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Videoportale im Schatten des Giganten YouTube

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MyVideo
Die Videoplattform MyVideo gehört in Deutschland zur größten Plattform neben YouTube. (Bild: «MyVideo.de»)

am 27.04.2009 | Von Ira Kugel, dpa

Hamburg (dpa) - Wer den Begriff «Videoplattform» hört, denkt unweigerlich an den Giganten YouTube. Denn längst gilt das weltweit größte Online-Videoportal als Synonym für das kostenlose Ansehen und Hochladen privater Film-Clips.

Doch das Tochterunternehmen von Google ist bei weitem nicht der einzige Anbieter, der sich auf dem deutschen Markt tummelt. Auch kleinere Plattformen wie MyVideo, Clipfish oder sevenload werben um die Gunst der User und versuchen sich mit verstärkt professionell produzierten Inhalten vom scheinbar übermächtigen Konkurrenten abzugrenzen.

Zur größten Plattform neben YouTube gehört in Deutschland das Portal MyVideo. Laut einer Statistik der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF) surfen jeden Monat etwa sieben Millionen Besucher (Unique User) die Videoplattform an. Bei den jüngeren Usern versucht MyVideo unter anderem mit Ausschnitten aus bekannten Fernsehsendungen und Musik-Clips zu Punkten: «Durch unsere Anbindung an die ProSiebenSat1- Gruppe können wir unseren Nutzern alle Highlights wie Germany's Next Topmodel, Popstars, Gina Lisa und Comedy Street anbieten», erklärt MyVideo-Sprecher Manuel Uhlitzsch. Natürlich können die User aber auch wie gehabt ihre mit dem Handy oder der Kamera aufgenommenen Privatvideos (User Generated Content) hochladen.

Eine ähnliche Strategie fährt auch die Videoplattform Clipfish. Mit RTL-Inhalten und redaktionell geprüften Clips versucht die Nummer drei in Deutschland aus dem Schatten des Giganten YouTube zu kommen. So richtet sich das Angebot der RTL-Tochter unter anderem an die Fans der Castingshow «Deutschland sucht den Superstar» (DSDS). Wer von den DSDS-Kandidaten nicht genug bekommt, kann sich auf Clipfish Musikvideos der Nachwuchsstars anschauen. Inzwischen mache der Abruf solcher Clips einen Anteil von bis zu 40 Prozent gegenüber den Privatvideos aus, sagt Clipfish-Geschäftsführer Mathias Blüm. Laut AGOF hat Clipfish jeden Monat knapp 2,2 Millionen Unique User.

Dass sich separate Rubriken vor allem finanziell lohnen, hat Axel Schmiegelow, Geschäftsführer der 2006 in Köln gegründeten von den großen Privatanbietern wie RTL und ProSiebenSat.1 unabhängigen Plattform sevenload, festgestellt: «Wir sind nicht in den roten Zahlen unterwegs. Unser Fokus waren von Anfang an Sendungen und Kanäle mit Premium Inhalten.» Laut AGOF nutzen monatlich 1,3 Millionen Unique User die Inhalte. Die Spanne der Videos reicht inzwischen von den typischen Videos stolpernder Katzen über den National Geographic Channel bis hin zu Folgen der Daily-Soap «Verbotene Liebe».

Auch Clipfish-Geschäftsführer Blüm sieht in den kontrollierten Rubriken Vorteile - besonders für die Werbekunden: «Durch die hohe Nutzungsrate der professionell produzierten Inhalte verzeichnen wir auch ein zunehmendes Interesse der Werbepartner, denn diese möchten sich in verlässlichen Umfeldern präsentieren.» So lässt sich für die Kunden vermeiden, was vor kurzem der Deutschen Telekom passiert war: Nachdem ihre Werbung neben rechtsextremen Einträgen erschienen sein soll, zog das Telekommunikationsunternehmen seinen Werbeauftrag für das Videoportal 3min im US-amerikanischen Online-Netzwerk Facebook zurück.

Doch trotz aller Abgrenzungsversuche ist der Abstand der Videoportale zu YouTube noch immer immens groß: Während beispielsweise auf MyVideo täglich etwa 450 Stunden Filmmaterial hochgeladen werden, sind es auf YouTube rund 15 Stunden - pro Minute. Wie viele Minuten davon alleine die Nutzer in Deutschland auf die Plattform heben, möchte das Unternehmen allerdings lieber für sich behalten.

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