten Höchstgrenzen für die sogenannten Roaming-Gebühren, die bei länderübergreifenden Handy-Gesprächen sowie beim Versenden von SMS anfallen.

Bei den Roaming-Gebühren für den Datenverkehr, fürs mobile Surfen und das Verschicken von E-Mails also, existiert so ein Limit aber nicht. Daher kann schon der Abruf eines einzigen Megabytes selbst innerhalb der EU mehr als 20 Euro kosten.

Begrenzt wurden laut der Bundesnetzagentur in Bonn lediglich die Vorleistungsentgelte für den Internetzugang über Mobilfunknetze im EU-Ausland. «Dies sind Entgelte, die sich die Anbieter gegenseitig in Rechnung stellen», heißt es bei der Behörde. Die Obergrenze für Vorleistungsentgelte liegt bei 1 Euro pro Megabyte (MB). Sie wird schrittweise auf 80 Cent im Jahr 2010 und auf 50 Cent pro MB im Jahr 2011 abgesenkt.

Ab März 2010 müssen laut der Bundesnetzagentur Mobilfunkanbieter ihren Kunden zudem anbieten, grenzüberschreitende Datenverbindungen ab einem bestimmten monatlichen Betrag unterbrechen zu lassen. So sollen allzu hohe Rechnungen vermieden werden. Und ab Juli 2010 gelte ein Limit von 50 Euro plus Mehrwertsteuer automatisch für alle Kunden, die sich nicht für eine Obergrenze entschieden haben. Vorerst bleibt es weiterhin stark abhängig vom jeweiligen Mobilfunkanbieter und Tarif, was dem Kunden das mobile Surfen im Ausland letztlich kostet, so die Stiftung Warentest in Berlin.

«Datenroaming im Standardtarif ist sehr teuer», sagt Marc Kessler vom Telekommunikationsportal teltarif.de in Berlin. Derzeit schwanken die Preise für das mobile Surfen im Ausland erheblich: Zwischen rund 2 Euro bis etwa 20 Euro können pro übertragenen MB im EU-Ausland fällig werden. Da könne es schon übel ausgehen, wenn sich das Notebook einfach nur sein automatisches Windows-Update holt, so Kessler.

Und manchmal muss man gar nicht im Ausland sein, damit Roaming-Gebühren anfallen: Schon wer sich auf deutscher Seite im Grenzgebiet aufhält, sollte genau auf das gerade benutzte Mobilfunknetz achten, rät die Computerzeitschrift «c't». «Auf Sylt ist man schnell bei einem dänischen Netzbetreiber eingebucht, in den Alpen bei einem österreichischen.» In solchen Fällen sollte man folglich immer versuchen, manuell auf das Netz des eigenen Anbieters umzuschalten.

Laut Stiftung Warentest unterscheiden sich jedoch nicht nur die Preise pro Megabyte, sondern auch die Abrechnungsmodelle: Viele Anbieter rechnen in Paketen zu 100 Kilobyte (KB) ab. Andere zählen 50 KB große Datenpakete. «Nur die wenigsten takten in fairen 10-Kilobyte-Schritten.» Wer plant, im Ausland mobil online zu gehen, sollte sich vorher genau über die jeweiligen Tarife beziehungsweise über die Roaming-Gebühren informieren - etwa auf der Website des Anbieters.

Den günstigsten Tarif finden Verbraucher nur, wenn sie sich das eigene Nutzungsverhalten deutlich machen. Wer etwa einen Tag lang intensiv surfen will, kommt möglicherweise mit Tagespauschalen gut weg, wie sie unter anderem T-Mobile und Vodafone anbieten. Die Pauschalen von rund 15 Euro beinhalten Surfen für 24 Stunden und ein Datenvolumen von 50 MB.

Während bei Vodafone nach 50 MB tatsächlich Schluss ist, werden bei T-Mobile und anderen Anbietern solcher Pauschalen zusätzliche Übertragungen ermöglicht und extra berechnet. Das sollten Nutzer im Blick haben. Fürs Notebook gibt es entsprechende Datenzähler-Programme. Und die meisten Handys besitzen so eine Funktion ebenfalls.

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