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Falls auf Reisen die Worte fehlen: Taschenübersetzer

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Taschenübersetzer
Beraten lassen und selber testen: Beim Taschenübersetzer zählt nicht nur die Größe des Wörterbuches, sondern auch die Bedienbarkeit. (Bild: Remmers/dpa/tmn)

am 30.04.2009 | Von Vivien Leue, dpa

Hannover (dpa/tmn) - Da kann der Tourist vor seiner Abreise noch so viel geübt haben - im Ausland fallen ihm dann doch die passenden Worte in der fremden Sprache nicht ein.

Für solche Fälle immer ein schweres Wörterbuch herumzuschleppen, macht keinen Spaß. Leichter sind elektronische Taschenübersetzer. «Die sind zwar kein vollwertiger Ersatz für ein computergesteuertes Profi-Programm», sagt Falk Schönau, Bürotechnikexperte bei Conrad Electronic im bayerischen Hirschau. «Sie können aber Wörter und in der Regel auch ganze Sätze oder Redewendungen übersetzen und sind für die Reise normalerweise ausreichend.»

Günstige Geräte gibt es bereits ab 45 Euro. Sie übersetzen rund 120 000 Stichwörter in sechs europäische Sprachen. Zudem enthält ihre Datenbank meist auch nützliche Formulierungen wie die Frage nach dem nächsten Arzt oder nach der Rechnung im Restaurant. Die meisten Modelle bieten zudem einen Speicher für eigene Einträge wie neue Wörter oder Adressen. Im Ausland helfen sie zudem mit Umrechnungstabellen für Maße und Währungen.

«Wer etwa 150 Euro investiert, bekommt ein Profi-Gerät, das rund 250 000 Stichwörter und rund 400 000 Redewendungen erkennt», sagt Schönau. Diese Übersetzer liefern auch umgangssprachliche Ausdrücke und berufsspezifische Fachwörter. Das macht sie nicht nur für Privatreisende, sondern auch für den Einsatz im Job interessant. Die Datenbank eines Geräts in dieser Preisklasse erkennt oft zwölf Sprachen - darunter Chinesisch, Japanisch oder Arabisch. Kombi-Geräte mit MP3-Player und USB-Anschluss für den Computer kosten etwa ab 200 Euro. Der Sprachschatz lässt sich durch Software-Upgrades erweitern.

Außerdem bieten diese Geräte einen gerade für fremdsprachenunerfahrene Menschen wichtigen Vorteil: Sie sprechen einem die übersetzten Worte sozusagen vor. Ein Wort wird in das Mikrofon gesprochen und vom Mini-Computer übersetzt. «Das funktioniert im Prinzip schon beeindruckend gut», sagt Dorothee Wiegand vom Computermagazin «c't» in Hannover. Doch nur wenn das Mikro gut ist und Nebengeräusche filtert, stimme am Ende auch die Übersetzung.

Taschenübersetzer sind meist etwas größer als Handys und wiegen 150 bis 200 Gramm. Sie fallen daher im Reisegepäck kaum ins Gewicht. Den Umgang mit ihnen sollte man jedoch am besten schon vor dem Kauf ausprobieren. Einige Geräte haben eine recht kleine Tastatur, auch die Bildschirmgröße ist unterschiedlich. Vor allem wenn phonetische Zeichen, also lautsprachliche Hilfen, angezeigt werden, sollte der Bildschirm nicht zu klein sein. Geräte, die sich automatisch ausschalten oder einen Stromsparmodus haben, zahlen sich vor allem auf längeren Reisen aus - denn in einem Ferienort sind neue Batterien oft nicht billig.

Wer nicht noch ein zusätzliches elektronisches Gerät im Handgepäck haben möchte, kann auch sein Handy mit einer entsprechenden Übersetzungssoftware aufrüsten. «Man darf sich nicht die Lösung aller Probleme davon versprechen», sagt Wiegand. «Einzelwort-Übersetzungen funktionieren aber wunderbar.» Ganze Sätze übersetzten die Programme dagegen nicht immer zuverlässig richtig.

«Die Aufrüstung des Handys mit der Software geht ganz einfach: Der Kunde bekommt einen Link zum Runterladen und die Aktivierungsschlüssel», erklärt Stephan Meyer vom Softwareanbieter Ectaco in Berlin. Wichtig sei aber, vor dem Kauf der Software zu prüfen, ob diese auch mit dem Handy kompatibel ist. Bei einigen Anbietern lässt sich das mit Hilfe von Demoversionen testen. Preislich ist die Software günstiger als ein Taschenübersetzer: Ein Wörterbuch mit 300 000 bis 400 000 Wörtern kostet etwa ab 30 Euro, ein Volltextübersetzer mit Redewendungen und ganzen Sätzen gut 100 Euro.

Infos

«Shoot & Translate» - Kamera-Handy als Übersetzer Wer auf Auslandsreisen unverstandene Wörter oder Sätze gar nicht erst in einen Taschenübersetzer oder das Mobiltelefon eintippen möchte, kann es mit der Handy-Software «Shoot & Translate» von Linguatec probieren. Das Programm nutzt dabei die Kamera des Handys: Das zu übersetzende Wort wird beispielsweise von einem Schild abfotografiert. Es wird dann vom Handy an einen Server geschickt, dort übersetzt und dann zurück auf Mobiltelefon gesendet. Bei einzelnen Wörtern funktioniere der Service ganz gut, sagt Dorothee Wiegand von der Computerzeitschrift «c't». «Ganze Sätze werden in den meisten Fällen aber nicht fehlerfrei übersetzt.» Der Hersteller Abbyy hat die Einführung einer ähnlichen Software für den Sommer angekündigt.
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