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Netbooks aufrüsten: Mehr Rechenpower für die Kleinen

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Mini-Notebooks
Mini-Notebooks sind gefragt - aufrüsten lassen sie sich aber nur bedingt. (Bild: dpa)

am 13.05.2009 | Von Sven Appel, dpa

Hannover/Bielefeld (dpa/tmn) - Die Dinger sind der Renner: Als Aldi im März ein Netbooks annoncierte, waren die Mini-Notebooks am Folgetag in vielen Filialen ausverkauft. Inzwischen bietet kaum ein Computerhersteller keine Netbooks an.

Ausstattung und technische Spezifikationen sind meist die gleichen: 160 Gigabyte (GB) große Festplatte, 1 GB Arbeitsspeicher, 10-Zoll-Display, Windows XP als Betriebssystem. Netbooks aufzurüsten, ist aber nur bedingt möglich.

Doch zunächst ist festzuhalten: Mit einem Netbook kann man fast alles machen, was auch am PC funktioniert: Büroanwendungen, leichte Bildbearbeitung, im Internet surfen. «Ein kategorisches 'Geht nicht' gibt es nur im Hinblick auf aktuelle 3D-Spiele», sagt Florian Müssig von der Zeitschrift «c't». Dazu sei die Grafikleistung zu gering. Sie lasse sich auch nicht durch Aufrüsten der Hardware verbessern, da die Grafikchips fest integriert sind.

Wann lohnt sich das Aufrüsten? Wenn mehrere Programme zugleich laufen sollen - dann wird der Standard-Arbeitsspeicher knapp. «Ob der Arbeitsspeicher ausgetauscht oder ergänzt werden kann, hängt vom Modell ab», erklärt Christoph Prevezanos aus Bielefeld, Autor von «Das Netbook-Buch». Ist der Speicher fest eingebaut und kein freier Platz für einen weiteren Riegel da, habe sich das Vorhaben erledigt.

Die Eee-PC-Netbooks von Asus etwa lassen sich laut Sprecher Holger Schmidt aufrüsten. Das berühre die Garantie in der Regel nicht. Lässt sich Zusatz-Speicher einbauen, sollte man genau auf die Spezifikation achten. Teils seien es spezielle Bausteine. Ein Speicher-Riegel mit 2 GB kostet rund 20 Euro, 1 GB etwas mehr als die Hälfte. «Nach der Aufrüstung des Arbeitsspeichers darf dessen Kapazität insgesamt nicht mehr als 2 GB ausmachen», sagt Prevezanos. Mehr könne der Chipsatz namens Atom, der in den Netbooks steckt, nicht verarbeiten.

Ein Austausch der Festplatte ist in der Regel kein Problem. In den meisten aktuellen Netbooks steckt eine 2,5-Zoll-Platte. Das Tempo der neuen sollte nicht höher sein als das der alten Platte, rät Christoph Prevezanos. Eine schnellere sei lauter und werde schneller warm. Letzteres könne beim Netbook zum Problem werden, da es meist keine aktive Kühlung habe. «Bei Überhitzung stürzt das System dann ab.»

Eine Alternative zur Festplatte sind Solid State Drives (SSD). «Sie sind schneller, verbrauchen weniger Strom und sind absolut geräuschlos», so Prevezanos. Ihr großer Nachteil: Sie sind deutlich teurer. Aber egal ob SSD oder herkömmliche Platte im 2,5-Zoll-Format: Wenn sie die passende Schnittstelle haben, in der Regel S-ATA, lassen sich ohne Probleme einbauen.

Während beim Desktop-PC der Prozessor-Austausch in der Regel kein Problem ist, bleibt das Herz eines Netbooks mit dem Rest verbunden. Beim Akku dagegen lässt sich oft etwas machen - zumal die in vielen Netbooks eingesetzten 3-Zellen-Akkus schnell alle sind. Ein 3-Zellen- lässt sich durch einen 6-Zellen-Akku ersetzen. Das steigert die Ausdauer auf bis zu sechs Stunden, so Müssig. Prevezanos rät, Akkus vom Netbook-Hersteller zu nehmen, um die Garantie nicht zu gefährden.

Windows gilt nicht als Ressourcen schonendes Betriebssystem. XP sei im Lauf der Jahre aber so weit verbessert worden, dass sich ein Austausch auf dem Netbook gegen ein schlankeres Linux kaum lohnt, sagt Müssig. Dazu müsste der Anwender ohnehin Ahnung von Linux haben - und die meisten kennen eben Windows schon vom PC oder Notebook.

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