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Selbstvermarktung für Nachwuchsbands im Internet

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Selbstvermarktung für Nachwuchsbands
Downloads statt Demo-CDs: Für Nachwuchsbands bietet das Netz viele Möglichkeiten, die eigenen Songs unters Volk zu bringen. (Bild: Wenda/dpa/tmn)

am 12.05.2009 | Von Berti Kolbow, dpa

Lüneburg/Hamburg (dpa/tmn) - Vor jubelnden Fans aufzutreten und vom Verkauf der eigenen Songs leben zu können: Davon träumen viele Nachwuchsmusiker. Einen Plattenvertrag benötigen sie dazu nicht mehr zwingend: Immer mehr Webseiten erleichtern Newcomern die Vermarktung.

«Das Internet wird für Musiker immer wichtiger, um unabhängiger von Plattenfirmen zu werden», beobachtet Ole Seelenmeyer vom Deutschen Rock- & Pop-Musikverband (DRMV) in Lüneburg. «Die Möglichkeiten des Web 2.0 erleichtern es Konsumenten, neue Musik und Lieblingskünstler zu entdecken», sagt Amke Block, Unternehmensberaterin in der digitalen Musikwirtschaft aus Hamburg.

Da immer mehr Musik aus dem Netz beschafft und am Rechner gehört wird, sind Online-Vertriebe eine komfortable Alternative. Sie stellen die Songs von jedermann bei legalen Download-Shops wie dem iTunes Store oder Musicload ein. Dafür nehmen sie Gebühren.

DooLoad bringt die Titel in bis zu 360 Shops. Der «Standard»-Tarif ermöglicht pro Jahr fünf Veröffentlichungen. Im ersten Jahr kostet das nichts, vom zweiten an werden pauschal rund 3 Euro pro Monat fällig. Von den Nettoverkaufserlösen erhalten die Künstler 85 Prozent, was als fair gilt.

Ähnlich wie DooLoad aufgebaute Dienste sind track by track und das von Amke Block mitbetriebene Audiomagnet. Zuletzt befanden sich beide im Beta-Stadium, waren also noch nicht komplett ausgereift.

Justaloud vertreibt die Songs direkt auf der Webseite. Öfter heruntergeladene Titel sind teurer - maximal kosten sie rund einen Euro. Neue Stücke sind anfangs gratis. Bei den Künstlern bleiben 85 Prozent der Einnahmen. Auf sich aufmerksam machen können die Musiker zum Beispiel durch eigene Profile.

Während die genannten Dienste rein webbasiert arbeiten, setzt Rebeat eine Upload- und Verwaltungs-Software voraus. Sie kostet einmalig rund 100 Euro. Für das Speichern wird pro Titel einmalig ein Euro verlangt. Mitunter kommen weitere Gebühren hinzu. Rebeat ist an rund 300 Musik-Download-Shops angeschlossen.

SellaBand beschreitet einen etwas anderen Weg: Bands und Solomusiker stellen dort sich und ihre Musik vor - und müssen genügend Fans finden, die bereit sind, einen kleinen Obolus zu spenden, der insgesamt reicht, um eine CD-Produktion zu finanzieren.

Bei welchem Dienst auch immer: Der Rechtsanwalt Andrés Heyn aus Hamburg rät, die Konditionen zu studieren. «Typischerweise übertragen die Künstler die 'Abrufrechte' ihrer Stücke exklusiv an die Vertriebe», sagt der Experte für Vertragsrecht in der Musikbranche. Damit dürfen die Songs während der Vertragszeit außer auf der eigenen Website auf keinem weiteren elektronischen Kanal verkauft werden.

Wollen sie kein Risiko eingehen, sollten Musiker ein Modell auswählen, das erfolgsabhängige Zahlungen statt Fixkosten vorsieht. Von Bedeutung ist auch die Berechnungsbasis für die prozentuale Beteiligung. Sind weitere Zwischenhändler mit im Boot, kann der Ertrag der Künstler sinken, warnt Amke Block.

Gute Konditionen vorausgesetzt, kann man laut Seelenmeyer aber von sinnvollen Lösungen sprechen. Mit dem digitalen Vertrieb von Stücken seiner eigenen Band hat Seelenmeyer etliche Tausend kostenpflichtige Downloads erreicht. Um aber Aufmerksamkeit zu erhalten, tut Werbung Not. «Bei den günstigen Digitalvertrieben darf man nicht erwarten, dass sie auch die Promotion übernehmen», sagt Heyn. «Das bleibt Sache der Künstler.»

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