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Soziale Netzwerke: Nutzer mit Daten immer noch sorglos

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Soziale Netzwerke
StudiVZ, MySpace, Facebook, Orkut: Soziale Netzwerke sind aus dem Leben von Kindern und Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. (Bild: dpa)

am 04.06.2009 | Von Manuel Schwarz, dpa

Berlin (dpa) - Wer nicht drin ist, gehört nicht dazu: Soziale Netzwerke wie SchülerVZ oder Facebook sind aus dem Leben der meisten Kinder und Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. Doch dabei gehen sie sorglos mit ihren Daten um, wie eine neue Studie wieder einmal bestätigt.

Immer mehr Schüler kennen in ihren Profilen kaum noch Tabus, auch persönlichste Informationen und Bilder werden ins Netz gestellt und damit für jedermann zugänglich gemacht. Vielfach aus Gruppenzwang: Wer das nicht tut, mache sich unbeliebt, betonte die Parlamentarische Staatssekretärin im Verbraucherschutzministerium, Ursula Heinen-Esser (CDU), am Mittwoch in Berlin.

Jüngere Menschen gingen viel zu sorglos mit ihren Daten um, bemängelte Heinen-Esser. Mit «einem einfachen Mausklick» ließen sich Informationen problemlos von Dritten herausfinden. Deshalb stünde man vor einer «besonderen Herausforderung», sagte Heinen-Esser. Kinder und Jugendliche müssten noch mehr sensibilisiert werden.

Wie sorglos Teenager mit ihren Daten umgehen, zeigt eine Studie der Universität Leipzig. 90 Prozent der über 6500 befragten Schüler im Alter von 12 bis 19 Jahren wissen danach, dass es bei den Online-Netzwerken eine Zugriffskontrolle auf persönliche Daten gibt - nur 55 Prozent schränkten den Zugriff aber tatsächlich ein. Schlechte Erfahrungen mit der Veröffentlichung ihrer Daten hätten die Befragten kaum gemacht, weiß Medienpädagogin Maren Würfel, nur 4 Prozent haben sich laut Umfrage darüber beschwert. Deutlich mehr User (23 Prozent) haben dagegen Erfahrungen mit Beleidigungen und Mobbing, 17 Prozent mit sexueller Belästigung gemacht.

Dass «wir uns ohne erhobenen Zeigefinger ein Wertegerüst schaffen», fordert Dieter Kempf, Vorstandsvorsitzender des Vereins «Deutschland sicher im Netz», in dem Mediengrößen wie Microsoft, Ebay und SAP, aber auch StudiVZ Mitglieder sind. Mit rund fünf Millionen Nutzern ist SchülerVZ Europas größtes Online-Netzwerk für Schüler ab 12 Jahren. Laut Geschäftsführer Markus Berger-de León bewegt es sich in einem täglichen Spannungsfeld zwischen Nutzern, Datenschutz, Werbekunden und Sicherheit/Jugendschutz. An Kinder und Eltern appellierte er, Verstöße oder Mobbing auf der Seite zu melden.

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