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VHS-Videos und Super-8-Filme digitalisieren

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VHS-Video
Alten Filmen neues Leben einhauchen: Sowohl VHS-Videos als auch Super-8-Streifen lassen sich digitalisieren. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

am 25.06.2009 | Von Juliane Mroz, dpa

Lauf an der Pegnitz (dpa/tmn) - Im Regal verstaubt die Sammlung selbst gedrehter Super-8-Filme. Auch die Videos von den Urlauben auf Mallorca in den 90ern hat lange niemand mehr angesehen.

Oft scheint es zu mühsam, Projektor und Leinwand aufzubauen - oder das VHS-Gerät lagert inzwischen im Keller. Für viele Hobbyfilmer wäre es trotzdem ein Frevel, Filmrollen und Videokassetten wegzuwerfen. Jahrzehntelanges Lagern macht das Material aber auch nicht besser. Daher empfiehlt es sich, es auf digitale Datenträger zu überspielen.

«Es ist sinnvoll, analoges Material zu digitalisieren, da man den Zustand damit sozusagen 'einfriert'», sagt Jonathan Albert aus Lauf an der Pegnitz, der die Film-Community «amateurfilm-magazin.de» betreibt. Aus seiner Sicht ist es meistens die bessere Wahl, damit einen Anbieter zu beauftragen. «Bei geringen Stückzahlen ist gute Hardware teurer, als es dem Profi in die Hand zu drücken. Und der Zeitfaktor spielt ja auch eine Rolle.» Denn dem Digitalisieren in Echtzeit folgen oft noch Render-Prozesse. «Und die können je nach Leistung des Computers mehrere Stunden dauern.»

Wen das nicht abschreckt und wer nicht allzu perfektionistisch ist, der kann auch selbst digitalisieren. Für VHS-Material braucht man «einen halbwegs schnellen Rechner, der eine Grafik- oder TV-Karte mit Videoeingang hat», wie der Experte Simon Ostermann erklärt. Neben CD-Brenner und VHS-Player gehört zur Ausstattung auch ein Kabel, das einen Scartanschluss für den Videorekorder und auf der anderen Seite drei Cinchstecker hat: einen roten und einen weißen für die Soundkarte sowie einen gelben, der - möglicherweise erst mit Hilfe eines Adapters - in den Videoeingang der Grafik- oder TV-Karte passt.

Eine von Simon Ostermann verfasste Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie sich das Material mit Hilfe von Software übertragen lässt, gibt es unter «it-academy.cc». Der Text ist dort mit Hilfe des Suchworts «VHS digitalisieren» zu finden. Die Software gibt es als kostenlosen Download. Ostermann empfiehlt Windows-Nutzern «Virtual Dub» zum Überspielen der Videos sowie «TMPGEnc» zum Schneiden und Formatieren. Außerdem wird noch ein Programm zum DVDs-Brennen benötigt.

Wenn sich die Grafikkarte sträubt, empfiehlt sich der Kauf eines USB-Videowandlers, der die nötigen Anschlüsse hat und das Signal von analog auf digital umwandelt. Ein solcher Wandler kostet etwa 20 Euro. Alternativ gibt es DVD/VHS-Rekorder, mit deren Hilfe der Nutzer von VHS auf DVD und umgekehrt kopieren kann. Diese Geräte kosten aber meist mehr als 200 Euro.

Auch wer zu Hause Super-8-Filme umwandeln will, muss in Hardware investieren: «Möchte jemand das Material digitalisieren, um es zum Beispiel an die Kinder weiterzugeben, und legt er nicht unbedingt Wert auf allerbeste Qualität, kann er einen Glas-Screen verwenden», erläutert Günter Brähler, Videotechnikhändler aus Walluf im Rheingau.

Der Screen besteht aus zwei Glasscheiben mit einer Paraffinschicht dazwischen, die das Licht bricht. Der Film wird mit Hilfe eines Umlenkspiegels auf den Screen projiziert und von dort abgefilmt. Wer das Teil selbst baut, ist mit rund 70 Euro dabei. Ein komplettes Set mit Scheibe, Halterung und Umlenkspiegel kostet 120 Euro.

«Wer aber wirklich gute Qualität haben will», so erklärt Brähler, «der gibt seine Filme zu einem Spezialisten und lässt sie abtasten.» Das kostet zwar unter Umständen eine Menge Geld, es erspart aber auch viel Arbeit - die manchem Hobbyfilmer aber gar nicht unbedingt lästig ist, wie Günter Brähler weiß: «Damit kann man sehr schön die Wintermonate verbringen.»

Wie lange hält ein Super-8-Band oder eine VHS-Kassette überhaupt? «Das ist sehr unterschiedlich und hängt von vielen Faktoren ab», sagt Egbert Koppe, Archivar im Bundesarchiv in Berlin. Bei VHS-Bändern ebenso wie bei Super-8-Filmen ist das Spektrum an Qualitäten und Materialeigenschaften groß. Außerdem hängt viel davon ab, wie und wo das Material aufbewahrt wurde. «Kühl und trocken lagern ist tendenziell gut, zu warm und zu trocken geht schief», sagt Koppe. «Kühl und trocken kann es sogar schon im Wohnzimmer sein.» Wer sehr an seinen Aufnahmen hängt, dem rät der Archivar, sowohl zu digitalisieren als auch die Originale aufzuheben.

Denn wer weiß, wie sich die Technik entwickelt? «Bei digitalen Daten ist die Systemstabilität nicht garantiert», so Koppe. Was heute noch modern ist, ist irgendwann möglicherweise wertlos, da die nötige Soft- und Hardware nur noch schwer oder gar nicht mehr zu bekommen ist. «Anders ist das bei analoger Technik: Einen Filmprojektor wird man noch lange auf dem Trödel bekommen - und wer ein bisschen basteln kann, bekommt den auch immer wieder zum Laufen.»

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