IT-News World - tägliche PC-, Internet- und IT-NewsIT-News World:   Home | Hier werben | Impressum |
 

 
 

Anzeige 
 
Startseite Aktuelles Berichte Tipps Spiele Surftipp Netzwelt News-Archiv
 
 
IT-News World » Berichte » Privatsphäre 2.0: Umgang sozialer Netzwerke mit Daten

Berichte

Privatsphäre 2.0: Umgang sozialer Netzwerke mit Daten

Bewertung:
Privatsphäre 2.0: Umgang sozialer Netzwerke mit Daten IT-News-World.de 5 5
Soziale Netzwerke
Betreiber liest mit: Wer in sozialen Netzwerken Vorlieben preisgibt, erhält unter Umständen genau darauf zugeschnittene Werbung. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

am 26.05.2009 | Von Philipp Laage, dpa

Berlin (dpa/tmn) - Millionen Menschen veröffentlichen in sozialen Netzwerken im Internet Fotos, Kontaktdaten und vieles mehr. Das Thema Datenschutz stößt bei vielen Nutzern auf taube Ohren.

Die meisten vergessen, dass hinter Communitys Unternehmen stehen, die in erster Linie an Profit interessiert sind. Das allein ist zwar kein Grund, mit den Social Networks alle Bande zu brechen. Ein bewusster Umgang mit den eigenen Daten kann trotzdem nicht schaden.

Die Betreiber von Facebook lassen keine Zweifel aufkommen. In den Nutzungsbedingungen heißt es, dass alle Arten von Beiträgen, die ein Facebook-Nutzer schreibt, ins Eigentum des Unternehmens übergehen und uneingeschränkt für kommerzielle und sonstige Zwecke weiterverwendet werden dürfen. Dies kann der Nutzer nur verhindern, indem er die betreffenden Voreinstellungen in seinem Profil ändert.

Ob die Betreiber im Fall eines Rechtsstreits damit durchkommen würden, ist laut Astrid Auer-Reinsdorff von der Arbeitsgemeinschaft Informationstechnologie im Deutschen Anwaltverein (DAV) in Berlin aber fraglich. Die Passagen «Geltendes Recht» oder «Beiträge» würden nach Einschätzung der Expertin vor einem deutschen Gericht nicht standhalten. Bei der Frage, nach welchem Recht im Zweifel entschieden wird, liegt jedoch eines der großen Probleme der US-Netzwerke: «Es gibt dazu noch keine rechtliche Entscheidung.»

Als US-Unternehmen hat auch MySpace eigene Sicherheits- und Datenschutzrichtlinien, wie Mats Wappmann von MySpace Deutschland in Berlin erläutert. Teils würden die deutschen Regelungen dabei noch übertroffen. So werde etwa die Darstellung nackter Personen strenger ausgelegt.

Allerdings räumt sich MySpace in den Datenschutzbestimmungen das Recht ein, anhand der Profil-Informationen der Nutzer zielgenaue Inhalte und Werbung zu schalten. Weiter heißt es dort, ein Teil der Werbung stamme von externen Internet-Werbeunternehmen, die Daten über den Besuch und die Nutzung von MySpace erheben.

Das erfährt aber nur, wer die seitenlangen Datenschutzbestimmungen liest. Und ob diese ein durchschnittlicher Nutzer versteht, ist fraglich. Bei Facebook seien für die deutsche Version lediglich die US-Datenschutzbestimmungen ins Deutsche übersetzt worden, sagt Astrid Auer-Reinsdorff.

Auch bei Netzwerken aus Deutschland stellt sich die Frage, was die Betreiber mit Registrierungs- und Profildaten anstellen und ob der Nutzer auf diesem Weg etwa mit auf ihn zugeschnittener Werbung konfrontiert wird. Bei StudiVZ etwa gibt es Werbe-Einstellungen zum Selbst-Anklicken. Der Nutzer kann per Häkchen auswählen, ob er «zielgruppenspezifische» Werbung erhalten möchte oder nicht.

Doch damit ist nur eine Mindestanforderung in Sachen Datenschutz erfüllt. «Hier wäre eine Bestätigungs-E-Mail wünschenswert, wie sie bei zahlreichen anderen Anwendungen im Internet benutzt wird», sagt Auer-Reinsdorff: Der Nutzer erhält eine E-Mail, in der er über einen Link bestätigt, dass ihm personalisierte Werbung gezeigt werden darf.

Außerdem bleibt die Frage, was nach dem Austritt eines Nutzers aus einem Netzwerk mit seinen Profildaten passiert. «Die Betreiber haben uns versichert, dass die Daten nach dem Löschen des Accounts von niemandem gesehen werden können», erläutert Maja Winter von der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Dienstanbieter (FSM) in Berlin. Der Benutzername und Namensnennungen unter Fotos, auf denen der gelöschte Nutzer abgelichtet ist, würden dann anonymisiert. Die Fotos selbst bleiben allerdings sichtbar.

StudiVZ mit seinen Ablegern SchuelerVZ und MeinVZ sowie die beiden Communitys Lokalisten und wer-kennt-wen haben zusammen mehr als 20 Millionen Mitglieder. Und gerade junge Nutzer machen sich nicht nur wenig Gedanken darüber, wie die Betreiber mit ihren Daten umgehen, sondern surfen auch sonst allzu sorglos: «Die meisten Jugendlichen sind sich nicht im Klaren darüber, dass ihre Einträge und Bilder von jedermann gesehen werden können», sagt Maja Winter.

Deshalb haben StudiVZ, Lokalisten und wer-kennt-wen jüngst einen Verhaltenskodex entwickelt, der zu mehr Vorsicht beim Veröffentlichen persönlicher Daten bewegen soll. Er beinhaltet unter anderem technische Regelungen. Neu ist zum Beispiel, dass Profile von unter 16-Jährigen nicht mehr über externe Suchmaschinen auffindbar sind, sagt Maja Winter. Die Daten unter 14-Jähriger seien nur für die Netzwerk-Freunde sichtbar. «Dabei ist wichtig, dass diese Einstellungen von den Nutzern selbst nicht rückgängig gemacht werden können.»

«MySpace unterstützt die Initiative der deutschen Netzwerke und war auch aktiv an der Erstellung des Verhaltenskodexes beteiligt», sagt dazu Mats Wappmann. Unklar bleibt laut Astrid Auer-Reinsdorff aber, ob unter Umständen Unbefugte Profildaten abschöpfen könnten. «Zur Frage der Verschlüsselung der Daten bei den Anbietern erklärt sich der Kodex nicht.»

IT-News als RSS-Feed lesen

« vorheriger Artikel
Lahme DSL-Verbindung: Trotz High-Speed im Stau
nächster Artikel »
Wenn die Wumme Pause macht: Neue PC-Spiele im Juni

Weitere News aus Berichte

Kryptische Kürzel - Gerätebezeichnungen sorgen für Verwirrung

23.05.2012 | Von Tobias Hanraths, dpa | Starnberg/Berlin (dpa/tmn) - Wer ein technisches Gerät anschaffen möchte, verliert oft zuerst die Übersicht - und dann die Nerven. Denn viele Hersteller geben ihren Produkten ellenlange und unverständliche Bezeichnungen. So lassen sich die kryptischen Kürzel entziffern:  .  Weiter lesen ...

Apps und Tools für USB-Sticks: Der Mini-PC in der Hosentasche

22.05.2012 | Von Thomas Joos, dpa | Korschenbroich (dpa/tmn) - USB-Sticks sind Alltag. Doch die kleinen Wegbegleiter können nicht nur Fotos, Dokumente und Videos speichern. Wer transportable Programme, sogenannte Portable Apps auf ihnen ablegt, hat seinen Mini-PC immer dabei.  .  Weiter lesen ...

Befehle vom Telefon: Fernsteuerungs-Apps für TV & Co.

18.05.2012 | Von Tobias Hanraths, dpa | Stuttgart (dpa/tmn) - Unterwegs den Router anschalten, aus der Ferne auf die Musiksammlung zugreifen und den Fernseher vom Nebenraum aus steuern: Remote-Apps machen es möglich. Allerdings kochen viele Hersteller ihr eigenes Süppchen, Universallösungen gibt es kaum.  .  Weiter lesen ...

Sprachen pauken für den Urlaub - Neue Apps und Lernprogramme

16.05.2012 | Von Cordula Dernbach, dpa | Berlin (dpa/tmn) - «Hallo», «Tschüss», «Bitte» und «Danke»: Wer im Urlaub mehr als nur diese Sprachfetzen beherrschen will, kann fremde Begriffe und Vokabeln mit elektronischen Helfern lernen. Unter den neuen Programmen gibt es auch Angebote für Kinder.  .  Weiter lesen ...

Sprachen pauken für den Urlaub - Neue Apps und Lernprogramme

16.05.2012 | Von Cordula Dernbach, dpa | Berlin (dpa/tmn) - «Hallo», «Tschüss», «Bitte» und «Danke»: Wer im Urlaub mehr als nur diese Sprachfetzen beherrschen will, kann fremde Begriffe und Vokabeln mit elektronischen Helfern lernen. Unter den neuen Programmen gibt es auch Angebote für Kinder.  .  Weiter lesen ...

Weitere News aus dem Bereich Berichte »

 

Günstige Smartphones / Ein Gerät der Oberklasse: An Handys wie dem HTC Desire müssen sich Mobiltelefone messen lassen, die das Label Smartphone für sich beanspruchen. (Bild: HTC/dpa/tmn)
 
     
 

Anzeige