IT-News World - tägliche PC-, Internet- und IT-NewsIT-News World:   Home | Hier werben | Impressum |
 

 
 

Anzeige 
 
Startseite Aktuelles Berichte Tipps Spiele Surftipp Netzwelt News-Archiv
 
 
IT-News World » Berichte » Zahnlücke und rote Bluse: Politiker im Internet

Berichte

Zahnlücke und rote Bluse: Politiker im Internet

Bewertung:
Zahnlücke und rote Bluse: Politiker im Internet IT-News-World.de 1 5 6
Angela Merkel
Seit Ende April lässt die Online-Plattform StudiVZ Profile von Politikern, hier Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), und auch politischen Parteien zu. (Bild: dpa)

am 04.05.2009 | Von Britta Schultejans, dpa

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lacht in roter Bluse von ihrem Profil-Foto. SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier gibt sich in schwarzem Anzug und mit süffisantem Lächeln staatsmännisch.

Der Wahlkampf hat auch Deutschlands bekanntestes soziales Netzwerk studiVZ erreicht. Mit neuen Profilen präsentieren sich dort die Politiker und Parteien, von einer «Wahlzentrale» sollen die Nutzer schnell den Weg zu ihnen finden. Merkel bringt es auf fast 9300 Unterstützer, Steinmeier derzeit auf rund 2800.

Fünf Monate vor der Bundestagswahl und nur einen vor der Europawahl am 7. Juni verstärken Politiker ihr Engagement im Internet. «Wir haben - wie alle anderen auch - den Obama-Wahlkampf natürlich verfolgt», sagte SPD-Bundesgeschäftsführer Kajo Wasserhövel beim «politcamp09» (2. bis 3 Mai) in Berlin. Der US-Präsident hatte im Internet eine eigene Plattform («MyBO»), um Anhänger zu mobilisieren, und nutze auch das soziale Netzwerk Facebook sowie den Kurzmitteilungsdienst Twitter.

Und so sammeln Wasserhövel und seine Politiker-Kollegen ebenfalls auf Facebook und bei Twitter (Englisch für «Zwitschern») fleißig Unterstützer und «Follower», die sie an ihren politischen oder auch privaten Aktivitäten teilhaben lassen. Bei studiVZ erfährt man zum Beispiel über Merkel auch, dass sie auf Gartenarbeit steht, die Beatles, Karat und den Film «Jenseits von Eden». Steinmeier mag Fußball, Jazz und «Die Blechtrommel» von Günter Grass.

«Viele Politiker twittern eher Unpolitisches wie 'Ich esse jetzt eine Bratwurst', anstatt über Politik aufzuklären», kritisierte Markus Beckedahl, prominenter Blogger bei «netzpolitik.org». Zeit hätten die Politiker schon, um das Internet sinnvoll zu nutzen, argumentiert er. «Es gibt genug Kandidaten, die stundenlang mit dem Zug zu irgendeinem Kreisverband fahren, wo sie zehn Parteimitglieder überzeugen wollen, die sie sowieso wählen.» Er empfiehlt ihnen, Zeit in ein Blog zu investieren, in dem sie sich mit Interessierten auseinandersetzen und politische Diskussionen führen. Das sei in Deutschland aber bislang noch nicht passiert. Vor rund zwei Wochen twitterte Wasserhövel: «Im ICE mit Müntefering auf dem Weg zur Veranstaltung 'Das Neue Jahrzehnt' in Münster.»

Neues Interesse an Politik weckten solche Botschaften nicht, sagt Beckedahl. «In der Regel kommen Politiker im Internet noch langweiliger rüber als im Fernsehen.» Auch der Online-Wahlkampfleiter der Grünen, Robert Heinrich, räumte beim politcamp09 ein: «Wir alle wissen ja, dass Partei-Seiten nicht unbedingt spannend sind - zumindest nicht von Geburt an.» Das solle sich bis zur Wahl aber noch ändern: Über das Internet könnten ganz andere Öffentlichkeiten erreicht werden - das werde den Kandidaten so langsam auch klar.

Thomas Scheffler von der FDP kündigte «Überraschendes» an und Wasserhövel betonte, sein Spitzenkandidat Steinmeier sei «insgesamt online-affiner» als Ex-Kanzler Gerhard Schröder. «Gerd Schröder ist immer einer gewesen, der sich das Handy hat reichen lassen. Er hatte andere Qualitäten.»

Ein Problem allerdings bleibt: Die Sicherheit. Während in Berlin Internet-Freunde noch über die Chancen des Online-Wahlkampfes debattierten, wurde der Twitter-Account der CDU gehackt. Unbekannte verbreiteten unter dem Absender Nachrichten, als Profilbild wählten sie ein manipuliertes Foto von Generalsekretär Ronald Pofalla mit blauem Auge und Zahnlücke.

«Wahlkampf im Internet ist eine Stilfrage. Aber das geht zu weit», sagte der Marketing-Chef der CDU, Oliver Röseler. Eine solche Aktion trage sicher nicht dazu bei, Twitter als politisches Medium zu etablieren. «Das macht es mir schwer, in der Partei zu erklären, warum Angela Merkel twittern sollte», meint Röseler. Die Kanzlerin lehne es bislang noch ab, im Internet zu «zwitschern».

Links

IT-News als RSS-Feed lesen

« vorheriger Artikel
Kompetenzstreit behindert Internet ohne Barrieren
nächster Artikel »
Externe Festplatten im Test durchweg «gut»

Weitere News aus Berichte

Kryptische Kürzel - Gerätebezeichnungen sorgen für Verwirrung

23.05.2012 | Von Tobias Hanraths, dpa | Starnberg/Berlin (dpa/tmn) - Wer ein technisches Gerät anschaffen möchte, verliert oft zuerst die Übersicht - und dann die Nerven. Denn viele Hersteller geben ihren Produkten ellenlange und unverständliche Bezeichnungen. So lassen sich die kryptischen Kürzel entziffern:  .  Weiter lesen ...

Apps und Tools für USB-Sticks: Der Mini-PC in der Hosentasche

22.05.2012 | Von Thomas Joos, dpa | Korschenbroich (dpa/tmn) - USB-Sticks sind Alltag. Doch die kleinen Wegbegleiter können nicht nur Fotos, Dokumente und Videos speichern. Wer transportable Programme, sogenannte Portable Apps auf ihnen ablegt, hat seinen Mini-PC immer dabei.  .  Weiter lesen ...

Befehle vom Telefon: Fernsteuerungs-Apps für TV & Co.

18.05.2012 | Von Tobias Hanraths, dpa | Stuttgart (dpa/tmn) - Unterwegs den Router anschalten, aus der Ferne auf die Musiksammlung zugreifen und den Fernseher vom Nebenraum aus steuern: Remote-Apps machen es möglich. Allerdings kochen viele Hersteller ihr eigenes Süppchen, Universallösungen gibt es kaum.  .  Weiter lesen ...

Sprachen pauken für den Urlaub - Neue Apps und Lernprogramme

16.05.2012 | Von Cordula Dernbach, dpa | Berlin (dpa/tmn) - «Hallo», «Tschüss», «Bitte» und «Danke»: Wer im Urlaub mehr als nur diese Sprachfetzen beherrschen will, kann fremde Begriffe und Vokabeln mit elektronischen Helfern lernen. Unter den neuen Programmen gibt es auch Angebote für Kinder.  .  Weiter lesen ...

Sprachen pauken für den Urlaub - Neue Apps und Lernprogramme

16.05.2012 | Von Cordula Dernbach, dpa | Berlin (dpa/tmn) - «Hallo», «Tschüss», «Bitte» und «Danke»: Wer im Urlaub mehr als nur diese Sprachfetzen beherrschen will, kann fremde Begriffe und Vokabeln mit elektronischen Helfern lernen. Unter den neuen Programmen gibt es auch Angebote für Kinder.  .  Weiter lesen ...

Weitere News aus dem Bereich Berichte »

 

Ein Bild aus Buchstaben / Ein Bild aus Buchstaben: Experimente wie diese zeigt der Webdesigner Hakim el Hattab auf seiner Homepage. (Foto: Hakim.se)
 
     
 

Anzeige