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BerichteWorld Wide Peinlich: Wie man die Web-Weste säubert
![]() Ist der Ruf erst ruiniert - Internetnutzer können peinliche Webeinträge über sich selbst nicht einfach wegradieren. (Bild: Remmers/dpa/tmn) am 17.06.2009 | Von Berti Kolbow, dpa Ingolstadt/Ludwigshafen (dpa/tmn) - Keine Frage, das Web ist ein vorzügliches Instrument, um Dinge über Menschen herauszufinden. Doch Spezialsuchmaschinen wie «yasni.de» und «spock.com» wissen mitunter mehr über die eigene Person als einem lieb ist. Doch Fotos von Partysünden oder rufschädigende Foreneinträge lassen sich entfernen. «Immer häufiger wird Zwist aus dem wirklichen Leben, etwa Ärger zwischen Nachbarn oder Ex-Eheleuten, im Netz weitergeführt», sagt Thomas Volkmer von «internetvictims.de» aus Ingolstadt, einer Anlaufstelle für Opfer von Rufschädigung im Netz. «'Cybermobbing' unter Jugendlichen ist ein großes Problem», ergänzt Christina Rhode von Klicksafe, einer Initiative öffentlicher Träger für den sicheren Umgang mit dem Internet mit Sitz in Ludwigshafen. «Einen Forumsbetreiber anzuschreiben, und ihn um die Löschung eines verletzenden Beitrags zu bitten, kann jeder selbst übernehmen», sagt Rhode. Als Argument könne das Recht auf die «informationelle Selbstbestimmung» dienen. Oder man macht den Betreiber darauf aufmerksam, dass ein Beleidigung ein Straftatbestand ist. «Wer auf Fotos oder Videos im Netz klar zu sehen ist, deren Veröffentlichung er nicht zugestimmt hat, kann auf deren Entfernung pochen», erklärt Carsten Ulbricht, Rechtsanwalt und Experte für IT-Recht aus Stuttgart. Kommt es zum Rechtsstreit, ist bei verbalen Äußerungen Folgendes zu beachten: «Handelt es sich um eine überprüfbare Tatsachenbehauptung, die nachweislich falsch ist, muss der Beitrag grundsätzlich entfernt werden.» Doch viele Anwender werden nicht diffamiert: Sie haben selbst etwa Fotos vom eigenen Vollrausch veröffentlicht und wissen womöglich gar nicht mehr wo. Für solche Fälle gibt es Dienstleister, die gegen Gebühr Missliebiges zu entfernen beziehungsweise Positives zu platzieren versuchen. Online-Reputations-Management (ORM) heißt das. Die Basis-Dienstleistung von Anbietern wie «reputationdefender.com», «datenwachschutz.de» oder «deinguterruf.de» ist, zu sammeln, was über den Kunden im Netz zu finden ist. Auf peinliche Fotos ist etwa «ProComb» spezialisiert. Die Gebühren für die Datendossiers starten bei rund 10 Euro pro Monat. Im nächsten Schritt bieten die Dienstleister an, Unliebsames zu entfernen, indem sie die Betreiber kontaktieren. Eine Erfolgsgewähr gibt es nicht. Zahlen muss man dennoch, wie etwa «deinguterruf.de» und «reputationdefender.com» schreiben. Ein Auftrag kostet 20 bis 30 Euro. «Für juristisch unerfahrene und bequeme Menschen ist das Angebot von Dienstleistern zunächst einmal eine überlegenswerte Alternative», so Thomas Volkmer. Rechtsberatung dürfen die ORM-Dienstleister nicht anbieten. Das ist aber nötig, wenn das Löschgesuch auf Widerstand stößt oder unklar ist, ob wirklich Anspruch auf Entfernung besteht. Auch beim Cybermobbing stoßen die Dienstleister an ihre Grenzen. «Heute gelöscht, steht morgen doppelt so viel Nachteiliges an anderer Stelle», warnt Volkmer. Dann helfe nur die Suche nach den Urhebern. «Mobbing-Opfer kommen am Gang zum Rechtsanwalt nicht vorbei.» Im übelsten Fall können die Täter nicht identifiziert werden. Dann kommt ein anderer Ansatz ins Spiel. So ermöglicht «MyOn-ID» Nutzern, sich durch Anlegen einer Webseite ein Wunschprofil zu erstellen, das in Suchmaschinen unter den ersten Einträgen auftaucht. Christina Rhode empfiehlt, es gar nicht so weit kommen zu lassen: Wer wenig Persönliches im Netz preisgibt, macht sich weniger angreifbar. «Zum Beispiel Identitätsdiebstahl, also das Anlegen von Profilen unter falschen Namen, wird dadurch schwieriger.» Links
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