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BerichteSteuerberatung per Mausklick
![]() Etliche Steuerberater bieten ihre Dienste inzwischen auch oder sogar ausschließlich online an. (Bild: Remmers/dpa/tmn) am 10.06.2009 | Von Berti Kolbow, dpa Köln/München (dpa/tmn) - Gegen eine Rückerstattung vom Finanzamt hat niemand etwas. Der Gang zum Steuerberater gilt vielen jedoch als lästig. Doch immer mehr bieten ihre Dienste mittlerweile auch online an. Ein Anbieter ist steuerberaten.de: Die Gesellschaft aus Köln arbeitet komplett im Netz. Eingaben der Mandanten erfolgen per Online-Maske. Unterlagen werden per Post oder E-Mail an das Büro geschickt. Die Kosten lassen sich vorab per Mausklick ausrechnen. Der Anbieter wirbt damit, seine Gebühren lägen teils 70 Prozent unter dem Durchschnitt dessen, was Steuerberater verlangen dürfen. «Wir bieten all das, was herkömmliche Steuerkanzleien auch leisten», sagt Geschäftsführer Ralf Müller von Baczko. Da es weniger Wert auf repräsentative Räume legen müsse, die elektronische Verwaltung schlanker sei und Telearbeit die Personalkosten klein halte, könne das Online-Büro aber günstiger kalkulieren. Die Beratung erfolge per Mail, Skype oder, zu den Bürozeiten, Gratis-Hotline. Steuerberaten.de richtet sich an Unternehmen, Vereine und Privatpersonen. Ausschließlich Menschen mit Einkommen aus nichtselbstständiger Arbeit berät der Online-Lohnsteuerhilfeverein steuercheck24.de aus München. Nötig ist nur das einmalige Registrieren auf der Webseite. Danach erhalten Kunden eine Checkliste, mit der sie ermitteln können, welche Unterlagen sie einreichen müssen. «Aus der Lohnsteuerkarte und ähnlichen Dokumenten können wir schon einiges herauslesen», sagt Vereinsvorstand Silvia Steffen. Die Schriftstücke können per Post, Fax oder E-Mail übersandt werden. Die Berater nennen die voraussichtliche Erstattungssumme, und gibt der Kunde grünes Licht, geht die Erklärung ans Finanzamt. Beraten werden Mitglieder für einen pauschalen Jahresbeitrag von knapp 80 Euro. Das liegt am unteren Ende der Beitragsskala von Lohnsteuervereinen. «Aufgrund der Spezialisierung auf die Lohnsteuererklärung und weil der Kundenverkehr entfällt, können wir zügiger arbeiten», erklärt Steffen. Der bundesweit tätige Verein HILO («Hilfe in Lohnsteuerfragen») hat dagegen schlechte Erfahrungen mit der Online-Beratung gesammelt: «Die Beratung in Interviewform von Angesicht zu Angesicht hat sich bei uns als vernünftigste Alternative herausgestellt», sagt Vorstand Michael Schmitt-Walter. Zeitweilig hatte der Verein das Übermitteln der Steuerdaten per Internet ermöglicht. Aber die Online-Eingabe sei vielen zu aufwendig gewesen und habe den Klärungsbedarf erhöht. Skepsis äußert auch der Deutsche Steuerberaterverband (DStV) in Berlin: «Gerade zu Beginn ist das Gespräch wichtig», so Sprecher Markus Deutsch. Insbesondere «gestaltende Beratung», bei der auf Handlungsoptionen hingewiesen wird, erfordere Detailarbeit. Ralf Müller von Baczko hält dagegen: «Jeder Fall ist individuell, aber bestimmte Bestandteile der Dienstleistung sind identisch.» Als Alternative kommt laut Deutsch eine Mischform infrage: Viele Steuerberater bieten neben klassischer Beratung ihre Dienste optional elektronisch an, etwa die Kanzlei Schuster und Schuster aus Krummesse in Schleswig-Holstein. Unter www.frage-an-einen-steuerberater.de ist sie erreichbar. Per Formular auf der Webseite wird der Sachverhalt geschildert. Nimmt die Kanzlei den Auftrag für die Pauschale von 83,30 Euro an, wird das Honorar mittels zuvor hinterlegter Kontodaten abgebucht. Die Beratung erfolgt via E-Mail. Ist der Sachverhalt zu umfangreich, erhält der Klient ein individuelles Angebot. InfosErklärung selbst online erstellen Wer sich sicher ist, dass er keine ausführliche Beratung braucht, kann seine Erklärung gleich selbst online erstellen und ans Finanzamt übermitteln. Die offizielle staatliche Lösung ist die Software «Elster» (Download unter www.elster.de). Einige Funktionen ermöglicht das Portal elsterOnline.de auch ohne Programminstallation. Eine Alternative ist der kostenpflichtige Dienst steuerfuchs.de. Er arbeitet webbasiert, ein Browser genügt. Im Unterschied zu «Elster» gibt er Tipps, damit keine Steuerersparnis verschenkt wird. Die Vorjahresversion von steuerfuchs.de schnitt bei Stiftung Warentest «befriedigend» ab. Einen Haken hat die selbstgemachte Erklärung allerdings: Die Frist für die Einreichung läuft Ende Mai - für das Jahr 2008 ist sie also schon verstrichen. Wer einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein beauftragt, hat bis Ende Dezember Zeit.Links
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