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Aktuelles«Online-Exhibitionismus» macht Eltern Sorgen
![]() Jugendliche tauschen sich gern auf Webseiten wie Facebook und anderen sozialen Netzwerken aus. Eltern geht die Mitteilungsfreudigkeit zum Teil zu weit. (Bild: dpa) am 25.06.2009 München (dpa) - Sie heißen SchülerVZ, Facebook oder Lokalisten - die sozialen Netzwerke im Internet. Vor allem Kinder und Jugendliche sind in solchen Portalen registriert und geben dabei oft mehr von sich preis, als ihren Eltern lieb ist. Das sagt der Münchener Kommunikationswissenschaftler Axel Dammler, der mit dem Münchner Institut Iconkids & youth eine Studie veröffentlicht hat. Demnach sind rund 60 Prozent der Jugendlichen zwischen 13 und 19 Jahren in sozialen Netzwerken im Internet angemeldet. Ihre Zahl hat sich demnach innerhalb von zwei Jahren fast verdreifacht. 2007 waren es noch 22 Prozent. «Viele Eltern finden diese Zahl beunruhigend», sagte Dammler. Schließlich fürchteten sie Kontrollverlust, weil sie nicht wüssten, was in den Netzwerken «abgehe». «Wenn Freunde kommen, kann man sie sehen und einschätzen. Das Internet ist jedoch nicht zu kontrollieren.» Die Jugendlichen gäben sehr viel von sich preis - das sei zum Teil «Online-Exhibitionismus», wie der Kommunikationswissenschaftler sagt. «Das kann nach hinten losgehen, gerade weil Jugendliche oft gedankenlos agieren.» Auch sei die Suchtgefahr groß, wenn die virtuelle Welt wichtiger werde als die reale. Eltern dürften soziale Netzwerke dennoch nicht verteufeln. «In einer mobilen Gesellschaft sind sie die Zukunft der zwischenmenschlichen Kommunikation», sagte Dammler. Beziehungen und Freundschaften müssten heute über viel größere Entfernungen gepflegt werden, dafür sei das Internet ein perfektes Medium. Der Experte sieht beide Seiten in der Pflicht. «Die Kinder sollten ihren Eltern mal zeigen, was da abgeht. Dann werden viele schon erleichtert sein.» Gleichzeitig müssten Eltern den Jugendlichen aber den richtigen Umgang mit Medien, die sogenannte Medienkompetenz, vermitteln und immer wieder auf die Gefahren aufmerksam machen. «Jugendliche sind viel risikobereiter, sie leben stark im Hier und Jetzt und denken nicht an die Zukunft. Deswegen müssen sie den richtigen Umgang mit dem Internet erst lernen, um die Folgen ihres Handelns besser abschätzen zu können.»
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