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Beim Surfen die Privatsphäre sichern

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Browserfenster
Der Spion im PC: Da Browser viel über das Surfverhalten verraten können, empfiehlt sich das Nutzen von Sicherheits-Add-ons und Anonymisierungssoftware. (Bild: dpa/tmn)

am 19.05.2009 | Von Berti Kolbow, dpa

Kiel/Hamburg (dpa/tmn) - Webbrowser sind keine besonders loyalen Programme. Sie verraten über das Surfverhalten im Zweifel mehr, als den Nutzern lieb ist. Mit bestimmten Einstellungen lässt sich die Privatsphäre wahren, allerdings leidet dann mitunter der Surfkomfort.

Es ist verblüffend, wie gut Onlineshops die Neigungen von Käufern erkennen. Doch selbst ohne Registrierung bei Online-Angeboten wird an Dritte einiges über den PC und die Herkunft des Nutzers verraten. Das zeigt ein Selbsttest unter «anonym-surfen.com/anonym-surfen/test». Darüber hinaus versuchen «Tracking-Dienste» wie Google Analytics, das Nutzerverhalten zu verfolgen und zu analysieren.

Wie gut das gelingt, das beeinflusst auch der Browser. Er gebe in der Grundeinstellung viele Infos preis, sagt Christian Krause vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz (ULD) Schleswig-Holstein in Kiel. Die Infos zwar sind nicht personenbezogen. Sie können aber, sofern kombiniert, zum Erstellen eines Nutzerprofils dienen.

So überträgt eine Kennzeichnung an die angesteuerte Seite, welches Betriebssystem und welche Bildschirmauflösung man verwendet. Das ist nützlich, da es der besseren Darstellung dient.

Andere Funktionen sind problematischer. Ehe Anwender sie ausschalten, sollten sie aber bedenken: Wer Browserfunktionen abschaltet, senkt mitunter massiv Surfkomfort und -tempo, erklärt Michael Knott vom Onlinemagazin «netzwelt.de» in Hamburg.

Dass die Funktion «Referrer» der aktuellen Webseite mitteilt, auf welcher man zuvor war, ist vorteilhaft, wenn etwa mehrseitige Formulare ausgefüllt werden. Wer das dennoch nicht will, umgeht den Referrer: Bei Opera unter «Extras/Einstellungen/Erweitert/Netzwerk». Firefox-Nutzern helfen die Add-ons «No-Referer» oder «RefControl». Der Internet Explorer (IE) sieht eine Deaktivierung nicht vor.

Cookies sind auf dem Rechner gespeicherte Dateien, die festhalten, welche Seiteneinstellungen der Nutzer bevorzugt. Bei jedem weiteren Besuch wird der Rechner wieder erkannt. Das erleichtert etwa das Surfen in regelmäßig genutzten Foren. Andererseits eignen Cookies sich vortrefflich dazu, Puzzleteile für ein Nutzerprofil zu liefern.

Als problematisch gelten «Drittanbieter-Cookies» - etwa von von Werbeanbietern über Bannern. Allein sie zu blockieren, reicht aber nicht: Neuere Techniken verwischen die Grenzen von Drittanbieter- und anderen Cookies, so Krause. Daher sollten Cookies für die Dauer der Sitzung erlaubt und die dauerhafte Speicherung blockiert werden.

Doch laut Krause werden nicht alle Cookies von Löschprogrammen berücksichtigt. Das gilt etwa für «Flash-Cookies», die das Bedienen von Clip-Portalen erleichtern. Die Cookie-Verwaltung des IE befindet sich unter «Extras/Internetoptionen/Datenschutz/Erweitert», jene von Firefox 3 unter «Extras/Einstellungen/Datenschutz» und die von Opera unter «Extras/Einstellungen/Erweitert/Cookies».

Auch in JavaScript verfasste Webseitenelemente lassen sich zum Schnüffeln verwenden. Doch Web-2.0-Anwendungen sind auf JavaScript angewiesen, erklärt Krause. Er rät daher zum separaten Zulassen und Ausschalten. Firefox-Nutzer können dazu die Erweiterungen «NoScript» und «AdBlock Plus» verwenden. Für Opera gibt es Filterlisten zum Blockieren. Beim IE ist eine gezielte Blockade nicht möglich.

Wer all das beachtet, ist aber weiter persönlich identifizierbar, sagt Knott. Wer das verhindern möchte, muss die IP-Adresse tarnen. Dafür gibt es Dienste wie www.anonymouse.org oder Software wie «JAP» («anon.inf.tu-dresden.de»). Sie leiten die Adressen über verschiedene Computer so, dass der Betreiber der angesurften Webseite den Nutzer nicht zuordnen kann. Doch das Surftempo sinkt dabei mitunter rapide.

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