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Fotodruck verbessern: Eine Frage von Tinte und Papier

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Fotodruck verbessern
Hilft anderes Papier oder Treiber-Tuning? Bis Fotos so brillant aus dem Drucker kommen wie gewünscht, ist meist einige Tüftelei nötig. (Bild: Canon/dpa/tmn)

am 09.06.2009 | Von Felix Rehwald, dpa

Frankfurt (dpa/tmn) - Trotz digitalem Album: Bilder vom Urlaub oder der Familienfeier wollen viele Fotofans lieber auf Papierabzügen zeigen. Mit einem modernen Tintenstrahldrucker sind die Aufnahmen zwar schnell zu Papier gebracht - doch die Qualität überzeugt nicht immer.

Um den Ausdruck zu verbessern, können schon eine andere Sorte Fotopapier oder veränderte Einstellungen der Druckersoftware ausreichen. «Das A und O ist, dass man sich vernünftiges Papier zulegt», sagt Constanze Claus vom Photoindustrie-Verband in Frankfurt. «Das Papier muss mit dem Drucker harmonieren.» Für Tintenstrahldrucker ist zum Beispiel dünnes Standard-Kopierpapier kaum geeignet. Sie benötigen Inkjet-Papier, das etwas fester ist und die Farbe besser annimmt.

Auch die Papierbeschichtung kann das Druckergebnis beeinflussen: «Hochglanzpapier bietet mehr Brillanz als mattes Papier», erklärt Claus. Sie empfiehlt Hobbyfotografen, sich zu informieren, welche Papiersorten ihr Drucker verarbeiten kann - und auszutesten, wie die Ausdrucke wirken. «Mit vom Druckerhersteller empfohlenem Papier liegt man schon richtig. Papiersorten von Fremdherstellern müssen aber nicht schlechter sein.» Der Vorteil von Fremdfabrikaten liegt häufig im Preis - Inkjet-Papier vom Druckerhersteller ist meist teurer.

Bis man jedoch eine Papiersorte von einem Fremdanbieter gefunden hat, die günstig ist und auch noch ein zufriedenstellendes Ergebnis beim Fotodruck liefert, ist möglicherweise langes, umständliches Probieren nötig, wendet Peter Knaak von der Stiftung Warentest in Berlin ein. «Das ist ein wahnsinnig komplexes Thema. Das sollte man nicht unterschätzen.» Erschwerend komme hinzu, dass einige Druckerhersteller untereinander inkompatible Papiersorten anbieten. Knaak empfiehlt deshalb, besser gleich das für den jeweiligen Drucker empfohlene Herstellerpapier zu verwenden - auch wenn es etwas teurer ist.

Laut Constanze Claus ist auch die Temperatur des Druckerpapiers wichtig: Zwischen etwa 16 bis 20 Grad sollte sie liegen. Ist sie niedriger, nimmt das Papier die Tinte nicht richtig an. Und ist sie höher, trocknet die Tinte zu schnell. Beides beeinträchtigt das Druckergebnis.

Den Ausdruck beeinflussen kann auch die Tinte. Für Besitzer von Tintenstrahldruckern ist es ein heikles Thema, ob sie mit der eher teuren Hersteller- oder mit in der Regel günstigerer Fremdtinte drucken. Abgesehen vom Risiko, dass Fremdtinte die feinen Druckköpfe beschädigen kann, ist möglicherweise auch das Resultat beim hochauflösenden Fotodruck verfälscht, warnt Constanze Claus. So ist die Rezeptur von Fremdtinte anders - was sich neben einem Farbstich auch in der Haltbarkeit und Lichtbeständigkeit bemerkbar machen kann.

«Originaltinten sind meist Pigmenttinten, während Fremdtinten aus Azofarbstoffen bestehen», erläutert Peter Knaak von Stiftung Warentest. Die synthetischen Azofarbstoffe reagierten mit Ozon, so dass sie mit der Zeit ausbleichen. Zwar habe die Stiftung Warentest über die vergangenen Jahre bei ihren Tests festgestellt, dass die Hersteller von Fremdtinten gegenüber den Originalprodukten der Druckerhersteller aufgeholt haben. Bei der Wischfestigkeit und der Lichtbeständigkeit kämen sie aber immer noch nicht an sie heran.

Farbverfälschungen beim Fotodruck können sich aber auch dadurch ergeben, dass der Monitor nicht kalibriert ist, ergänzt Constanze Claus. Eine Kalibrierung sorgt dafür, dass die auf dem Bildschirm dargestellten Farben denen des Ausdrucks entsprechen. Hierfür gibt es laut Claus spezielle Tools und Vorlagen, mit denen sich die Farbeinstellungen von Monitor und Drucker abstimmen lassen.

Viel lässt sich auch über die mitgelieferte Druckersoftware bewirken. Sie verfügt inzwischen oft über Funktionen, die denen einer abgespeckten Bildbearbeitungssoftware nahekommen. Laut Dieter Röther vom Druckerhersteller Canon in Krefeld lassen sich mit der Software des Unternehmens vor dem Ausdrucken etwa der Rote-Augen-Effekt korrigieren, das Bild schärfen, Gesichter glätten sowie die Kontrast- und Helligkeitseinstellungen verändern. Wer auf dem aktuellen Stand sein möchte, kann sich von der Hersteller-Webseite unter «Treiber-Download» die jeweils neueste Druckersoftware herunterladen.

Auch Warentester Peter Knaak sieht beim Druckertreiber die meisten Möglichkeiten zum «Tuning». Allerdings sollten sich Laien fragen, wie tief sie in die Materie einsteigen und wie lange sie Einstellungen durchprobieren wollen. Denn jeder Ausdruck koste Geld - möglicherweise sei der im Labor in Auftrag gegebene Abzug dann doch die bessere Alternative.

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