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Tückische Datenträger: Auch USB-Sticks haben Viren

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USB-Sticks
Vielleicht enthalten sie nur Daten, vielleicht aber auch Schädlinge: Immer mehr Malware verbreitet sich über Wechselmedien wie USB-Sticks. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

am 23.06.2009 | Von Andreas Thieme, dpa

München (dpa/tmn) - Viren oder Trojaner können verheerende Schäden auf Computern anrichten. Ist der eigene Rechner erst infiziert, sind Schadprogramme nur schwer zu vernichten.

Gefahren für den PC gehen aber nicht nur vom unbedachten Surfen im Internet oder dem Öffnen von E-Mail-Anhängen aus: Zunehmend verbreitet sich Schadcode auch über Wechselmedien wie USB-Sticks oder externe Festplatten.

«Viren suchen sich stets neue Verbreitungswege», erklärt Christoph Hardy vom Sophos, einem Anbieter für IT-Sicherheitslösungen in Mainz. Mobiler Datentransport sei deshalb eine nicht zu unterschätzende Gefahrenquelle für den eigenen Computer.

Ganz im Gegenteil: Im Jahr 2008 waren annähernd zwei Drittel aller potenziellen Infektionen mit Schadcode in Europa und Afrika sowie dem Mittleren Osten auf die Nutzung von Wechselmedien zurückzuführen. Das geht aus dem «Internet Security Threat Report» des Softwareanbieters Symantec aus München hervor, der aktuelle Netz-Gefahren analysiert. Ein Jahr zuvor waren es erst 44 Prozent gewesen.

«Beim Anschließen von portablen Datenträgern verbreitet sich die Malware heimlich durch sogenannte Shared Executable Files», erläutert Virenforscher Candid Wüest von Symantec. Anwender gäben den Schadcode auf diesem Weg manuell, quasi per Hand, an andere Nutzer weiter. Weil Wechselmedien und andere tragbare Massenspeicher vermehrt Anwendung finden, würden auch mehr Schädlinge über diesen Kanal verbreitet.

Dabei kann der Nutzer leicht vorsorgen. «Aufgrund der schnellen Veränderungen und des Auftauchens von immer neuen Viren, Würmern und Trojaner müssen sich Sicherheits-Software sowie Antiviren-Programme stets auf dem neuesten Stand befinden», erläutert Sebastian Spooren vom Institut für Internet-Sicherheit (ifis) der Fachhochschule Gelsenkirchen.

Bevor man einen fremden USB-Datenstift benutzt oder eine externe Festplatte anschließt, gehören die Geräte mit einem aktuellen Antiviren-Programm auf Malware hin überprüft, rät Spooren. Beim Absichern gegen Schadprogramme ist der Anwender in der Pflicht, sagt auch Fabian von Keudell von der Zeitschrift «Chip». Neben täglichen Updates der Antiviren-Software kommt es auch auf das regelmäßige Aktualisieren der Windows-Software an.

Doch Antiviren-Software ist nicht gleich Antiviren-Software: Ein kostenloses Programm reicht laut Christoph Hardy nicht mehr aus, um den Computer vor allen auftretenden Gefahren zu schützen. Schutz vor Schadcode auf Wechselmedien bieten dem Experten zufolge vor allem sogenannte On-Access-Virenscanner. Sie blockieren die Angreifer sofort beim Aufrufen einer befallenen Datei. «Taucht eine verdächtige Datei auf, sollte sie umgehend gelöscht werden.»

Auch von Keudell rät Anwendern, sich genau zu überlegen, welches Programm sie verwenden. So sei kostenlose Antiviren-Software nicht in jedem Fall in der Lage, einen Wurm zu erkennen, der via Wechselmedium auf den Rechner gelangen will. Vielleicht erkennt das Programm den Schädling zwar, hält ihn aber nicht davon ab, das Sicherheitssystem zu blockieren, so dass Gegenmaßnahmen nicht möglich sind.

«Kaufversionen bieten hingegen umfassenderen Schutz», sagt Fabian von Keudell. Häufig müssten Verbraucher nicht mehr als 30 Euro investieren, um eine gute Software zu erhalten. Zusätzlich sollte eine funktionierende Firewall installiert sein.

Ist der Rechner dennoch infiziert, wird er im schlimmsten Fall von Hackern ausspioniert und ferngesteuert. «Auch computereigene Reparatursysteme werden in diesem Fall blockiert», erklärt von Keudell. Hat der Nutzer eine gekaufte Antiviren-Software, kann er damit den Schadcode entfernen, indem er das Programm von der Original-CD startet.

Alternativ helfen sogenannte Removal Tools, die aus dem Internet heruntergeladen werden können - zum Beispiel der kostenlose Scanner des Anbieters F-Secure, der Viren und Spyware bekämpft. Unter Umständen läuft es aber auch besonders ungeschickt, und dem Anwender bleibt nichts anderes übrig, als das Betriebssystem neu aufzuspielen.

Gefahren gehen besonders von Dateien häufig genutzter Anwendungen aus, so von Keudell. Dies gelte zum Beispiel für den PDF-Leser Adobe Reader oder Musik, die über den Windows Media Player oder Winamp angehört wird. Auch wenn ein Nutzer denkt, ihm könne nichts passieren, wenn ihm ein Freund einen Stick mit Musik oder PDFs in die Hand gedrückt hat, gilt deshalb: Weiß er nicht ganz genau, dass die Dateien ursprünglich von einer sicheren Quelle kommen, sollte er sie überprüfen, ehe er sie auf den Rechner zieht.

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